• Uli Forte hat bis zuletzt an seine Mannschaft geglaubt
    Uli Forte hat bis zuletzt an seine Mannschaft geglaubt  (KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

"Unglaublich, unglaublich", sagt der Trainer

Vom 1:3 zum 4:3 in den letzten zehn Minuten. Eine solche Wende ist für FCZ-Trainer Uli Forte neu. Für den Kollegen Marc Schneider von Thun ist es die Wiederkehr einer leidvollen Erfahrung.
Fussball. 

Jetzt weiss Uli Forte aus eigener Erfahrung und mit der Sicht vom Spielfeldrand, welch dramatische Wendungen ein Cupspiel in der Stadt Zürich nehmen kann. Als die Grasshoppers - es war im März 2004 - in der Schlacht zum Hardturm im Halbfinal den FCZ in der Verlängerung 6:5 niederrangen, hatte Forte noch anderes zu tun. Er war Spielertrainer in der Mannschaft von Red Star Zürich, die sich im Mittelfeld der Gruppe 2 der 1. Liga tummelte. Forte spielte damals gegen GC und den FCZ. Aber die Mannschaften hiessen Grasshoppers U21 und Zürich U21.

Jetzt hat Uli Forte also einen so turbulenten Match in seiner Vita. Die ersten Worte oder Wörter, die er an der Medienkonferenz hervorbrachte, waren: "Unglaublich, unglaublich."

In der Analyse war der Italo-Zürcher ruhig und sachlich. "Unsere erste Halbzeit war schlecht. Wir waren lethargisch und träg. Dass Thun mit zwei Toren führte, war berechtigt. In der zweiten Halbzeit spielten wir dann so, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hatte." Forte erwähnte im Speziellen die Einwechslung von Adrian Winter, die der Offensive gut getan habe. "Nach dem 1:3 hoffte ich, dass uns wieder das Anschlusstor gelingen würde. Dann hätten wir am Schluss alles nach vorne werfen können." Genau so kam es heraus. Forte verhehlte aber nicht: "Natürlich war dies für uns ein glücklicher Sieg."

Selbsthilfegruppe FCZ

In der Pause wurde es, wie Forte berichtete, in der FCZ-Garderobe laut, noch bevor Forte selber überhaupt in der Kabine war. Forte schrie die Spieler also nicht an, die Spieler sagten sich untereinander deutsch und deutlich die Meinung. Wie der nicht alltägliche Meinungsaustausch wirkte, wurde nach der Pause auf dem Platz ersichtlich. In der Mannschaft des FCZ ist Leben - im wahrsten Sinne des Wortes.

Marc Schneiders bitteres Déjà-vu

Thuns Trainer Marc Schneider ist ein gebranntes Kind. Beim besagten 6:5 für die Grasshoppers vor mehr als 13 Jahren spielte er in der Innenverteidigung des FCZ. Genau wie Thun am Mittwoch führte seine Mannschaft damals nach 83 Minuten ebenfalls klar (5:2). Die drei Tore des Gegners führten zur Verlängerung, diesmal bedeuteten sie noch in der regulären Spielzeit die Entscheidung.

Marc Schneider, der jetzt also auch als Trainer auf der falschen Seite stand, konnte nicht umhin, einen Bezug herzustellen zwischen den beiden Spielen, die unvergesslich bleiben werden: "Es kommt mir alles irgendwie bekannt vor. Der Unterschied ist nur, dass ich damals auf der andern Seite war, beim FCZ."

Schneider hatte keinen Grund, seinen Spielern für das Einbrechen in den letzten zehn Minuten einen Vorwurf zu machen. Er weiss zu gut, dass seine Leute in diesen Wochen viel Kraft brauchen. Die zahlreichen Verletzungen machen das Kader so klein, dass Schneider kaum noch die Möglichkeit hat, sinnvolle Wechsel vorzunehmen. Im Match gegen Zürich tauschte er nur einen Spieler aus.

Der unterlegene Trainer strich das Positive heraus: "Wir haben eine perfekte erste Halbzeit gespielt. Es ist klar, dass Zürich danach stark aufkam, aber auch in der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft viel von dem umgesetzt, was ich verlangt und erwartet hatte. Dass es dann so herauskommt, ist bitter für die Mannschaft. Die Spieler haben viel aus den Möglichkeiten gemacht, die wir im Moment haben."

Marc Schneider schaute schon kurz nach dem Spiel voraus: "Wir wollen rasch wieder aufstehen, denn es geht sofort weiter. Am Sonntag spielen wir das Derby." (sda)

30. Nov 2017 / 01:07
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