• Die Plankner Jugendliche legen beim Umbau ihres Treffs Hand an.

«Irgendwann war jeder einmal im Treff»

Aufgrund der Kleinheit und Abgeschiedenheit von Planken kommt kaum ein Jugendlicher um den Jugendtreff herum. Die aktuelle Treffleiterin Adriana Mathys wie auch einer ihrer Vorgänger, Herbert Wilscher, kennen die Vorzüge wie auch Nachteile des Dorfes.

Seit zwei Jahren nun führt Adriana Mathys den Plankner Jugendtreff, von 2011 bis 2015 war Herbert Wilscher für die Anliegen der Jugendlichen zuständig und rief gemeinsam mit seinen Schützlingen das erste Plankner Openair ins Leben. Beiden ist bewusst: Der Plankner Jugendtreff hat viele Besonderheiten, die die Arbeit in der Berggemeinde prägen.  

Jeder kennt jeden
Die Abgeschiedenheit und Kleinheit von Planken kann für manche ein Fluch, für manche jedoch auch ein Segen sein. So sieht Adriana Mathys, Jugendarbeiterin von Planken, besonders das Familiäre als Vorteil der Berggemeinde: «Der Plankner Jugendtreff ist viel heimeliger als alle anderen, weil er klein ist. Er ist familiär und man kann gut miteinander reden, aber trotzdem gibt es Rückzugsmöglichkeiten für die Jugendlichen.» Auch ihr Vorgänger Herbert Wilscher schätzt die Kleinheit  des Dorfes: «Du kennst von Jung bis Alt fast Jeden. Irgendwann läuft man allen einmal über den Weg», so Wilscher. Diese Kleinheit ermöglicht eine Vielzahl an sozialen Kontakten, was sehr schön sei. Besonders würden die Jugendleiter deren Zielgruppe, Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, alle kennen. «Das gibt es sonst sicher in keiner Gemeinde», ist sich Wilscher sicher. «Dieses Familiäre kann man auch als Nachteil sehen», so Mathys. Man kenne die Jugendlichen recht schnell, weil oft die Gleichen in den Treff kommen. «Von dem her ist man nicht so anonym wie in anderen grösseren Jugendtreffs», erzählt die Jugendarbeiterin. 

Beschränktes Angebot
Aufgrund der Kleinheit des Dorfes und seiner Lage an einer Sackgasse sind die Möglichkeiten für Jugendliche in Planken beschränkt. «Besonders, wenn man jünger ist, kommt man nicht immer ins Land runter. Man ist quasi im Dorf gefangen», so Wilscher. Daher ist er überzeugt, dass in Planken sicher jeder Jugendliche einmal im Jugendtreff war. Diese abgeschiedene Lage bringt auch mit sich, dass der Treff weitgehend isoliert ist: «Da es nicht viele Busverbindungen nach Planken gibt, kommen wenig Jugendliche aus anderen Gemeinden in den Plankner Treff», erzählt Mathys. Doch innerhalb der Gemeinde ist der Treff sehr beliebt. Dank seiner zentralen Lage mitten im Dorfzentrum wissen alle Kinder und Jugendliche, wo der Treff ist. Einer der Pluspunkte des Treffs sei auch, dass er ein Trampolin hat. «Es ist cool, dass der Jugendtreff auf zwei Stöcke verteilt ist, so dass sich die Jugendlichen zurückziehen können. Auch ist dadurch eine Aufteilung vom Alter her möglich», berichtet Mathys. Durch die Abgeschiedenheit und Kleinheit Plankens empfinden die Jugendarbeiter auch das Zugehörigkeitsgefühl zum Dorf stärker als in anderen Gemeinden. «Da man sich kennt, ist der Zusammenhalt gross und man hilft sich gegenseitig». 
Wenn ein Projekt gestartet würde, seien die Jugendlichen oft auch voller Enthusiasmus dabei. «Bei manchen Projekten musste ich auch schon sagen, dass ich nicht mehr Helfer nehmen kann», erzählt Mathys. 

2019 neue Ausgabe von «Planken rockt»
Die Jugendarbeiter dürfen sich über eine breite Unterstützung von der Gemeinde, den Einwohnern wie auch den Vereinen freuen. «Die Wege sind sehr kurz und man kennt die Ansprechpartner», sind sich Wilscher und Mathys einig. Als Herbert Wilscher gemeinsam mit der Kulturkommission Planken und mehreren engagierten Jugendlichen 2011 das erste Plankner Openair organisierte, waren fast alle Vereine in irgendeiner Weise am Festival beteiligt. «Ursprünglich fragte die Kulturkommission für ein Konzert für Jugendliche an. Wir sind da natürlich gleich aufgesprungen und wollten ein ganzes Festival organisieren», so Wilscher. Mit der Unterstützung der Gemeinde sowie der Hilfe zahlreicher engagierter Jugendlichen und Vereinsmitgliedern war ein Event für das ganze Dorf geschaffen. Bisher fand das Openair «Planken rockt» im Zweijahres-Rhythmus vier Mal statt. 2019 soll vielleicht eine neue Ausgabe folgen. «Wenn alles rund läuft, sieht es gut aus», so Mathys. Obwohl Planken eine eigenständige Jugendarbeit hat, organisiert der Plankner wie auch der Schaaner Treff einige gemeinsame Anlässe. «Wir arbeiten eng zusammen und helfen uns auch einmal aus», so Mathys. (mk)
 

11. Sep 2018 / 18:32
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