«Es tut weh, Weggefährten zu verlieren»

In Disentis produziert Zai seit 2003 Luxus-Ski. Weil sie angeschlagen ist, verkleinert Geschäftsführer Benedikt Germanier die Firma und richtet sie neu aus. Obwohl das bisherige Konzept nicht aufging, glaubt er weiterhin an den Erfolg. Ein Neuanfang für das Unternehmen.

Benedikt Germanier studierte an der Universität Zürich Wirtschaft. Er arbeitete als Währungsspezialist bei der UBS und Credit Suisse. Der ehemalige Skilehrer und Allroundsportler leitet seit 2009 die Geschicke des Bündner Luxus-Ski-Herstellers Zai in Disentis. Aus dem Rätoromanischen übersetzt bedeutet das «zäh». Und tatsächlich erweist sich die Firma als zäh, denn obwohl sie wirtschaftlich angeschlagen ist, kämpft man weiter. Knapp fünf Stellen muss Germanier abbauen. Was einmal als visionäres Start-up begann, wird jäh auf den Boden der Realität geholt. Es ist ein emotionaler «Sturz» für Germanier: «Es tut weh, Weggefährten zu verlieren». Damit meint er auch den Firmenvater Simon Jacomet. Der Tüftler hat Zai 2003 gegründet und steckte bis vor Kurzem noch als kreativer Kopf dahinter. Nun gehen sie getrennte Wege. «Man kann eine Firma nicht um einen Mann bauen, wir müssen die Kunden im Fokus haben», erklärt Germanier auf Anfrage von «Wirtschaft regional». Die Vorstellungen über eine Neuausrichtung klafften offenbar auseinander. Doch dabei verkennt Germanier ganz geerdet nicht, woher die Marke kommt: «Wir haben eine Geschichte und eine Verwurzelung, die wir nie vergessen werden.» 

Ein Neuanfang für Zai

Wohin die Reise nun geht? Germanier weiss nur in groben Zügen, wie es für Zai weitergehen soll. Fest steht: Das bisherige Konzept scheint nicht aufzugehen. Zwar werden in Handarbeit und laut Germanier mit viel Herzblut Unikate in der Manufaktur in Disentis gefertigt. Dafür gibt es auch Kunden. «Die Bekanntheit ist aber sehr klein», erzählt er. Das zu ändern mit Marketing-Kampagnen sei sehr kapitalintensiv. 

Zu den Hauptinvestoren, die 90 Prozent an Zai besitzen, gehören Walter Bosch, ehemaliger VR-Vizepräsident der Swiss sowie ehemaliger Chefredaktor des «Blick», Thomas Staubli von  der Partners Group, Patrik Lütjens und Ricardo Cordero, Ex-CEO der BZ Bank. Sie haben laut Germanier rund 14 Millionen Franken investiert und konnten so das Überleben sichern. (Dorothea Alber)

 

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Wirtschaft Regional»

 

17. Nov 2017 / 17:29
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