• Dorfmarkt in Triesen
    Am Duft nach frischen Brot kommt beim Marktstand von der Bäckerei Frommelt kaum jemand ohne Einkauf vorbei.  (Daniel Schwendener)

Es duftet, gelüstet und behagt

Der «Tresner Dorfmarkt» geht in die sechste Saison und bietet alle zwei Wochen freitags von Mai bis Oktober lokale und regionale Produkte beim Haus St. Mamertus an. Das «Vaterland» hat den Dorfmarkt besucht.

In die Radieschen könnte man geradezu reinbeissen, so frisch sehen sie aus. Ebenso der Salat. Die Strauchtomaten riechen köstlich und die Erdbeeren liegen rot und saftig in den Auslagen. Entsprechend hat der Marktstand von der Agra, die HPZ-Anstalt für biologischen Gemüseanbau, Zulauf – wo lässt es sich schon gesünder einkaufen? Alle zwei Wochen bietet der «Tresner Dorfmarkt» beim Haus St. Mamertus lokale und regionale Produkte – und zwar nicht nur Früchte und Gemüse. Es gibt Fleisch und Eier von der «Sauguat Anstalt», herrlich duftendes Brot von der Bäckerei Frommelt und leckere Krömle aus dem Hause Edith Nägele, die mit Catherine Schurti, Evelyne Nutt, Nicole Schurte und Agnes Listemann zum Dorfmarkt-Team zählt. Einmal im Monat verwandelt Edith Nägele für den Dorfmarkt ihr Zuhause in eine kleine Bäckerei, wo dann Leckereien wie ihre Macadamia Cranberry Cookies entstehen. Der absolute Renner seien jeweils die gebrannten Mandeln, erzählt sie. Muss wohl so sein – eine Stunde nach Marktbeginn sind sie bereits ausverkauft. Übrig geblieben sind noch einige Sirup-Flaschen und Konfi-Gläschen – «alle selber gemacht», sagt Edith Nägele. Stress hin oder her – die Marktatmosphäre macht Edith Nägele Spass. «Es ist ein schöner Ausgleich zu meine kopflastigen Job als Korrektorin», sagt sie.

Bunte, schrille Boxershorts

Ein paar Schritte weiter, steht Evelyne Nutt hinter ihrem Marktstand. Sie verkauft Boxershorts, natürlich jede einzelne selbst genäht. «Es macht riesig Spass, all die farbigen Stoffe zu vernähen», sagt sie. Und noch grösser ist die Freude, wenn die bunten Boxershorts gut ankommen, was sie letztlich auch tun. «Allerdings stehe ich heute zum letzten Mal hier», erzählt Evelyne Nutt. Aufgrund einer Veränderung im Job, lässt ihr die Zeit das Markt-Hobby nicht mehr zu. Das nächste Mal werde sie erst am Weihnachtsmarkt wieder mit einem Stand vertreten sein. Bis dahin sind es noch ein paar Monate – und für Evelyne Nutt noch viel Zeit, um neue, bunte, schrille Boxershorts für kleine Jungs und grosse Männer zu nähen.

Am Stand hinter Evelyne Nutt sieht es auch bunt aus – allerdings liegen dort keine Stoffe sondern Seifen. Kaffeebraune Seifen, helle mit farbigem Muster und knallgelbe Smiley-Seifen. Vom Aprikosenkernöl bis zur Kakaobutter enthalten die Seifen verschiedene Fette und Öle. Entsprechend duften sie ganz unterschiedlich – mild und lieblich, herb und intensiv. Catherine Schurti verwendet viel Zeit für ihr Hobby. An Know-how fehlt es der gelernten Apothekerin nicht. «Es macht Spass, immer wieder mal etwas Neues auszuprobieren und wenn die Seife fertig ist, erfreu ich mich an ihrem Duft.» Nicht nur sie – auch die Marktbesucher bleiben stehen, bestaunen die aussergewöhnlichen Seifen, riechen an ihnen und erkundigen sich bei Catherine Schurti interessiert nach dem genauen Inhalt.

Ganz am Anfang des Dorfmarktes besetzt Cécile Beck den Gaststand. Die ganze Saison über, die von Mai bis Oktober dauert, kommt sie vier mal zum Dorfmarkt – im Gepäck ihre Kunsthandwerke aus Beton, Blech, Holz und Stoff. Stolz zeigt sie ihre handgefertigte Tasche aus einem Kaffeebohnen-Sack. Vier Stunden habe sie daran gesessen. Somit ist auch ihr Hobby sehr zeitintensiv und dennoch ist sie mit den anderen Marktfrauen einig: «Es macht grossen Spass und konnte auf dem Markt schon einige wertvolle Kontakte knüpfen.»   

Nicht jammern, den Dorfmarkt besuchen!

In wenigen Minuten ist es elf Uhr und die Produkte werden von den Ständen wieder abgeräumt. Den Stand selbst bauen Gemeindemitarbeiter ab. Um diese Hilfe ist das Dorfmarkt-Team sehr dankbar. Ebenso auch darum, den Service der Cafeteria im Haus St. Mamertus auch den Marktbesuchern anbieten zu können. Somit lässt sich der Einkauf auch gleich mit Kuchen und Kaffee verbinden. Eigentlich sollte dies mehr Besucher anlocken. Aber nicht immer ist das Dorfmarkt-Team mit der Besucheranzahl zufrieden. «Obwohl die Leute ab und an jammern, in der Gemeinde laufe nichts», sagt Evelyne Nutt. Kurzum, reich wird man von dem Marktverkauf angeblich nicht. Dafür reich an Erfahrungen, Begegnungen und Kontakten – darin ist sich das Dorfteam einig.

 

Der Tresner Dorfmarkt findet alle zwei Wochen freitags jeweils von 9 bis 11 Uhr wie folgt statt: 4. Mai, 18. Mai, 1. Juni, 15. Juni, 29. Juni, 24. August, 7. September, 21. September, 5.Oktober, 19. Oktober.

06. Jun 2018 / 06:00
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