• Leicht bekleidet oder bunt kostümiert: Erlaubt ist, was gefällt.
    Leicht bekleidet oder bunt kostümiert: Erlaubt ist, was gefällt.  (KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ)

900'000 feiern Mega-Party in Zürich

Ein bisschen Karneval, wummernde Beats und beste Party-Stimmung: Rund 900'000 Besucherinnen und Besucher haben am Samstag die 26. Zürcher Street Parade gefeiert - laut, bunt und weitgehend friedlich.
Zürich. 

Auf der zwei Kilometer langen Strecke rund ums Seebecken drängten sich die gut gelaunten Raver, viele von ihnen originell kostümiert. Ob als zuckersüsses Cupcake, pink Flamingo oder mit aufwändiger Ganzkörperbemalung - erlaubt ist, was gefällt. Jedenfalls kamen auch die Schaulustigen auf ihre Kosten. Einige genossen den Mega-Anlass auch in Booten vom Wasser aus.

25 Love Mobiles und acht stationäre Bühnen sorgten für den notwendigen Sound. Die Bässe brachten die Trommelfelle zum Schwingen und Hunderttausende wippten im Takt, tanzten oder genossen es einfach, dabei zu sein. Die Stimmung sei sensationell und "es geht ab wie selten", sagte Mediensprecher Stefan Epli.

Mit 900'000 Techno-Fans war die Party gleich gross wie im vergangenen Jahr. Neue Rekorde aufzustellen, hatten die Veranstalter nicht im Sinn, wie sie bereits im Vorfeld betonten. Ihr Ziel ist vielmehr, dass alle mit Freude dabei sind.

Diebe mit Pfefferspray unterwegs

Nach bisherigen Erkenntnissen ist der Mega-Anlass weitgehend friedlich verlaufen. Die Polizei zeigte Präsenz und kontrollierte die Zufahrtswege, hielt sich sonst jedoch im Hintergrund. Ausserdem sorgte die Zürcher Stadtpolizei für die ersten Luftaufnahmen. Sie twitterte am Mittag Fotos von der Menschenmenge und schrieb: "So seht ihr von oben aus. Gruss aus dem Polizeihelikopter".

In der grossen Menschenmenge nutzten Diebe die Gelegenheit und entrissen ihren Opfern sichtbare Schmuckstücke. Dabei setzten die Täter teilweise Reizstoffe ein, wie die Stadtpolizei am Abend in einer ersten Bilanz mitteilte. Bis 21 Uhr wurden 92 Personen verhaftet, 42 davon wegen Diebstahl- oder Raubdelikten und 26 tatverdächtige Betäubungsmittelhändler.

Wegen der Angriffe mit Pfefferspray mussten sich 16 Personen an den Sanitätsposten die Augen behandeln lassen, wie Schutz & Rettung in einer Zwischenbilanz schreibt. Insgesamt gab es jedoch erheblich weniger Einsätze als im Vorjahr. Bis 20.30 Uhr wurden lediglich 318 Patienten gezählt. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 491.

Vor allem die kühleren Temperaturen wirkten sich positiv aus. So gab es weniger Kreislaufprobleme. Weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Sneakers statt Flip-Flops oder Sandalen trugen, mussten ausserdem weniger Schnittwunden versorgt werden. Häufigster Grund für eine Behandlung war mit 164 Fällen übermässiger Alkohol- und/oder Drogenkonsum.

Feiern bis zum Morgengrauen

Die grösste Techno-Parade der Welt begann um 13 Uhr mit einem Warm-up auf acht Bühnen entlang der Route. Um 14 Uhr rollte das erste Love Mobile im Seefeld los. Zum ersten Mal wurden fünf der fahrbaren Bühnen von internationalen Dance-Labels wie Elrow oder Hyte präsentiert.

Die Street Parade kostet keinen Eintritt und alle DJs treten ohne Gage auf. Zum ersten Mal wird von jedem verkauften Getränk ein Franken in die Umwelt investiert oder kommt lokalen Hilfsorganisationen zugute.

Nach Ende des Umzugs um 22 Uhr geht die Party an den acht Bühnen noch weiter bis Mitternacht. Anschliessend wird in zahlreichen Clubs und in anderen Locations weitergefeiert.

Die SBB verkehrt mit rund 100 Nacht- und Extrazügen. In der Stadt und im Kanton Zürich fahren S-Bahnen, Trams und Busse bis 4 Uhr im Takt. (sda)

12. Aug 2017 / 14:33
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