• Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya in einem Flüchtlingscamp in Bangladesch (Archiv)
    Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya in einem Flüchtlingscamp in Bangladesch (Archiv)  (Keystone/AP/MANISH SWARUP)

Uno: Gewalt gegen Rohingya hält an

Ein Uno-Vertreter hat Myanmar eine anhaltende "ethnische Säuberung" gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vorgeworfen. "Die ethnische Säuberung gegen Rohingya aus Myanmar geht weiter", erklärte der Uno-Vizegeneralsekretär für Menschenrechte, Andrew Gilmour.
Rangun. 

Zuvor hatte er Flüchtlingslager in der Stadt Cox's Bazar in Bangladesch besucht. Inzwischen werde versucht, die Rohingya auszuhungern und somit aus Myanmar zu vertreiben. "Die Art der Gewalt hat sich verändert, vom wilden Blutvergiessen und von den Massenvergewaltigungen im vergangenen Jahr zu einer Kampagne von niedrigerer Intensität des Terrors und des Aushungerns."

Eine sichere, würdevolle und nachhaltige Rückkehr geflohener Rohingya aus Bangladesch sei unter den derzeitigen Umständen "unmöglich" und "unvorstellbar", bekräftigte Gilmour. "Die Regierung von Myanmar erzählt der Welt, dass sie bereit ist, Rohingya-Rückkehrer zu empfangen, während ihre Truppen sie (die Rohingya) weiterhin nach Bangladesch treibt."

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte tötete. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet. Rund 700'000 Angehörige der Minderheit sind seit August nach Bangladesch geflohen.

Bangladesch und Myanmar hatten sich Mitte Januar darauf verständigt, die Flüchtlinge innerhalb der nächsten zwei Jahre zurückzuführen. Die Regierung Myanmars hatte zuletzt erklärt, Gebiete für die Rückkehr von Flüchtlingen vorzubereiten. In Myanmar wurden Flüchtlingslager eingerichtet. Die Menschen sollten aber in ihre Heimatorte zurückkehren, erklärte die Regierung. (sda/reu/afp)

06. Mär 2018 / 09:54
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2 KOMMENTARE
Diesen...
Konflikt gibt es nicht erst seit 2017, wo man auf einmal ein Herz für die muslimischen Rohingya entdeckt hat.
Schon von 1974 bis 1982 operierte dort die islamistische Rohingya Patriotic Front, von 1986 bis 1998 deren Nachfolgeorganisation Arakan Rohingya Islamic Front, danach bis 2002 die Rohingya National Army, die alle einen islamischen Staat anstrebten. Seither sind es verschiedene kleinere Gruppen, die immer wieder losschlagen. Die Unruhen 2012 begannen, als nach der Massenvergewaltigung einer Buddhistin durch Rohingya ein buddhistischer Mob etliche Rohingya lynchte und daraufhin ein Rohingya-Mob Buddhisten tötete.
Die letzten Unruhen begannen am 25. August 2017. Dabei kamen bei einem Angriff durch muslimische "Rebellen" auf mehrere Polizeiposten 71 Menschen ums Leben.
Die Gruppe Arakan Rohingya Valvation Army wurde laut einem Bericht der International Crisis Group (ICG) 2016 von Rohingya im Exil in KSA gegründet.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.03.2018 Antworten Melden
Teil 2
Als Führer gilt Attullah Abu Amar Jununi, ein in Pakistan geborener Rohingya, der in Mekka aufwuchs. Hinzu kommt ein Komitee aus etwa zwanzig weiteren emigrierten Rohingya. Laut ICG könnten Jununi und andere Mitglieder eine militärische Ausbildung in Pakistan und und Afghanistan erhalten haben. Vermutlich finanziert von Spendern in KSA.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.03.2018 Antworten Melden

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