• Firma Autoneum in Sevelen
    Autoneum setzt im Werk in Sevelen seinen ersten «Cobot» ein. (Bild: Daniel Schwendener)  (Daniel Schwendener)

Autoneum ist gefordert

In Sevelen liegt das einzige Schweizer Werk des Autozulieferers Autoneum. Vor dem Zeitalter der Elektroautos fürchtet sich das Unternehmen nicht, obwohl Teile künftig so nicht mehr gebraucht werden.

In Sevelen fertigt der Schweizer Autozulieferer Autoneum Hitzeschutzschilde und Unterböden für Fahrzeuge. Hier produzierten Mitarbeiter und Roboter im vergangenen Jahr 30 Millionen Bauteile, die zu den Fabriken der Autobauer in ganz Europa gehen. Dazu gehören Daimler und BMW. Für VW, Jaguar, Volvo oder Nissan fertigt Autoneum ebenfalls. Noch sind die Auftragsbücher bis Mitte der 2020er-Jahre voll.

Doch Autozulieferer wie Autoneum sind künftig gefragt, wenn der Anteil an Elektroautos auf der Strasse und in der Serienfertigung steigt. Hitzeschutzschilde, wie sie heute zum Einsatz kommen, werden in Elektroautos ganz wegfallen und das muss kompensiert werden. Konzernchef Martin Hirzel hofft auf eine Verlagerung: Während die Schilde beim Verbrennungsmotor die Abwärme vom Innenraum fernhalten, wird es bei E-Autos darum gehen, die Wärme im Innenraum zu halten. Ist dieser schlecht isoliert, kostet das unnötig Batterieleistung und die Reichweite des Fahrzeugs sinkt automatisch. Auch bei Geräuschen sieht Hirzel Potenzial: Künftig müssten Wind- und Vibrationsgeräusche gedämpft werden. Heute fertigt Autoneum Komponenten, um Motorengeräusche zu reduzieren. 

Den Zukunftsmarkt ausloten

Die erste Welle der Elektrifizierung läuft über Hybridautos, die einen Verbrennungsmotor und einen batteriegespeisten Elektromotor haben, sind sich Fachleute einig. Für manche Zulieferer der Automobilindustrie bietet das Chancen, weil sie schon heute Teile für E- und Hybrid-Antriebe fertigen. Für Autoneum ergeben sich hingegen neue Herausforderungen, die das Unternehmen schon jetzt zielsicher in Angriff nimmt. In einem Kompetenzzentrum für neue Mobilität im Silicon Valley werden mit neuen Fahrzeuganbietern die besonderen Bedürfnisse der E-Mobilität ergründet.

Der Zulieferer rüstet sich für die Zukunft: Autoneum hat Lärm- und Hitzeschutzkomponenten eigens für Elektrofahrzeuge entwickelt und unter dem Namen Hybrid-Acoustics ECO+ diesen Sommer vorgestellt. Dadurch werden Geräusche absorbiert und Wärme isoliert. Autoneum beliefert erstmals ab Frühjahr 2018 das Elektromodell eines europäischen Fahrzeugherstellers. In Europa werden die Leichtbaukomponenten unter anderem im französischen Werk in Ons-en-Bray gefertigt. (dal)

Das ganze Interview in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Wirtschaft Regional»

 

 

11. Nov 2017 / 13:00
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