• Hier auf dem Saroya-Platz hat die «La Puerta de la Libertad» einst gestanden, bevor sie wieder nach Vaduz gezügelt wurde.

Planken: Ein «Schlaf» Dorf ohne Skulptur

Auch in einer kleinen Gemeinde wie Planken gibt es eine Kulturkommission. Deren fünf Mitglieder sind von Jahr zu Jahr bemüht, den Einwohnern eine kulturelle Vielfalt im Dorf zu bieten. Dies wird zwar geschätzt, das Angebot aber nicht immer angeommen.

Eigentlich ist weder Freddy von Bültzingslöwen noch Urs Woerz schnell aus der Ruhe zu bringen. Wenn es aber um «La Puerta de la Libertad» geht, eine Skulptur des baskischen Künstlers Eduardo Chillida, werden beide lebhaft. Einst hat diese eindrucksvolle Stahlplastik-Skulptur Planken bereichert. Mit grossem Aufwand wurde die 6sechs Tonnen schwere Skulptur 2012 vom Kunstmuseum in Vaduz nach Planken gefahren. Am «Saroya-Platz», mit dem herrlichen Vierländer-Blick, fand sie ihr neues Zuhause. Doch bereits 2015 wurde das Kunstwerk wieder zurück ins Städtle geholt. «Dort steht sie kaum beachtet und eingezwängt zwischen dem Kunstmuseum und dem Weissen Würfel», ärgert sich Freddy von Bültzingslöwen.  
Der Sockel, auf dem die Skulptur stand, wartet weiterhin auf eine mögliche Wiederkehr. «Eine Schande für die schöne Plastik», sagt Freddy von Bültzingslöwen. Auch Urs Woerz ist überzeugt: «In Vaduz kommt das Schmuckstück überhaupt nicht zur Geltung.» So bleibt es für alle Mitglieder der Kulturkommission ein grosser Wunsch, dass das Tor der Freiheit wieder nach Planken käme. 

«Planken kocht» etwas kleiner ausgefallen
Mit Freddy von Bültzingslöwen und Urs Woerz engagieren sich Barbara Geyer, Ursula Walter und Kirsten Imelmann für Plankens Kulturleben. Mehrfach im Jahr treffen sie sich, um Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und vieles mehr auf die Beine zu stellen und somit für eine bunte kulturelle Vielfalt in der kleinen Gemeinde zu sorgen. Zusammen mit der Jugendkommission half die Kulturkommission, «Planken rockt», ein mittlerweile beliebter Jugendevent, ins Leben zu rufen. Sehr beliebt war auch das Musikalische Kaleidoskop. Dabei musizierten Kinder und Jugendliche im Beisein ihrer Musiklehrer vor einem engagierten Publikum. Exkursionen nach Ravensburg mit Besuch der Altstadt, des Marktes und des Kunstmuseums fanden grossen Anklang. «Schon zweimal waren wir dort und beide Male war der Ausflug so gut wie ausgebucht», sagt Urs Wörz. 
Doch werden nicht alle Angebote so gut angenommen. So gab es zum Beispiel eine Autorenlesung, die ausser von den Kommissionsmitgliedern nur von drei weiteren Personen besucht wurde. Dies sei aber kein spezifisches Problem in Planken. «Die vielen kulturellen Anlässe in Liechtenstein konkurrieren miteinander». 
Am 5. Mai sollte ausserdem unter dem Motto «Planken kocht» eine Dorftafel am Gemeindeplatz stattfinden. Der Anlass musste wegen mangelnder Beteiligung abgesagt werden. Nur eine Familie hatte sich angemeldet. So traf man sich mit Wenigen privat am Gemeindeplatz zu Essen und Trinken in kleiner fröhlicher Runde. 
«Planken ist ein Schlaf-Dorf, nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn», sagt Freddy von Bültzingslöwen. Man arbeitet tagsüber im Tal und ist abends gerne zu Hause. «Aber es gibt einen harten Kern, der uns stets unterstützt», so Urs Woerz. Und so blickt die Kulturkommission optimistisch in die Zukunft: Am 21. September wird der Open-Air-Kino-Film «Jacques – Entdecker der Ozeane» gezeigt und am 23. November wird es eine Lesung des Arztes Lukas Fierz mit Geschichten aus der «heilen Schweiz» geben. «Das wird ein spannender Abend», ist Freddy von Bültzingslöwen überzeugt. 

Jugendliche mehr einbeziehen
Braucht es denn überhaupt eine Kulturkommission in so einer kleinen Gemeinde? «Aber sicher!» sind sich die beiden Herren einig. Es sei ein Beschluss der Gemeinde Planken gewesen, eine  Kulturkommission zu gründen. «Entsprechend nehmen wir unsere Aufgabe auch ernst», sagt Freddy von Bültzingslöwen. Ausserdem könne man unterm Strich zufrieden sein. Das bedeute aber, sich jedes Jahr aufs Neue zu bemühen, das Interesse der Planknerinnen und Plankner zu wecken. «Wir wollen in Zukunft auch Jugendliche mehr ansprechen», so Woerz. So ist angedacht, nächstes Jahr eine junge Schülerband einzuladen. In Kürze wird die Kommission die Events für nächstes Jahr festlegen. «Dabei haben wir freie Hand», lobt Freddy von Bültzingslöwen die Gemeinde. Auch ein «grosszügiges Budget» steht für kulturelle Anlässe zur Verfügung und die Gemeinde gibt freie Hand bei der Wahl der Projekte.
Es bleibt eine Vision, die «Puerta de la Libertad» wieder nach Planken zu holen. Dies würde allerdings nicht nur den finanziellen Rahmen der Gemeinde, sondern vor allem eine kulturpolitische Vorgabe für Vaduz sprengen. Doch wer weiss, ob das Tor der Freiheit nicht doch eines Tages den Weg nach Planken wieder findet ...  (bfs)
 

10. Sep 2018 / 07:00
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