• Gerhard F. Klügl, Ruggell
    Gerhard F. Klügl ist glücklich, in Liechtenstein leben und seine Praxis führen zu können.  (Tatjana Schnalzger)

Operieren, ohne dass Blut fliesst

Gerhard F. Klügl ist Aurachirurg. Er operiert am Energiefeld des Menschen und kann so Blockaden lösen, Gelenkschmerzen beheben oder Diabetes verschwinden lassen. Der 72-jährige Bayer ist Pionier in dieser Methode und hat seine Praxis in Ruggell.
Ruggell. 

Die Reaktion der Menschen auf Geistheiler ist sehr unterschiedlich: Die einen sind fasziniert von ihrem Tun und Können, die anderen sind äusserst skeptisch und denken oft an Scharlatanerie. Skeptisch gegenüber dieser Art Heilung war früher auch Gerhard F. Klügl. Heute ist er selbst als Geistheiler tätig. Als Aurachirurg betreibt der Bayer eine Praxis in Ruggell und ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Bereits jetzt ist er bis Oktober ausgebucht.

Bei einem Gespräch mit dem «Vaterland» hält er fest: «Ich bin weder ein Mediziner, noch ein Wunderheiler.» Und trotzdem konnte er bereits über 15 000 Menschen weltweit helfen. Dies bestätigen auch Rückmeldungen seiner Klienten und Ärzte im Buch «Quantenland», welches Klügl mit Co-Autor Tom Fritze 2012 veröffentlicht hatte. Im Gespräch zeigt sich der Bayer sehr offen, interessiert und dankbar dafür, dass er in Liechtenstein leben und arbeiten darf. Trotz seiner aussergewöhnlichen Tätigkeit wirkt er sehr bodenständig.

Skalpell und Spritze kommen zum Einsatz

Die Aurachirurgie wird auch als virtuelle Chirurgie bezeichnet. Sie ist eine Chirurgie im feinstofflichen Körper, also im Energiefeld des Menschen. Die Aura, also das Energiefeld selbst, kann Gerhard Klügl nicht sehen – aber er spürt sie, sobald er mit seinen Händen den Körper entlang fährt, ohne diesen zu berühren. Er fühlt, wo die Energie nicht im Fluss ist und wo sich Blockaden befinden. Die Blockaden können auf eine Verletzung im Bewegungsapparat oder auch bei den Organen hinweisen. «Ich kann alles behandeln, was ein normaler Chirurg auch macht», erklärt der 72-Jährige. Dabei benutzt er Skalpell, Schere und Spritze. Blut fliesst allerdings keines. Der Aurachirurg operiert im Energiefeld des Menschen, also auf den Kleidern oder an einem Modell, das der Klient in den Händen hält. Die Instrumente würde er eigentlich nicht benötigen, er benutzt sie, um sich zu fokussieren. Schmerzen hat der Klient keine, aber er kann durchaus etwas spüren und manchmal bilden sich nach der Behandlung für kurze Zeit Narben. Weiter kann der Aurachirurg auch Themen und alte Muster aus einem früheren Leben auflösen. Diese Vorstellung übersteigt manche menschliche Vorstellungskraft. Gerhard Klügl weiss um die Skepsis der Menschen und erklärt seine Methode mit der Quantenphysik. In seinem Buch geht er genauer darauf ein. «Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer kann ich nicht behandeln», betont er. Bei Krankheiten könne er höchstens eine «Vorarbeit leisten». «Auch Akutfälle gehören in die Hände von Ärzten. Ich darf keine Diagnose stellen.»

Der Aurachirurg konnte mit seinem Tun auch schon die Aufmerksamkeit von Ärzten und Forschern wecken. So wurde seine Methode 2001 an der Universität Tucson in Arizona durch die Kirlian-Fotografie, durch welche Energiefelder sichtbar werden, wissenschaftlich belegt. Mittlerweile gibt er Seminare und Fortbildungstage für Ärzte und Physiotherapeuten. «Das Interesse ist gross, die Seminare sind immer voll besetzt», sagt er. Recherchen im Internet zeigen, dass Therapeuten die Methode von Gerhard F. Klügel in ihr Programm aufgenommen haben.

