• Zu den am häufigsten illegal importierten Arzneimitteln gehören gemäss Swissmedic nach wie vor Erektionsförderer. (Symbolbild)
    Zu den am häufigsten illegal importierten Arzneimitteln gehören gemäss Swissmedic nach wie vor Erektionsförderer. (Symbolbild)  (KEYSTONE/AP pfizer/William Vazquez)

Illegale Potenzmittel stark gefragt

An der Schweizer Grenze sind letztes Jahr 1060 Sendungen mit gefälschten Potenzpillen und anderen illegalen Arzneimitteln sichergestellt worden. Swissmedic warnt einmal mehr vor den Gefahren solcher Substanzen.
Bern. 

Nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen haben die illegalen Medikamentenimporte wieder leicht zugenommen, wie die Heilmittelbehörde Swissmedic am Freitag mitteilte. 2016 waren 1028 Sendungen beschlagnahmt worden, ein Sechstel weniger als 2014.

Erektionsförderer machen nach wie über die Hälfte (59 Prozent) der illegalen Importe aus. Darauf folgen gemäss Swissmedic Medikamente mit Abhängigkeitspotential wie Psychopharmaka, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie andere medizinisch wichtige Präparate.

Mit einem Anteil von rund 45 Prozent stammten auch 2017 die meisten illegalen Sendungen aus Indien. Auch Singapur und Deutschland gehörten zu den wichtigsten Absender-Standorten. Besonders zugenommen haben Lieferungen aus Osteuropa, insbesondere solche aus Polen (+40 Prozent).

Zu den beschlagnahmten Produkten gehören viele medizinisch wichtige, verschärft rezeptpflichtige Medikamente, darunter Antibiotika, das starke Schmerzmittel Tramadol oder Präparate gegen Akne. Swissmedic bezeichnet die eigenmächtige Einfuhr solcher rezeptpflichtiger Arzneimittel als "gesundheitlich äusserst bedenklich".

Spitze des Eisbergs

Die vom Schweizer Zoll beschlagnahmten Pakete stellen nur einen Bruchteil der gesetzwidrig eingeführten Heilmittel dar. Swissmedic geht davon aus, dass von geschätzten 40'000 Sendungen pro Jahr etwa die Hälfte illegal in die Schweiz kommt.

Medikamentenimporte sind an sich nicht ungesetzlich. Eine Privatperson darf für sich Produkte in der Grössenordnung eines Monatsbedarfs einführen. Die Behörden warnen aber vor Internetshops, die oft für "Originalpräparate zu günstigen Preisen" werben, aber nicht selten von kriminellen Organisationen kontrolliert werden.

Geliefert würden Arzneimittel mit schweren Qualitätsmängeln, gefälschte Arzneimittel, die zu hoch oder zu niedrig dosierte, falsche, nicht deklarierte oder gar keine Wirkstoffe enthielten, schreibt Swissmedic. Wer solche Angebote nutze, riskiere nicht nur Gesundheitsschäden, sondern auch Kosten und in gravierenden Fällen ein Strafverfahren. (sda)

09. Feb 2018 / 11:15
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