• Bushaltestelle Egerta, Schellenberg
    Dieses bislang ungenutzte Brachland in Schellenberg wird bald überbaut.  (Tatjana Schnalzger)

Was bedeutet eigentlich der Name «Egerta»?

Wer oft mit dem Bus durch das Land fährt, fragt sich bei manchen Haltestellen, wieso sie so heissen, wie sie eben heissen. In der Gemeindeserie #näherdran werden einige davon erklärt.

Wer mit der Linie 33 von Mauren nach Hinterschellenberg fährt, kommt an der Haltestelle «Schellenberg Egerta» vorbei. Egerta ist ein Flurname, der in Liechtenstein oft vorkommt. Die Bedeutung von Egerta kennen heute trotzdem nur noch wenige Leute. Schon in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hätten den Ausdruck nur noch Bauern aus Triesenberg gekannt, heisst es im Buch «Flur und Name. Ausgewählte Deutungen» von Toni Banzer, Herbert Hilbe und Hans Stricker.

Einstiges schlechtes Ackerland

Egerta bedeutet so viel wie einstiges schlechtes Ackerland. Auch eine magere Wiese oder ein Stück Land, das mal bebaut wird, mal wieder jahrelang als Wiese genutzt wird und dann wieder als Ackerland bewirtschaftet wird, nannte man früher Egerta. Die Wortherkunft ist bis heute nicht geklärt. Es gibt Vermutungen, dass das Wort vom althochdeutschen Verb «erian» (pflügen) abstammt.

Übrigens: Egerta ist dasselbe wie Egeta, also ohne «R» geschrieben. Gerade im Unterländer Dialekt wird das Wort gerne auch ohne «R» ausgesprochen und zudem mit langem «E» zu Beginn des Wortes ausgesprochen, während die Oberländer das «E» kurz aussprechen und auch das «R» stärker betonen «Ee-ge-ta» im Unterland und «Eg-er-ta» im Oberland.

Das vermeintlich schlechte Ackerland in Schellenberg wird wohl bald nicht mehr brach liegen. Auf der Wiese stehen bereits erste Visiere. Dort entstehen bald zwei Einfamilienhäuser. Egerta ist im Land ein verbreiteter Flurname. Auch in Balzers gibt es eine Bushaltestellenamens Egerta. Strassen in Schaan, Planken, Balzers, Vaduz, Triesen, Ruggell und Schellenberg heissen Egerta oder haben Egerta im Namen, etwa der Egertaweg.

Steigerungsform Steinegerta

Am bekanntesten ist wohl das Seminarzentrum Stein Egerta in Schaan, dessen Adresse «in der Steinegerta» lautet. Wenn eine Egerta braches Wiesland ist, dann wird es sich hierbei wohl um eine Steigerungsform handeln: Steiniges, für den Ackerbau unbrauchbares Land. Nur gut wird dieser Flecken Land für die wohl wichtigste Ressource im Land gebraucht: für Bildung beziehungsweise Weiterbildung. Wo in der Landwirtschaft früher nichts mehr gewachsen ist, finden heute über 900 Kurse pro Jahr statt.

14. Mai 2018 / 16:34
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