• Wicca's Nadja Beck-Nigg
    Nadja Beck-Nigg produziert Sagen-Liköre.  (Daniel Gassner)

«S’Chrüüterwiib vam Triesabärg»

Im Jahr 2016 hat die Erfolgsgeschichte von «Wicca’s» begonnen. Hinter den im wahrsten Sinne des Wortes «sagenhaften» Likören steckt die in Triesenberg wohnhafte Nadja Beck-Nigg. Sie verbindet Genuss, Gesundheitsbewusstsein und Tradition.

Nein, eine «Hexe» ist sie nun wirklich nicht, diese Nadja Beck-Nigg, die mit «Wicca’s» – übersetzt Hexer – bekannt geworden ist. Dennoch begleitet der Name sie, allerdings eher unbewusst, schon sehr lange durch ihr Leben. Es war ein Buch, dem sie zu verdanken hat, dass sie heute ist, wer sie ist. Es waren Zeilen, die ihr durch eine schwere Zeit geholfen haben. Buchstaben, mit denen sie heute noch eng verbunden ist. Wicca – 5 Buchstaben, die ihr auf ihrem Lebensweg mehr oder weniger immer zufällig begegnet sind. Auch, als die gelernte Coiffeuse gemerkt hat, dass da noch mehr in ihr ist. Lieber Naturprodukte als die Chemiekeule – ganz unter diesem Motto stand bereits ihre Diplomarbeit. Und nach diesem Motto arbeitet sie auch nicht mehr nur im Coiffeurgeschäft, sondern sammelt Kräuter und Beeren in den heimischen Wiesen und Wäldern und verarbeitet diese zu leckeren, süssen und herben Likören. Alles handgemacht, von der Ernte über das Weiterverarbeiten bis zur Etikettierung. Und vor allem: Alles selber beigebracht.

Genuss verbunden mit Tradition

Aus einem Hobby und einem besonderen Interesse für die Natur, ist, verbunden mit der Leidenschaft für die Heimat und ihre Geschichte, die Idee und daraus eine Unternehmung entstanden: «Wicca’s» verbindet in den Likören Genuss, Naturverbundenheit, Gesundheitsbewusstsein und lokale, liechtensteinische Tradition. Nadja Beck-Nigg ist das beste Beispiel dafür, dass man alles erreichen kann, wenn man denn nur will. Schon immer hat sie die Natur zwar geliebt, den Duft der Gräser und Kräuter aufgenommen. Ihre Neugier hat sie aber schliesslich dazu getrieben, mehr darüber zu erfahren, was damit alles möglich ist. Und hat es auch herausgefunden. Sie recherchierte im Internet, las Bücher und sog alles auf, setzte eigene Kräuter und Früchte an, ohne vorerst zu wissen, was sie mit diesem Wissen sowie dem selbst Gesäten anfangen sollte. Schliesslich hat sie sich in Salez zur diplomierten Kräuterfachfrau ausbilden lassen, um ihr Grundwissen zu erweitern, bevor kurz darauf die Idee entstand, eigene Liköre herzustellen. Und mit diesem Entschluss begann die Erfolgsgeschichte von «Wicca’s» im Herbst 2016. Der Name stand schnell fest, die Zusammensetzung der Liköre bedurfte eines längeren Prozesses.

Dazu passende Sagen aus Liechtenstein

Nadja Beck-Nigg hat die Mischung verschiedener Kräuter lange getestet. Immer wieder probiert. Immer wieder geändert. Und das hat sich gelohnt. Heute vertreibt sie 15 verschiedene Liköre, produziert rund 900 Flaschen im Jahr, um die sich die Liechtensteiner förmlich reissen. Es ist nämlich nicht nur der Inhalt, der schmeckt. Sondern auch das Etikett, das passt. Sie hat ihre Liköre nämlich nicht nur abgefüllt, sondern auch benannt: Und zwar nach Liechtensteiner Sagen. Selbst entwickelte Rezepturen, verknüpft mit dazu passenden Sagen und Geschichten, die sich im Namen des jeweiligen Likörs niederschlagen, schaffen – kombiniert mit passendem Design – ein innovatives und trendiges Produkt. Zu jeder Flasche gibt es auf Wunsch die dazugehörige Sage auf einem gestalteten Beiblatt. Sei es der «Valünaknächt», die «Goldig Boos» oder der «Brunnagaascht» – wer die Flaschen kauft, trinkt nicht nur gerne den Inhalt mit Genuss, sondern verbindet es automatisch mit den mystisch- emotionalen Sagen des Landes und es wird sozusagen der Geist des Likörs lebendig gemacht. Das kommt gut an.

