• Projekt «mychoice.li»
    Projekt «mychoice.li»  (pd)

Videos liefern Einblick in die Berufswelt

Drei innovative Köpfe – eine zündende Idee: Florian Büchel, Kevin Frick und Kevin Gabathuler haben das Projekt «mychoice.li» ins Leben gerufen, das jungen Lehrstellensuchenden auf frische Art und Weise die Liechtensteiner Berufswelt näherbringen soll. Nun ist die Video-Plattform online und läuft in einer ersten Testphase. Florian Büchel erklärt im Interview, was genau es mit ihrem Projekt auf sich hat.
Vaduz. 

Florian, kannst du in wenigen Worten erklären, was die Idee hinter «mychoice.li» ist? Oder anders formuliert: Wie kann die Plattform Jugendlichen bei der Berufswahl helfen?
Florian Büchel: «mychoice.li» stellt eine Online-Lehrstellenplattform dar, welche durch Kurzvideos die Liechtensteiner Lehrberufe vorstellt. Jugendliche – und auch ihre Eltern – erhalten durch dieses attraktive sowie zeitgemässe Informationsmedium reale Einblicke in die Lehrberufe und können somit einfacher feststellen, welche Berufe ihnen überhaupt gefallen. Entsprechend können fehlende und teilweise auch falsche Vorstellungen über die einzelnen Berufe in kurzer Zeit beseitigt werden. Die Kurzvideos sollen also die Bereitschaft der Jugendlichen, sich mit ihrer beruflichen Zukunft zu beschäftigen, erhöhen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, die Liechtensteiner Lehrberufe in Form eines Videos vorzustellen?
Letzten Sommer haben wir einige tolle Abende im «Bongert» in Balzers verbracht und dabei über Gott und die Welt diskutiert. So entstand auch die Idee einer Videoplattform für Liechtenstein und die Region. Denn wenn wir beispielsweise unsere Sommerferien buchen, ist es selbstverständlich, dass wir uns mit Fotos und Videos von der Hotelanlage überzeugen können. Diese selbstverständliche Informationsmöglichkeit möchten wir mit «mychoice.li» auch den Schülerinnen und Schülern bieten und somit das bestehende, eher sachliche Informationsangebot mit authentischen Videos ergänzen.

Kann «mychoice.li» für Unternehmen auch als Werbeplattform genutzt werden?
Mit «mychoice.li» soll keine Werbeplattform für Unternehmen entstehen. Es ist uns wichtig, dass die einzelnen Berufe im Fokus stehen. Erst in einem zweiten Schritt soll es dann um die Wahl des Lehrbetriebes gehen. Entsprechend sind also grosse und kleine Unternehmen auf «mychoice.li» sozusagen gleichgestellt.

Wird von jedem Beruf, der in Liechtenstein erlernbar ist, ein Video gedreht?
Das ist unser Ziel. Es wäre toll, wenn uns das gelingt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das umsetzbar ist. Allerdings sind wir optimistisch, da die Erstellung der aktuellen Videos mit viel Unterstützung und Engagement der beteiligten Berufsverbände bzw. Sektionen umgesetzt werden konnten.

Wie lange sind die Videos und was genau wird gezeigt?
Grundsätzlich sollen zu jedem Beruf drei Videos gehören: Ein Kurztrailer von unter einer Minute, das Hauptvideo mit 3 bis 5 Minuten sowie das Video «Lernende erzählen», in welchem die Auszubildenden von ihrem Alltag erzählen und Fragen beantworten. Im Hauptvideo werden unter anderem auch Anforderungen für den Beruf sowie Weiterbildungsmöglichkeiten thematisiert.

Können die Videos Schnupperlehren ersetzen?
Nein. Wir sind davon überzeugt, dass die Videos Schnupperlehren nicht ersetzen sollen und können. Schnupperlehren sind wichtige Wegweiser auf dem Weg zur Lehrstelle, wie wir es vor einigen Jahren auch in unseren eigenen Lehrstellenprozessen erlebt haben. Allerdings sind die Videos dahingehend hilfreich, dass man durch sie innert kurzer Zeit erfahren kann, welche Berufe gefallen und somit eine Schnupperlehre tatsächlich in Frage kommt.

Bei «mychoice.li» handelt es sich um ein riesiges Projekt. Wie schafft ihr es, die ganzen Videodrehs umzusetzen?
Oh ja (lacht). Bislang haben wir, das Projektteam, rund 1700 Stunden in das Projekt «mychoice.li» investiert. Für die Videos konnten wir uns die Unterstützung von Katia Kaiser, einer kreativen Multimedia-Production-Studentin, sichern. Im konzeptionellen Bereich können wir seit der Teilnahme am «Ideenkanal» auf die Hilfe von unserem Mentor Michael Biedermann zählen. «mychoice.li» bietet ein sehr breites und herausforderndes Spektrum an Aufgaben. Wenn ich versuche, die bisherige Projektphase zu beschreiben, fällt mir als Erstes eine Achterbahn ein: viele Ups and Downs. Es ist jedoch einfach toll, was wir in den letzten gut 15 Monaten alles gelernt haben.

Das Erstellen von professionellen Videos ist eine teure Angelegenheit. Wie finanziert ihr das?
Ja, die Produktion von professionellen Videos ist ganz schön teuer. Unsere ersten Videos, welche wir in der Testphase bis zum 30. September überprüfen, sind auf Ebene der Berufsverbände erstellt worden. Das bedeutet, dass beispielsweise das Video «Zimmermann/Zimmerin FZ» durch den Zimmermeisterverband finanziert wurde. Zusammen mit einem Verantwortlichen des jeweiligen Verbandes wurde auch das Drehbuch zum Video erstellt.

Soll es sich irgendwann für euch einmal auszahlen?
Nein, das ist nicht unsere Absicht. Es wäre toll, wenn «mychoice.li» in Zukunft selbsttragend wird und nicht mehr durch Gelder von Partnern oder Sponsoren finanziert wird. Wir haben selbst eine duale Berufsbildung abgeschlossen und wissen um die Herausforderungen in diesem Prozess. Daher möchten wir mit «mychoice.li» ein ansprechendes Informationsmedium schaffen. Zudem bereitet es uns viel Freude, solche umfassenden Projekte umzusetzen und damit den «Entrepreneurial Spirit» auszuleben.

Was sind eure Zukunftsvisionen? Wie soll es mit «mychoice.li» weitergehen?
Aus aktuellem Anlass hoffen wir auf weiterhin zahlreiches Feedback für unsere Prototypen, sowohl von Jugendlichen, aber natürlich auch von Erwachsenen. Durch unseren Stand an «next-step» im SAL haben wir bereits viele Rückmeldungen erhalten. Aber auch durch die tolle Mitarbeit fast aller 3. und 4. Klassen der Ober- sowie Realschulen in Liechtenstein konnten wir umfassendes Feedback generieren. Wenn wir bis zum Ende der Testphase am 30. September ausreichend Feedback erhalten, können wir abschätzen, ob zukünftige Videos anders aufgebaut bzw. gestaltet werden müssen. Wir wären absolut happy, wenn sich «mychoice.li» in absehbarer Zeit sowohl in Liechtenstein als auch in der Region als attraktives Informationsmedium für die Liechtensteiner Lehrberufe etablieren würde. Wir werden auch weiterhin viel Energie und Herzblut in «mychoice.li» stecken und sind gespannt, wie sich unsere Plattform entwickelt. (ne)

 

15. Sep 2015 / 10:50
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