• Für Ralph Öhri und Urs Elkuch ist die Netzabdeckung ausreichend.  (Daniel Schwendener)

«Wir entscheiden uns für die Gesundheit»

Mubilfunk Urs Elkuch und Ralph Öhri haben bei der Gemeinde Schellenberger eine Petition mit 80 Unterschriften gegen den geplanten Mobilfunkmasten eingereicht. Im Interview erklären sie ihren Standpunkt zur Mobiltelefonie und ihre Bedenken zur Antenne.

Wie ist es zu der Idee gekommen?
Ralph Öhri: Wir haben im Dezember aus den Zeitungen erfahren, dass es den Plan gibt, mitten in unserem Wohngebiet eine Mobilfunkantenne zu errichten. Daraufhin habe ich mit etlichen Nachbarn gesprochen und sie nach ihrer Meinung gefragt. Viele teilten meine Bedenken, weshalb ich mit dem Vorsteher in Kontakt getreten bin. Urs hat unabhängig von mir ebenfalls die Nachbarn bezüglich der Thematik angesprochen. So haben wir festgestellt, dass wir das gleiche Ziel verfolgen und uns zusammengeschlossen.

Urs Elkuch: Auch ich habe den Zeitungsbericht gelesen. Für mich war von Anfang an klar, dass der Bau der Antenne verhindert werden muss. Ich habe mit dem Vorsteher gesprochen und er riet mir dazu, einen unterschriebenen Brief an den Gemeinderat zu verfassen. Ab Mitte Januar haben wir dann gemeinsam begonnen Unterschriften zu sammeln. In Kurzer Zeit haben wir die 80 Unterschriften gesammelt und auch das Feedback war gut, wir wurden sehr unterstützt. Hinter der Petition stehen viele Menschen, es sind nicht nur wir zwei. Wir haben einen starken Rückhalt und sind quasi nur das Sprachrohr einer ganzen Gruppe.

Wieso sind Sie gegen den Bau der Mobilfunkantenne?
Ralph Öhri: Eine Antenne verursacht Strahlung, die sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen und Tieren auswirken kann. Wenn ich mich zwischen Telefonieren und Gesundheit entscheiden muss, wähle ich für mich, meine Familie und Nachbarn die Gesundheit. 

Urs Elkuch: Eine Mobilfunkantenne in nächster Nähe bedeutet ein gesundheitliches Risiko. Die permanente Strahlung kann sich früher oder später negativ auf die Gesundheit der Anwohner auswirken. Es gibt hier viele junge Familien, die um ihre Kinder besorgt sind. Leute, die in der Umgebung Häuser besitzen oder eine Wohnung gekauft haben waren teilweise entsetzt, als sie von der Antenne gehört haben.

Sind sie gegen die Zukunft und das mobile Telefonieren?
Urs Elkuch: Nein, natürlich nicht. Es stimmt, dass der Empfang bei uns nicht optimal ist. Aber wir und viele, die unterschrieben haben, sind der Meinung, dass er ausreicht. Der Schellenberg ist sehr verwinkelt und uneben. Hier ist es schwieriger als im Flachland, überall einen optimalen Empfang sicher zu stellen. Wir sind eine Wohngemeinde. Wir haben keine Industrie, keinen Durchgangsverkehr, hier ist es ruhig und von jedem Haus ist man in fünf Minuten im Wald. Wir haben eine hohe Lebensqualität und da hat der Mobilfunkempfang nicht die oberste Priorität. Schliesslich hat man ja fast überall Empfang und kann telefonieren. Auf den Rest, quasi den Luxus, können wir zugunsten unserer Gesundheit verzichten.

Ralph Öhri: Ein Argument, dass manchmal aufkommt ist, dass man beim Telefonieren mit dem Natel oder nutzen von WLAN ja viel mehr Strahlung abbekommt als von der Mobilfunkantenne. Das mag schon sein, aber die Verwendung meiner Geräte liegt in meinem eigenen Ermessen. Die Strahlung der Antenne ist Tag und Nacht da, darauf haben wir keinen Einfluss. 

Urs Elkuch: Es ist ein Luxusproblem. Man braucht nicht immer und überall ein Mobilfunknetz. An den meisten Orten können wir telefonieren und das reicht aus. Und es gibt auch noch andere Möglichkeiten, beispielsweise Festnetz oder Wifi-Calling – es ist nicht überall ein ultraschnelles Mobilfunknetz notwendig. Zudem ist der Empfang bei neueren Geräten oft besser. Wer nicht so viel Empfang hat, sollte vielleicht einmal ein anderes Handy ausprobieren. Und auch durch die Einstellungen können teilweise Verbesserungen erzielt werden. 

Was passierte, nachdem Sie die Unterschriften gesammelt haben?
Ralph Öhri: Wir haben bei einem Termin mit dem Vorsteher Norman Wohlwend die Petition abgegeben und ihm auch gleichzeitig vermittelt, welche Bedenken wir haben und welche Rückmeldungen und Meinungen wir aus der Bevölkerung zu diesem Thema erhielten. Darauf hin hat er uns eingeladen, unser Anliegen auch im Gemeinderat darzulegen. Diese Möglichkeit haben wir sehr gerne in Anspruch genommen. 

Urs Elkuch: Der Gemeinderat war bis zu diesem Zeitpunkt der Auffassung, dass die neue Antenne auf durchwegs positive Resonanz stösst und es keine kritischen Stimmen gibt. Durch unsere Initiative wurde ihnen bewusst, dass es auch kritische Stimmen dazu gibt. 

Welche Chancen sehen Sie für ihr Anliegen?
Urs Elkuch: Es liegen nun 80 Unterschriften gegen die Antenne vor. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gemeinderat unter diesen Umständen das Grundstück für den Bau der Antenne zur Verfügung stellt.

Wie geht es nun weiter?
Urs Elkuch: Der Gemeinderat Schellenberg hat sich dazu entschieden, eine Einwohnerzufriedenheitsanalyse durchzuführen. Die Debatte um die neue Mobilfunkantenne soll nun in diese Analyse miteinbezogen werden. Irgendwann muss der Gemeinderat entscheiden.

Ralph Öhri: Der Gemeinderat hatte offene Ohren für unsere Anliegen. Nun bleibt abzuwarten, was weiter passiert. 

05. Apr 2018 / 06:00
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