• S 18
    v.l. Marc Mächler Regierungsrat Kanton St.Gallen; Thomas Ammann, Nationalrat; Reto Friedauer, Präsident Verein Agglomeration Rheintal; Jürg Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen ASTRA; Karlheinz Rüdisser, Vorarlberger Landesstatthalter und Günter Fritz, ASFINAG Projektleiter. Foto: pd.

Autobahnplanung S18 geht in die nächste Phase

Zwischen der Schweiz und Österreich fehlt eine Autobahnverbindung. Jetzt wird die Planung konkret: Während die Trassenführung in der Schweiz weitgehend klar ist, gibt es für die anspruchsvolle Strecke in Österreich noch zwei Varianten. Jetzt beginnt der Auswahlprozess.
Rheintal/Vorarlberg. 

Die S18 Bodensee-Schnellstrasse wird die Schweizer N1 ab St. Margrethen mit der A14 in Österreich bei Höchst verbinden. Die Entscheidung für eine der beiden je rund acht Kilometer langen Strecken auf österreichischer Seite ist aufwendig. Denn es werden Kriterien des Umweltschutzes, der Bautechnik sowie der Wirtschaftlichkeit abgewogen. «Die S18 wird in einem hinsichtlich Umweltschutz und Artenvielfalt sensiblen Gebiet entstehen», sagt Günter Fritz, Projektleiter bei der ASFINAG. «Im Idealfall kann die Entscheidung bis 2020 getroffen werden.»

Bevölkerung und Verkehr nehmen zu
In der Grenzregion Rheintal leben auf beiden Seiten des Rheins rund 240’000 Menschen. Die Bevölkerung wächst stetig. Und mit ihr der Verkehr. Die Umsetzung der Autobahnverbindung der beiden Länder soll deshalb so rasch wie möglich vorangetrieben werden. «In unserer Region Rheintal hat der motorisierte Individualverkehr aufgrund der Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung stark zugenommen. Es ist mehr als an der Zeit, dass Taten folgen um die Wohngebiete zu entlasten und die Stauzeiten an den Grenzübergängen zu verkürzen», fordert Thomas Ammann, Präsident des Vereins St.Galler Rheintal und Mitglied der nationalrätlichen Verkehrskomission.

Ganzheitliche Betrachtung
Das Land Vorarlberg, der Kanton St. Gallen, die Österreichische Autobahnen- und Schnellstrassen Finanzierungs- Aktiengesellschaft (ASFINAG) und andere Beteiligte hatten in einem Planungsprozess zahlreiche Alternativen und Konzepte untersucht. Maßgeblich war der Prozess «Mobil im Rheintal». Bei diesem wurden der öffentliche und der individuelle Verkehr im Einklang mit den Interessen der Umwelt und den Anwohnern untersucht. «Die Verbindung wird die Lebensqualität Tausender Menschen in Vorarlberg und St. Gallen wesentlich verbessern», sagt der Vorarlberger Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser. «Die Bevölkerung fordert zu Recht eine Entlastung, die in diesem Ausmaß nur mit einer hochrangigen Verbindung erzielt werden kann. Gleichzeitig setzen wir ergänzende Maßnahmen im grenzüberschreitenden Güterverkehr, die bereits frühzeitig Wirkung entfalten», hält Rüdisser fest. Er verweist auf die Zollvorabfertigung in Wolfurt und die Auffächerung des LKW-Verkehrs auf verschiedene Grenzzollstellen.

Vorbereitungen abgeschlossen
In den letzten Jahren konnten wichtige Etappen des Großprojekts erfolgreich abgeschlossen werden. Nach dem positiven Abschluss der Strategischen Prüfung Verkehr (SP-V) Ende 2016 erfolgte im Januar 2017 die Wiederaufnahme der S18 in das Bundesstraßengesetz durch Beschluss des österreichischen Nationalrats. Mit diesem gesetzlichen Auftrag ausgestattet, arbeitet die ASFINAG seitdem mit Nachdruck an der Erstellung des Vorprojekts. Auf dieser Grundlage sollen 2020 die Trassenentscheidung fallen und anschließend die behördlichen Verfahren eingeleitet werden. Auf Schweizer Seite sind die Vorbereitungen soweit bereits abgeschlossen. Dies zeigt Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamt für Strassen (ASTRA) auf: «Wir sind bereit. Die Verbindung zwischen dem Anschluss St.Margrethen und der Grenze bei Höchst können mit den notwendigen Anlagen erstellt werden. Zudem werden wir auch die gemeinsame Zollanlage realisieren.» Das entsprechende Areal dafür ist auf Schweizer Seite bereits ausgeschieden und der Auftrag für die Erarbeitung des generellen Projekts ist erteilt.

Netzstrategie Mittleres Rheintal
Nebst der verkehrswirksamen Verbindung zwischen den beiden Rheintalautobahnen im Raum St.Margrethen-Höchst, werden auch im Mittleren Rheintal grenzüberschreitende Verkehrslösungen gesucht. Daran arbeiten der Kanton St.Gallen, das Land Vorarlberg und die Ortschaften Diepoldsau, Hohenems, Altach, Mäder und Kriessern. «Die Arbeiten für dieses Projekt sollen nun ins Agglomerationsprogramm Rheintal überführt und dort vertieft diskutiert und finalisiert werden», erklärt der St.Galler Regierungsrat und Baudirektor Marc Mächler anlässlich der gemeinsamen Medienorientierung am Rande der Agglokonferenz in Widnau. Reto Friedauer, Präsident des Vereins Agglomeration Rheintal, liegt viel daran, die überlasteten Strassen im Siedlungsraum gezielt vom Verkehr zu entlasten: «Auf diese Weise schaffen wir die nötigen Freiräume für den angestrebten Ausbau des öffentlichen Busverkehrs und des Langsamverkehrs. Diesen gilt es mit einem guten Bahnangebot zu kombinieren. Und dies über die Landesgrenze hinweg.»

Alle ziehen am selben Strick
Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamt für Strassen ASTRA, ist überzeugt, dass die Projekte zu einem guten Abschluss kommen: «Schon bei der Zollbrücke in St.Margrethen, die wir im vergangenen Dezember einweihen konnten, haben wir bestens zusammen gearbeitet. Diese Zuversicht freut den St.Galler Regierungsrat Marc Mächler: «Ich danke der Republik Österreich, respektive der ASFINAG und dem Astra, dass die Arbeiten für die Autobahnverbindung nun vorangetrieben werden. Endlich kommt hier nach Jahrzehnten Bewegung in diese notwendige Verbindung zwischen Österreich und der Schweiz.“ Auch Landesstatthalter Rüdisser betont: «Die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit seit Beginn des Planungsprozesses werte ich als große Stärke der Region.»


Informationen über Hintergründe des Agglomerationsprogramms sowie die Projekte
können unter folgendem Link eingesehen werden: www.agglomeration-rheintal.org
Bildlegende: Informierten anlässlich der Agglokonferenz in Widnau gemeinsam über
den Stand der grenzüberschreitenden Autobahnverbindung: Marc Mächler (v.l.),
Regierungsrat Kanton St.Gallen, Thomas Ammann, Nationalrat und Präsident Verein
St.Galler Rheintal, Reto Friedauer, Präsident Verein Agglomeration Rheintal, Jürg
Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen ASTRA, Karlheinz Rüdisser,
Vorarlberger Landesstatthalter und Günter Fritz, ASFINAG Projektleiter. Foto: pd.

26. Jan 2018 / 14:10
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