• 20170422 Proben fürs Sagenfest
    Andy Konrad (links) fordert von seinen Schützlingen volle Konzentration. Hier bei einer Probe zum Sagenfest 2017.  (Nils Vollmar)

Triesenberger Talenteschmiede

Seit mehreren Jahren kümmert sich Andy Konrad um den heimischen Schauspielnachwuchs - einerseits mit Rollen beim Sagenfest, andererseits in seinem Kleintheater K-Bum. Dabei hat er bereits einige Entdeckungen gemacht.
Triesenberg. 

Bei einer Recherche zum Kulturprogramm in Triesenberg trifft man immer wieder auf einen Namen: Andy Konrad. 2013 organisierte er erstmals einen Krimischmaus, bei dem er fünf Jahre lang mit Schauspielern jeweils ein für die Besucher spannendes Abendprogramm einstudierte. Ein Jahr später hat er das Sagenfest in Triesenberg ins Leben gerufen und seither jedes Jahr mit mehreren Laienschauspielern alte Liechtensteiner Sagen zu neuem Leben erweckt. Seit Dezember 2015 besitzt der Schauspieler, Regisseur und Produzent sein eigenes Kleintheater: das K-Bum in Malbun. Dort studiert er jeden Winter mit professionellen wie auch Laienschauspielern zwei Märchen ein, die während einer Woche über die Wintersaison gezeigt werden. Im Sommer gibt es Puppenspieler und dazwischen auch mehrere Konzerte von lokalen Bands. So hat sich die «Klein-Bühnen-Unterhaltung Malbun» mittlerweile zu einem fixen Kulturtreffpunkt im Alpengebiet entwickelt.

Wert von kleinen Details
Die verschiedenen Projekte bringen immer wieder neue talentierte Schauspieler zum Vorschein, die Andy Konrad bewusst fördert. «Als ich jung war, gab es das FC- und das Feuerwehrtheater in Triesenberg und das war's», sagt Konrad. Da er selbst ein Schauspielstudium absolvierte und weiss, dass es für viele nicht einfach ist, nach dem Abschluss Rollen zu finden, möchte er jungen Studienabgängern in seinem Kleintheater Auftrittsmöglichkeiten bieten. «Ich sehe das K-Bum als Plattform für junge Schauspieler; als Talenteschmiede, wo sie sich unter professionellenBedingungen weiterentwickeln können», so der Produzent. Doch auch die Laiendarsteller liegen ihm am Herzen: «Beim Proben gehen wir auf kleine Details und Sachen ein. Und sie sehen plötzlich, wie interessant schauspielern ist, wenn genau gearbeitet wird.» Den jüngeren Darstellern sage er jedes Mal, dass er nicht zu proben beginne, wenn sie den Text nicht können. Sie müssen sich auch aufschreiben, was besprochen oder korrigiert wurde. Bei seinen Kindertheatern im Winter bringt er jeweils die Profis mit den Laien zusammen. «Diese Mischung macht es aus», ist Konrad überzeugt.

Einige Entdeckungen gemacht
Dass viele seiner Nachwuchstalente aus Triesenberg stammen, hat gemäss Andy Konrad damit zu tun, dass seine Schützlinge von ihren Erfahrungen weiter- erzählen. In den letzten Jahren seien mehrere Personen auf ihn zugekommen und sagten ihm, dass sie gerne einmal mit ihm arbeiten würden. Darunter war auch sein ehemaliger Primarlehrer Kurt Hasler, der nach dem Besuch des Krimischmauses um eine Rolle anfragte. Kurzerhand gab ihm Andy Konrad im nächsten Winter die Rolle des Müllers, welche er «super umsetzte». Die Beliebtheit von Andys Rollen liegt mitunter auch daran, dass der junge Regisseur moderne Inszenierungen macht und alte Sagen oder Märchen neu interpretiert. «Ich bin kein Theatermensch der alten Schule. Ich will coole und spannende Figuren haben», so Konrad. In den vergangenen Jahren hat Andy Konrad auch einige Talente entdeckt: «Eine ganz grosse Entdeckung war Giulia Haas, die letzten Winterdie Hauptrolle des Aschenputtels spielte.» Vor zehn Jahren hat sie bei ihm an einen Workshop im Gymnasium teilgenommen und sich danach zur Musicaldarstellerin ausgebildet. «Sie hatte während ihrer Ausbildung nichts mit Schauspiel zu tun undbrachte trotzdem alles eins-zueins rüber», so der Regisseur voller Stolz. Auch bei den Laien gibt es viele, die ihn überzeugten. So zum Beispiel Madlen Schädler, die nach ihrem ersten gelungenen Engagement beim Sagenfest das Jahr darauf einen eigenen Monolog erhielt. «Sie spielte die Figur genau so, wie ich sie wollte.» Auch der erst 16-jährige Noah Schädler entwickle sich gut.«Für sein Alter ist er sehr weit. Bereits mit 14 Jahren hat er sein erstes Soloprogramm als bravourös gespielt», so Konrad.

Neuer Film und «Kumeedi-Schmaus»
In seiner Laufbahn hat der 37-jährige Allrounderschon mehrere Projekte angerissen und auch umgesetzt. Vier Jahre kümmerte sich Andy Konrad um den Eisplatz in Malbun und stellte fest, dass das Berggebiet auch im kulturellen Sinne durchaus Potenzial hat. 2014 führte er das ehemalige Gasthaus Steg als Begegnungsstätte, bevor er ein Jahr später am 26. Dezember 2015 seine eigene Kleinbühne, das K-Bum eröffnete. 2014 produzierte der Schauspieler den Kurzfilm «Die Tobelhockerin», in dem er selbst mitspielte. «Dort habe ich sechs verschiedene Funktionen eingenommen und bin schnell an meine Grenzen gestossen», so Konrad. Aus den Fehlern, die er bei dem Film gemacht hat, habe er viel gelernt. Und schon 2019 möchte er einen neuen Film drehen, «aber nur, wenn wir genug Gelder zusammen bringen». Doch zuerst konzentriert sich Konrad auf den «Kumeedi-Schmaus», der im Herbst zum ersten Mal in Triesenberg stattfinden soll. Gemäss dem Motto «bodenständig lustig» studiert der umtriebige «Bärger» mit mehreren Laienschauspielern drei verschiedene Kurztheater ein, die zu einem Drei-Gang-Menu der «Bärger Wucha» serviert werden. (mk)

 
23. Aug 2018 / 17:49
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