•  (Daniel Ospelt)

Vom Hof auf den Teller

Ein Hofladen bietet dem Landwirt ein zusätzliches Einkommen. Ihn zu betreiben bringt zwar einen Mehraufwand mit sich, jedoch kann der Produzent einen Mehrwert erzielen, ohne den Hof vergrössern zu müssen.
Die Tante-Emma-Läden sind mittlerweile überall so gut wie Geschichte, denn die Einkäufe werden von vielen Leuten in den Einkaufzentren oder bei etablierten Detailhändlern getätigt. Damit hat sich aber eine Nische für Landwirte aufgetan. In ihren Hofläden verkaufen sie ihre Produkte an die Konsumenten – und das ohne Druck vom Grossverteiler oder Zwischenhändler. Meist ähneln die Hofläden Tante-Emma-Läden, da sie klein und überschaubar sind. Obwohl der Betrieb eines Ladens einen Mehraufwand bedeutet, lohnt es sich für die Bauern, denn sie erhalten die Möglichkeit, ein zusätzliches Einkommen zu generieren, ohne den Hof vergrössern zu müssen. Hin und wieder treten aber auch Skandale in der Lebensmittelindustrie auf wie Pferdefleisch in der Lasagne, falsch deklarierte Ware und Ähnliches. Das verhilft den Hofläden zu mehr Zulauf, da ihre Produkte dadurch mehr geschätzt werden. 
Wenn der Zwischenhandel ausgeschaltet wird, stellt sich die Direktvermarktung als lukrativer heraus. Laut dem Schweizerischen Bauernverband verkaufen inzwischen weit mehr als 
11 000 Bauern in der Schweiz zumindest einen Teil ihrer Produkte im eigenen Hofladen oder auf dem Markt. Mittlerweile sind sie so beliebt, dass sich ein Auftritt auf Facebook lohnt und bereits Heimlieferservice angeboten wird. Über die Webseite und die sozialen Medien werden die Produkte vermarktet und direkt verkauft. Damit wird auch der Kontakt zu den Konsumenten hergestellt.
 
Fokus auf saisonaler Ware
Für die Familie Seifert vom Böschnihof in Sevelen bildet der Hofladen sogar das Haupteinkommen. Dort verkaufen sie ihre eigenen Produkte wie Gemüse, Obst, Fleisch und vieles mehr. Nach Möglichkeit beinhaltet das Sortiment Produkte ihres Hofs, ansonsten stammen sie aus der näheren Umgebung. «Unser Hauptaugenmerk liegt auf saisonalen Produkten», erzählt Luzia Seifert vom Böschnihof. Ob es nun lukrativer sei, als die Produkte über den Detailhandel zu verkaufen, sei schwierig zu sagen. «Da unser Laden von Montag bis Samstag geöffnet und bedient ist, benötigen wir zusätzliches Personal. Einige Produkte können wir bestimmt günstiger anbieten, rein wegen der Men­ge und der Eigenproduktion», meint sie. Das Preis-Leistungs-Verhältnis zahle sich wegen der besseren Qualität der Produkte durchwegs aus. Und es käme kein Druck von den Abnehmern und Zwischenhändlern bezüglich des Erntezeitpunkts des Gemüses. 
«Der Trend, bei uns im Hofladen einzukaufen, ist steigend, wahrscheinlich deshalb, weil sich die Leute mehr Gedanken darüber machen, was sie essen.»
 
Zudem sei saisonale Ernährung gesünder und ökologischer. «Wir können das Gemüse ernten, wenn es wirklich so weit ist. Genauso ist es auch mit dem Fleisch. Das Schlachten übernimmt die Dorfmetzgerei. Wir bringen lediglich unsere Wünsche an, verpacken und verkaufen das Fleisch auf dem Hof», sagt Seifert. Als absoluten Renner nennt Luzia Seifert die hausgemachte Konfitüre sowie die getrockneten Früchte und den Erdbeersirup. Als nächstes Projekt steht beim Böschnihof eine Saisonbox auf dem Programm. Diese soll die Privathaushalte mit frischen Produkten vom Hof versorgen. Jedoch müsse die Idee laut Luzia Seifert noch etwas ausreifen und Abklärungen müssten getroffen werden.
26. Jan 2018 / 16:13
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