• Novak Djokovic hatte auf dem Weg in die Halbfinals am US Open mehr mit den klimatischen Bedingungen als mit den Gegnern zu kämpfen
    Novak Djokovic hatte auf dem Weg in die Halbfinals am US Open mehr mit den klimatischen Bedingungen als mit den Gegnern zu kämpfen  (KEYSTONE/AP/FRANK FRANKLIN II)

Ein illustres Quartett

Rafael Nadal gegen Juan Martin Del Potro und Novak Djokovic gegen Kei Nishikori heissen die Halbfinals am US Open in New York. Das Finalwochenende verspricht Spannung, Leiden und Dramatik.
Tennis. 

Der ewige Kämpfer

Rafael Nadal (32/ESP/ATP 1): "In einem Fünfsatzmatch hat man mehrere Leben", sagte Roger Federer nach seiner Niederlage gegen John Millman. Der Satz trifft am US Open insbesondere auf Nadal zu. Der Titelverteidiger hatte auf dem Weg in seinen 29. Grand-Slam-Halbfinal zu Leiden: bei den Viersatzsiegen gegen Karen Chatschanow und Nikolos Basilaschwili, vor allem aber im Viertelfinal gegen Dominic Thiem, gegen den er kurz vor dem Ende des epischen Thrillers im Tiebreak des fünften Satzes nur zwei Punkte vom Ausscheiden entfernt war.

Trotz Problemen mit dem Knie, trotz Hitze und hoher Feuchtigkeit und trotz starken Gegnern fand Nadal einen Weg durch alle Krisen - dank Klasse, Moral und Kampfgeist. Der 17-fache Grand-Slam-Sieger ist der konstanteste Spieler der letzten zwei Jahre, 2018 verlor er erst drei Partien. Zum vierten Mal an den letzten fünf Major-Turnieren trifft er nun auf Del Potro, wobei der Spanier alle drei Duelle gewann, das letzte in Wimbledon im fünften Satz - nach knapp fünf Stunden.

Der Publikumsliebling

Juan Martin Del Potro (29/ARG/ATP 3): Der Argentinier macht keinen Hehl daraus: Das US Open ist sein Lieblingsturnier, seit er 2009 mit seinen brachialen Grundlinienschlägen die Tennis-Welt verzückte und im Final gegen Federer seinen bislang einzigen Grand-Slam-Titel feierte. Die Liebe ist gegenseitig, der 29-Jährige aus Tandil steht in der Gunst des New Yorker Publikums ganz oben.

Nach persönlichen Krisen und mehreren Operationen am Handgelenk hat Del Potros Karriere in den letzten zwei Jahren wieder richtig Fahrt aufgenommen. Mit Platz 3 erreichte er im August das höchste ATP-Ranking seiner Karriere, in Flushing Meadows hinterliess er bislang den überzeugendsten Eindruck. In der Neuauflage des letztjährigen Halbfinals fordert er wie in Paris und Wimbledon Nadal. "Es könnte wieder ein grosser Kampf werden", prophezeite Del Potro.

Der Favorit

Novak Djokovic (31/SRB/ATP 6): Bei seiner elften Teilnahme in Folge am US Open - 2017 fehlte er wegen einer Verletzung - erreichte Djokovic zum elften Mal die Runde der letzten vier. Nur Jimmy Connors (14) stand in Flushing Meadows in mehr Halbfinals als der Serbe, der sieben Mal den Final erreichte, das Turnier aber nur 2011 und 2015 gewann. Seine sportlichen und gesundheitlichen Probleme hat Djokovic überwunden, von den letzten 21 Partien gewann er deren 20, in Wimbledon holte er seinen 13. Grand-Slam-Titel, in Cincinnati komplettierte er sein Masters-1000-Palmares.

In New York machten dem Serben bislang weniger die Gegner als die klimatischen Bedingungen zu schaffen. Gegen Marton Fucsovics und João Sousa beanspruchte er medizinische Hilfe, und auch beim 6:3, 6:4, 6:4 im Viertelfinal gegen John Millman hatte die Nummer 6 der Welt zu kämpfen. "Es ist das härteste US Open der letzten zehn Jahre", sagte Djokovic. "Auf dem Platz gibt es keine Luftzirkulation. Es fühlt sich an, als wärst du in einer Sauna." Dass die Temperaturen am Wochenende sinken, ist für ihn kein Nachteil.

Der Aussenseiter

Kei Nishikori (28/JPN/ATP 19): Als einziger der Halbfinalisten hat Nishikori das US Open noch nie gewonnen. 2014 verlor er in New York seinen einzigen Major-Final gegen den diesjährigen Viertelfinal-Gegner Marin Cilic in drei Sätzen, nachdem er im Halbfinal Djokovic ausgeschaltet hatte. "Er ist einer der schnellsten, wenn nicht der schnellste Spieler auf der Tour", sagte Djokovic über seinen Gegner. "Zudem verfügt er über eine phänomenale Beinarbeit."

Seit seiner Jugend trainiert Nishikori in Florida, in seiner Heimat ist er ein Star. Mit einem geschätzten Jahressalär von rund 34 Millionen Franken ist der Japaner, der die selbe Kleidermarke wie Federer trägt, laut dem US-Magazin "Forbes" die Nummer 35 der bestbezahlten Sportler weltweit; hinter Federer (77 Mio) und Nadal (41 Mio), aber noch vor Djokovic (23 Mio). "Als grosses Kind" bezeichnete Naomi Osaka ihren Kollegen. "Er mag Games und solches Zeugs und ist ziemlich ähnlich wie ich." Dank Osaka und Nishikori erreichten erstmals in der Open Era eine Japanerin und ein Japaner am selben Grand-Slam-Turnier die Halbfinals. (sda)

07. Sep 2018 / 11:00
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