• Cozy Loft Apartment
    Modernes Loft mit einer offen gestalteten Treppe .  (iStock)

Hoch hinaus – Faszination Treppe

Bereits seit tausenden Jahren werden Stufen und Treppen genutzt, um einen Höhenunterschied zu überwinden. Entweder in Stein gehauen oder mit unterschiedlichen Materialien gefertigt, zeugen noch heute unzählige Treppenfragmente von längst vergangenen Zeiten. Am Prinzip hat sich kaum etwas geändert – Treppen finden sich auch heute noch in Gebäuden ebenso wie in der freien Natur und stellen das Verbindungsglied zwischen verschiedenen Ebenen dar. Sie sind aber schon lange nicht mehr nur ein Mittel zum Zweck, sondern vielmehr auch ein Eyecatcher, und für einige eine sportliche Herausforderung.
Vaduz. 

Der Trend beim Hausbau geht ganz klar in Richtung offene Wohnräume, ohne viele Wände oder ver-
steckte Ecken. Als raumtrennende Elemente werden dafür andere Mittel genutzt, wie beispielsweise Möbel, Regale oder eben Treppen. Freistehend im Raum erfüllen die Treppen gleich eine zusätzliche Anforderung – sie werden zum Hingucker und Highlight. Durch die freie Materialienwahl können sie hervorstechen oder mit dem restlichen Raum verschmelzen. Besonders im Trend liegen Treppen aus Metall oder Holz in Wohnräumen. Eine ganz besondere Optik haben Stufen aus Glas, im besten Fall mit einer eigenen Beleuchtung für den gewissen Atmosphärekick. 

Während das Aussehen von Treppen und die Materialien relativ frei gestaltet werden können, sollten die Architekten bei der Konzeption der Stufentiefe und Tritthöhe keine Experimente wagen. Bereits im 17. Jahrhundert hat der französische Architekt François Blondel die perfekte Formel für Treppen entwickelt, die verhindern soll, dass Personen stolpern und sich verletzten. Die Formel schreibt eine Stufenhöhe von 34 Zentimetern und eine Auftrittsfläche von 29 Zentimetern vor. Jeder Zentimeter, der bei einem der beiden Elemente abgezogen wird, muss beim anderen hinzugefügt werden und umgekehrt. Und nach dieser Formel werden auch in der heutigen Zeit noch moderne Stufen konzipiert. 

Geländer tragen zur Sicherheit beiTreppensteigen stellt in den meisten Fällen keine Herausforderung dar – schliesslich ist es jeder gewohnt und das Treppensteigen wird tagtäglich praktiziert. Dennoch sind Treppengeländer ein wichtiger Bestandteil und immer vorhanden. Zum einen, um Personen Halt zu geben, die vielleicht nicht so sicher auf den Treppen sind. Zum anderen aber auch deshalb, weil sie eine psychologische Sicherheit bieten. Sie trennen die Stufen vom «Abgrund» ab und machen die Treppen zu einem geschlossenen Element. Wer schon einmal eine Treppe ohne Geländer genutzt hat, kennt vielleicht das Gefühl, dass einfach irgendetwas fehlt. Ein Geländer festigt zudem die Gewissheit, dass falls es einmal notwendig ist, Halt gefunden werden kann. 

Perfekte Stellfläche oder Stauraum
Damit die Fläche unter freistehenden Treppen nicht ungenutzt bleibt oder sich jemand aus Versehen den Kopf stösst, kann der Platz effektiv genutzt werden. Regale oder Schränke bieten zusätzlichen Stauraum und können als raumtrennende Elemente eingesetzt werden. Für einen optischen Wow-Effekt können die Möbel auch perfekt angepasst werden und stechen so nicht hervor, sondern verschmelzen mit der Treppe zu einer kompakten Einheit. Auch Blumen oder Aquarien finden hier den idealen Ort und ausserdem kann auch eine kleine Sitzecke eingerichtet werden. So geht kein Platz verloren und der Raum wird optisch aufgewertet. 

Fitness im Treppenhaus
Neben der Nützlichkeit können Treppen einen sportlichen Nebeneffekt bieten – wer die Treppe statt den Aufzug nimmt, bleibt fit. Beim Treppensteigen werden etliche Muskeln beansprucht und der Kreislauf aktiviert. Wer konsequent auf den Lift verzichtet und stattdessen läuft, kann seinen Alltag so mit etwas Sport würzen und einige Kalorien verbrennen. Experten warnen aber davor, zu viele Stockwerke zu Fuss zu überwinden. Denn beim Treppensteigen lastet auch viel Gewicht auf einigen wenigen Körperpartien, wie beispielsweise auf den Kniescheiben. Wer bereits Probleme mit den Knien hat oder beim Treppensteigen schnell Schmerzen verspürt, sollte sich zurückhalten und vielleicht doch besser den Aufzug nutzen.

Für einige ist Treppensteigen bereits zu einem Sport geworden. So werden in regelmässigen Abständen auf der ganzen Welt Treppenlaufevents veranstaltet. Einer der bekanntesten ist der Empire State Building Run-Up in New York. 1576 Stufen führen ans Ziel, dabei legen die Sportler mehr als 300 Höhenmeter zurück und erreichen im besten Fall das Ziel im 86. Stockwerk. Ein Event für jedermann ist das Rennen sicherlich nicht. Wer mitmachen möchte, muss gut trainiert sein und starken Willen zeigen. Viele bleiben im Treppenhaus zurück und können das Rennen gar nicht beenden. Es geht jedoch noch grösser und länger – viel länger. Die Niesenbahn im Berner Oberland ist eine Standseilbahn, die in etwas unter 30 Minuten auf den Niesen hinauffährt. Neben der Bahnlinie verläuft eine gigantische Treppe, die in der Regel für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Einmal im Jahr findet dort der Niesenlauf statt – eine Herausforderung, die es wirklich in sich hat. 11674 Stufen und eine Gesamtlänge von etwa 3,5 Kilometer gilt es zu überwinden, die Steigung beträgt beinahe 70 Prozent. Mit diesen Werten hat es die Treppe beim Niesen auch ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft und bleibt für viele das Leben lang eine unüberwindbare Herausforderung. 
Treppen sind somit längst nicht mehr ein Mittel zum Zweck, sondern Attraktionen und in einige Fällen auch Wahrzeichen, wie beispielsweise die Spanische Treppe in Rom. (lat)

04. Sep 2018 / 07:26
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