Mit «Wicca’s» ist es der Gründerin Nadja Beck-Nigg gelungen, ihre Leidenschaft für die Natur und den Genuss an ihre Kunden weiterzugeben. Vom Do-it-yourself führte der Weg zu einem organischen, aber beständigem Wachstum der Idee und Unternehmung. Dabei achtet sie stets auf Qualität und ständige Innovation.

Von der Produktion zum Verkauf

Inzwischen weiss die in Triesenberg wohnhafte gebürtige Vaduzerin, welche Kräuter sie wo findet. So ist sie mit ihrem Hund «Lismer» auf Wiesen und Wäldern des Landes anzutreffen und sammelt unter anderem Malve, Waldmeister, Schafgarbe, Weissdorn, Mädesüss, Holunder oder Löwenzahn. Diese Kräuter setzt sie zuhause in verschiedener Zusammensetzung in Alkohol an und lässt die Mischung zwischen 3 bis 6 Monate ziehen, bevor sie das Ganze mit Zucker vermischt. Dabei variiert sie sowohl den Alkoholgehalt und mischt auch gerne Früchte hinzu. Diese Liköre sind besonders beliebt, weiss Nadja Beck-Nigg. Vor allem im Sommer schmecken sie nämlich hervorragend als Topping zum Eis, zur Verfeinerung von Desserts oder besonderen Speisen – und natürlich auch zu einem Glas Sekt. Am besten aber verkaufen sich die Liköre im Winter. Dann, wenn Nadja Beck-Nigg mit ihrem «Wicca’s»-Stand an Advents- und Weihnachtsmärkten teilnimmt. Dort finden die Liköre reissenden Absatz, das Lager der Kräuterfachfrau ist schnell leer. Es wird Zeit, neue Sagen zu erzählen. Und neue Mischungen für Liköre anzusetzen.

In Zukunft noch viel vor

Mit 15 Likören ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Nadja Beck-Nigg möchte ihr Sortiment erweitern. Es werden neue Sagen dazukommen, von einigen Sagen wird sie Abschied nehmen. Geplant in diesem Jahr (spätestens im Frühjahr 2019) ist erstmals ein Likör, der den Namen einer bekannten Schweizer Sage erhält. Die kreative und fleissige junge Frau hat nämlich noch viele Ideen, ist gerade dabei, in Vaduz ihren eigenen Garten zu bewirtschaften, um Kräuter anzusetzen, die in der Natur nur schwer oder gar nicht zu finden sind. Ausserdem möchte sie unbedingt auch einen Kräuterwein aus eigenen Trauben, die sie mit ihrem Mann Jürgen zusammen pflegt, herstellen. Im Kopf ist er schon existent – jetzt gilt es, die Vorstellung umzusetzen.

Viel vor hat Nadja Beck-Nigg auch in Bezug auf ihr «Kräuteratelier». Dieses ist in der Garage des gemeinsamen Heimes mit ihrem Mann Jürgen untergebracht. Sehr gerne würde sie dieses derzeit nur «sporadisch» eingerichtete Atelier nun ausbauen. Sie möchte künftig auch Degustationen vor Ort anbieten. Und den Menschen hautnah zeigen, welche Wunder die Natur mit ihren Kräutern hervorbringt. Denn auch wenn es viel Arbeit ist, die sie derzeit quasi nebenbei mit der Likörproduktion verrichtet: Man merkt, wie viel Leidenschaft Nadja Beck-Nigg in dieses «Hobby» steckt. Und vor allem schmeckt man es. (dv)

24. Aug 2018 / 14:16
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
20. September 2018 / 17:28
20. September 2018 / 10:14
20. September 2018 / 16:34
20. September 2018 / 16:55
20. September 2018 / 17:00
Meistkommentiert
06. September 2018 / 16:29
13. September 2018 / 06:16
13. September 2018 / 12:13
14. September 2018 / 14:47
Aktuell
21. September 2018 / 00:45
21. September 2018 / 00:01
20. September 2018 / 22:53
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
kellerquiz
Zu gewinnen 2 x 2 Karten für das Pubquiz auf Schlösslekeller-Art am Donnerstag, 27. September um 20 Uhr im Schlösslekeller
06.09.2018
Facebook
Top