• Weinberg in Triesen
    Die Weinreben nahe der Kapelle St. Mamerta mit Blick nach Triesen.  (Daniel Schwendener)

Tradition in einer modernen Welt

Wein ist seit hunderten von Jahren eines der beliebtesten Genussmittel weltweit. Auch in Triesen wird fleissig Wein angebaut. Seit 1930 besteht der Weinbauverein, der 2017 etwa 8600 Liter Traubenmost ernten konnte.
In vino veritas. 

«Was ist des Lebens höchste Lust? Die Liebe und der Wein.» Das sagte schon Joachim Perinet vor gut 200 Jahren. Diese Weisheit wird auch in Triesen gelebt. Denn seit 1930 besteht der Weinbauverein Triesen. «Gegründet in einer Zeit, da der grösste Teil der Bevölkerung mit und von der Landwirtschaft lebte», ist im Vorwort der Festbroschüre anlässlich des 60. Jubiläums des Vereins zu lesen, aus dem Jahre 1990. Ziel des Weinbauvereins war die Zusammenarbeit unter den Winzern zu verbessern und auszubauen.

Mehr als 7000 Klafter Wein aus Triesen
In Triesen werden heute unterschiedliche Weinsorten angebaut. Die grösste Fläche nimmt dabei der Anbau von Blauburgunder ein. Mehr als 75 Prozent des Weines aus Triesen ist Blauburgunder. Es finden sich aber auch Syrah, Cabernet und Merlot-Trauben in Triesen. Bei den Weissweinen werden vor allem Weissburgunder und Müller Thurgau angebaut – im Vergleich mit den Rotweinen ist die Zahl jedoch vernachlässigbar. Insgesamt konnten vergangenes Jahr 8600 Liter Traubenmost in der Gemeinde geerntet werden. Das entspricht etwas 12 Prozent des Traubenmostes in Liechtenstein, der laut dem Amt für Umwelt 2017 bei 73 200 Litern lag.

Hauptberufliche Winzer gibt es in Triesen nicht. Die meisten betreiben den Weinbau nebenher und lassen die Weine bei anderen Betrieben keltern, vor allem in Vaduz, Eschen, Fläsch, Malans und Salez. Wenige jedoch keltern ihren Wein selbst. Aus den geernteten Trauben wird Schaumwein, Blanc de Noir, Federweisser, Rosé, Rotwein im Tank oder im Barrique und auch Süsswein hergestellt. Jeder ist ein wenig anders und am Weinfest können die meisten der Weine degustiert werden.

Der Weinbauverein Triesen zählt heute wieder 36 aktive Mitglieder und leistet einen aktiven Beitrag zum Gemeindeleben. Es finden diverse Veranstaltungen statt, wie beispielsweise das jährliche Weinfest auf St. Mamerten am letzten Augustwochenende. Ausserdem pflegt der Verein intensive Freundschaften mit anderen Weinbauvereinen im Land und der Region.

Der Ursprung liegt in der Antike
Im alten Rom wurde der Weinbau bereits vor mehr als 2000 Jahren gepflegt. Mit römischen Soldaten kam der Wein auch in die Region Liechtenstein und die ersten Weinreben werden gehegt. Das Wetter ist eigentlich ideal, nicht zu heiss, aber gemässigt und der Boden ist locker und steinig.

Der Weinbau war in den Anfängen des 20. Jahrhunderts nicht leicht. Das Wetter und diverse Rebkrankheiten liessen die Erträge kleiner werden. Es musste etwas passieren und eine fachmännische Beratung war gefragt. Schliesslich wurde 1930 der Weinbauverein gegründet und zusammen wurden bessere Strukturen und Abläufe erarbeitet. Es wurde Werbung gemacht, neue Utensilien angeschaft und die Erträge stiegen. Eines der schlechtesten Jahre im 20. Jahrhundert war 1956 – Frost machte grosse Teile der Ernte zunichte und anstatt 95 000 Liter wie im Jahr 1951 konnten nur 300 gewonnen werden.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nahm die Bedeutung des Weinbaus in Triesen ab und wurde erst Ende der 80er Jahre wieder stärker. Die Triesner Weinbauern haben auch die Art anzupflanzen verändert und setzten seit den 1990er Jahren Gras zwischen den Reben, was einem biologischen Dünger gleichkommt.

2018 ist bisher ein gutes Jahr
In diesem Jahr haben die Reben gegenüber den Vorjahren einen Vorsprung. Im Durchschnitt endete die Blüte in den vergangenen 15 Jahren Mitte Juni, in diesem Jahr war sie jedoch schon ende Mai vorüber. «Das lässt darauf schliessen, das wir die Trauben in diesem Jahr wahrscheinlich zwei Wochen früher ernten können, wenn nicht noch früher», erklärt Ernst Trefzer vom Weinbauverein Triesen. «Die Menge und die Qualität dürfte in diesem Jahr auch gut sein», erklärt Trefzer weiter. Darauf deuten die optimalen Witterungsbedingungen während der Blüte, der gute Traubenansatz und die grossen Trauben hin. Und wieso wird man Winzer? «Es ist ein Hobby und zugleich auch ein Ausgleich. Und ich bin natürlich auch ein Weinliebhaber», erklärt Ernst Trefzer mit einem Lächeln. (lat)

09. Jun 2018 / 06:00
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