Medizinisches Wissen in Arztpraxen angeeignet

Grundsätzlich kann jeder Mensch die Aurachirurgie erlernen. Es benötigt aber laut Klügl ein gewisses Feingefühl «und die medizinische Kenntnis ist essenziell. Man muss schon wissen, was man tut», sagt er. Er eignete sich sein medizinisches Wissen in deutschen Arztpraxen an, nachdem er die Aurachirurgie bei Heiler Stephan Turoff erlernt hatte. Begonnen hatte alles 1982, als er durch ein Baubiologiestudium erstmals in Kontakt mit alternativen Heilmethoden kam. Früher war der Bayer Beamter beim Deutschen Patentamt in München. 1972 wählte er den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete ein eigenes Büro für Patent- und Markenrecherchen. «Den Schritt in die Selbstständigkeit habe ich nie bereut», erzählt er. Mit dem Studium wollte er sein Wissen erweitern, ohne zu ahnen, dass dies sein Leben in ganz neue Bahnen leiten wird. Durch das Studium lernte er Geistheiler und Medien aus England kennen. «Ich war ja sehr kritisch diesen Themen gegenüber, aber plötzlich faszinierte mich ihr Tun», erzählt Gerhard Klügl. 1997 machte er seine ersten Erfahrungen mit Aurachirurgie. Stephan Turoff machte ihm Mut, die Methode selbst zu versuchen. «Ich habe es versucht und war erstaunt, dass es funktionierte.» Turoff operierte direkt auf der Haut, Klügl stellte fest, dass es bei ihm auch ohne Berührung funktioniert und entwickelte seine eigene Methode. Seit 1999 ist er als Aurachirurg tätig. «Die Ärzte und Chirurgen in Deutschland hatten mich ernst genommen. Ich konnte bei ihnen arbeiten und mein medizinisches Wissen aufbauen. Diese Wertschätzung bestärkte mich in meinem Tun», erzählt er.

Eine Behandlung ist nicht immer möglich

Ein Fall ist dem Aurachirurg besonders in Erinnerung geblieben. Nach einem Seminar verwies ein teilnehmender Arzt eine Patientin mit Sichelbeinen zu Gerhard Klügl, obwohl der Operationstermin im Spital bereits fixiert war. «Als sie zu mir kam, konnte sie kaum die Treppe hoch gehen, so schief waren die Beine», erzählt er. Klügel nahm eine Zange und schraubte an der Aura, bis beide Knie gerade waren. «Die Frau stand auf und konnte ohne Probleme die Treppe hinab und wieder hinauf gehen. Solche Erfolge erstaunen mich immer wieder», erzählt er. Der Arzt sagte daraufhin den OP-Termin ab.

Nicht alle Behandlungen funktionieren gleich gut. Manchmal ist gar keine Behandlung möglich – nämlich dann, wenn Gerhard Klügl die Aura nicht spüren kann. Dies sei bei rund 10 Prozent seiner Klienten der Fall. Klügls Erkenntnis: «Der Körper entscheidet, welche Therapie er möchte.» Kommt keine Resonanz, bricht er die Therapie ab. Bezahlen müsse der Klient dann nichts. Hingegen habe die Tatsache, ob der Klient an die Behandlung glaubt oder nicht, keinen Einfluss auf den Erfolg.

«Die Aurachirurgie ist eine Lebensaufgabe»

Gerhard Klügl lebt seit 2004 in Ruggell. Er kam durch das Losverfahren zu einer Aufenthaltsbewilligung. «Ein Klient aus Triesenberg hat mich auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Denn in Deutschland sah ich keine Zukunft mehr.» Der Grund waren bürokratische Differenzen mit dem Staat wegen seinem Büro für Patent- und Markenrecht. In Ruggell, wo sich seine Arbeit als Aurachirurg intensiviert hatte, hat sich der Bayer sofort wohlgefühlt. «Liechtenstein ist meine Heimat geworden», sagt er. Ein Arzt habe ihn bei den Behördengängen unterstützt. Allgemein seien die Ärzte hierzulande offen gegenüber seiner Methode. Klienten aus Liechtenstein und der Region sind trotzdem eher selten in seiner Praxis anzutreffen. «Da ich immer über Monate hinweg ausgebucht bin, mache ich auch keine Werbung», sagt er.

Gerhard Klügl ist alleinstehend und geht in seinem Beruf völlig auf. Mit seinen 72 Jahren denkt er noch lange nicht an den Ruhestand: «Die Aurachirurgie ist für mich eine Lebensaufgabe, die Freude macht. Ich kann Menschen helfen und halte mich selbst geistig fit», sagt er. In seiner Freizeit musiziert er gerne oder dreht Filme – wie beispielsweise jener über die Schlucht Viamala, welcher Anfang dieses Jahres erschienen ist. Er gibt auch Klangtherapien in seiner Praxis. «Musik spielt eine grosse Rolle in meinem Leben», sagt er.

Der Aurachirurg hat schon einige Male für mediales Aufsehen gesorgt. Bekannt wurde er vor allem 2010, als 3Sat den Film «Ich bin ein Weltenmensch» zeigte, den die schweizer Dokumentarfilmerin Giselle Rupf-Camenisch über Gerhard Klügl gedreht hatte.

17. Mai 2018 / 10:29
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