• Die Rohrammer kommt im Ruggeller und im Schaaner Riet als Brutvogel vor und gehört zu den gefährdeten Arten.

Vogelarten verschwinden langsam

Das Ruggeller Riet ist für die heimische Flora und Fauna eines der wichtigsten Lebensräume in ganz Liechtenstein. Die Artenvielfalt ist enorm. Doch auch das Naturschutzgebiet ist vor äusseren Einflüssen nicht immer geschützt.
Ruggell. 

Das Ruggeller Riet ist ein willkommener Lebensraum und Rastplatz für viele Tiere: Neben dem seltenen Wachtelkönig, dem raren Kranich und dem Steinschmätzer finden auch Rehe, Biber, Feldhasen, Hermeline und viele andere Insekten, Amphibien, Reptilien und Fische einen Unterschlupf. Mit seinen rund 90 Hektar Fläche zählt es zu einem der wichtigsten Naturschutzgebiete Liechtensteins. Seine Streue- und Moorwiesengebiete verfügen über internationale Bedeutung. Da die Riet-Kulturlandschaft ein Flachmoor ist, beinhaltet es zudem eine reiche und seltene Vielfalt an Pflanzengesellschaften, Biotopen und Landschaftsstrukturen. Manche dieser zahlreichen im Flachmoor lebenden Tiere sind sogar in keinem anderen Teil des Landes in einer so grossen Anzahl und so regelmässig zu finden wie eben im Ruggeller Riet. Vor allem für Vögel ist es ein beliebter Rastplatz während des Durchzugs, ein geeigneter Brutplatz sowie die bevorzugte Sommer- beziehungsweise Winterresidenz. 
Durch die stetig zunehmende Urbanisierung Liechtensteins sinken die Bestände vieler Vogelarten kontinuierlich. Auch im Ruggeller Naturschutzgebiet hinterlässt der Eingriff des Menschen in die Natur seine Spuren. Weggeworfener Müll, unachtsame Spaziergänger ausserhalb der markierten Wege und freilaufende Haustiere stören die Vögel und die anderen Bewohner des Ruggeller Riets. Dadurch werden sie aus der Ruhe gebracht, verjagt oder fallen landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer. 

«Viele Vögel werden ihrer Brutreviere beraubt und verschwinden langsam, da sie keinen oder zu wenig Nachwuchs haben, um die Bestände zu halten. Sie können auch ganz aus der Region verschwinden, wenn ihre bevorzugten Lebensräume urbanisiert werden», erklären Fabienne Hasler, Präsidentin des Ornithologischen Vereins Liechtensteiner Unterland (OVLU), und Steven Lampert, Natur- und Vogelschutzobmann des OVLU. Der Haussperling, besser bekannt als Spatz, ist eines der präsentesten Beispiele für ein langsames Verschwinden. «Sein Bestand hat in den vergangenen Jahren ziemlich abgenommen, ohne dass dies grossartig jemandem aufgefallen wäre», so die beiden Experten des OVLU.  Das Problem des Spatzen ist es, einen geeigneten Brutplatz zu finden, denn «leider mag kaum jemand einen Spatzen am Haus haben, weshalb neue Gebäude schon so gebaut werden, dass keine Lücken unter dem Dach für ein potenzielles Nest mehr vorhanden sind», erklären Hasler und Lampert. Im Ruggeller Riet machen sich die Auswirkungen ebenfalls bemerkbar: Arten wie die Grauammer, die vor drei Jahren zuletzt gebrütet hat, oder der Baumpieper und die Wachtel, die nun zu verschwinden drohen, sind einige Beispiele für die ebenfalls unsichere Lage im Ruggeller Naturschutzgebiet. 
Der Ornithologische Verein konnte beobachten, dass auch die Bestände der Braunkehlchen sowie die der Nachtigall leicht gesunken sind. Demgegenüber möchte der Kiebitz, der schon vor Generationen als Brutvogel vom Ruggeller Riet verschwunden war, wieder brüten, hat es bisher aus verschiedenen Gründen aber noch nicht geschafft. «Die Ausnahme war vor zwei Jahren, als tatsächlich vier Jungvögel beobachtet werden konnten. Allerdings wurden sie anschliessend nicht mehr entdeckt und ihr Schicksal bleibt offen», sagen Hasler und Lampert. 

Um dem Verschwinden unterschiedlicher Vogelarten entgegenwirken zu können, gibt es laut den Experten viele Schutz- und Förderungsmassnahmen, die je nach Art entsprechend angepasst werden müssten. «Jeder von uns kann ohne grossen Aufwand dazu beitragen, dass im eigenen Garten wieder gezwitschert und gesungen wird», sagt der OVLU. Hasler und Lampert raten, den eigenen Garten mit einheimischen Wildkräutern, Blumen und Gehölzen zu bepflanzen, wodurch sich ein «wunderbarer und pflegeleichter Erholungsraum vor der Haustüre ergibt, der gleichsam die Vielfalt an heimischen Pflanzen und Tieren fördert.» Der oft im Garten verwendete Buchsbaum könne als Beispiel problemlos durch den heimischen Liguster ersetzt werden. Denn heimische Pflanzen sind Nahrungsquellen, Versteckmöglichkeiten und Brutplätze für viele Insekten, Schmetterlinge und Singvögel. 
«Ein weiterer Punkt ist die Einhaltung der Leinenpflicht und das Nichtbetreten der Brutschutzgebiete während der ausgewiesenen Zeitspanne. Die Wege sollten ebenfalls nicht verlassen werden», erklären die Vereinsmitglieder des OVLU. Obwohl in der Regel weder Mensch noch Hund den Vögeln etwas tun, können andere Fressfeinde durch diese Fährte die Spur aufnehmen und finden so leicht zu den Brutplätzen. «Der Müll soll auch nie in der Natur weggeworfen werden. Dies wird vor allem entlang des Binnenkanals immer mehr zum Problem.» Den Bodenbrütern würde helfen, wenn ein erster Schnitttermin der Mager- und Streuwiesen frühestens ab September erfolgen sowie auf Kreiselmäher und Mähaufbereiter verzichtet würde. Denn vor diesen ist es den Wiesenbewohnern kaum möglich zu fliehen. «Zudem gäbe es noch unzählige weitere von uns zu befürwortende Massnahmen zum Schutz unserer Vogelwelt», so Hasler und Lampert. (jka)

15. Mai 2018 / 22:39
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1 KOMMENTAR
In den Städten Vögel ungesüßt
Gut gemacht, kümmern Sie sich um die Vögel, aber in Moskau sind alle Spatzen. Sie füttern Küken mit Samen und Insekten, die im gras Leben, aber Rasen werden ständig geschnitten oder durch künstlich gewachsene Rollen ersetzt. Auf Kunstrasen wird nur eine Art gras verwendet, das weder Blumen noch Samen gibt. Insekten wurden physisch zerstört und bei der Umgestaltung der Rasen, außerdem brauchen die Insekten auch eine Vielzahl von Pflanzen. Schließlich wurde in Moskau viel weniger Ameisen, Käfer, Heuschrecken, Heuschrecken, Schmetterlinge und Raupen-das Hauptfutter für Vögel. Häufiges schneiden von Rasenflächen trägt auch nicht zur Fortpflanzung von Insekten bei. Infolgedessen sind Küken von Spatzen ohne Futter geblieben. Andere Vögel werden auch von Küken mit Insekten gefüttert, aber zum Beispiel werden die Titten durch Insekten gefüttert, die in den Baumkronen Leben.
https://www.gazeta.ru/social/news/2018/02/27/n_11221861.shtml
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 16.05.2018 Antworten Melden

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