• Interview mit Wilfried Marxer (links) und Christian Frommelt (rechts).  (Tatjana Schnalzger)

«Wir erleben eine hohe Wertschätzung»

Seit dem 1. April ist Christian Frommelt Leiter des Liechtenstein-Instituts. Er übernahm diese Position von Wilfried Marxer, der die letzten drei Perioden diese Position innehatte und sich nun wieder auf seine Forschung konzentrieren möchte.

Wieso ist das Liechtenstein-Institut in Gamprin-Bendern beheimatet?
Wilfried Marxer: Das Institut wurde 1986 von Gerard Batliner initiiert, einem ehemaligen Regierungschef und Landtagspräsidenten. Er selbst kam aus Eschen und das hatte vielleicht einen gewissen Einfluss auf die Entscheidung. Zudem sind etliche Institutionen und auch der Verwaltungsapparat im Oberland beheimatet, sodass es meiner Meinung nach auch sein könnte, dass er damit einen Gegenakzent setzen wollte. Die Gemeinde Gamprin-Bendern stellt uns zudem einen interessanten Standort zu günstigen Konditionen zur Verfügung.

Welche Vorteile hat der Standort für das Institut?
Christian Frommelt: Unsere Arbeit ist unabhängig von der Gemeinde und erstreckt sich über das gesamte Land. Über die Jahre hat aber sicherlich eine Identifikation mit dem Standort und auch dem Gebäude stattgefunden. Das Gebäude und besonders der Kirchhügel haben einen historischen Kontext, was zum Liechtenstein-Institut optimal passt. Ausserdem arbeiten wir sehr gut mit der Gemeinde zusammen. Wenn wir z. B. eine Veranstaltung organisieren, für welche wir im Institut zu wenig Platz haben, können wir andere Räumlichkeiten der Gemeinde nutzen. Das ist für uns eine grosse Hilfe. 
Wilfried Marxer: Ich finde gerade die räumliche Abtrennung zu den Industrie- und Verwaltungszentren in Vaduz und Schaan gut. Das schafft für uns einen offeneren Blick und eine gewisse Distanz, was für unsere Arbeit sicherlich von Vorteil ist. 

Herr Marxer, wieso haben Sie sich dazu entschieden, die Leitung des Liechtenstein-Instituts abzugeben?
Wilfried Marxer: Grundsätzlich erfolgt die Ernennung des Institutsleiters aus dem Kreis der Forschenden jeweils für zwei Jahre. Ich hatte mehr als drei Perioden hinter mir, die sehr viel Verantwortung und organisatorische Aufgaben mit sich bringen und natürlich auch von der eigenen Forschung ablenken. Meine Pensionierung ist auch nicht mehr so weit weg und die Zeit bis dahin wollte ich wieder für meine eigentliche Passion, die Forschung, nutzen. Mit dieser Entscheidung bin ich sehr zufrieden.

War für Sie Christian Frommelt ein Wunschnachfolger?
Wilfried Marxer: Seit er am Institut tätig ist, hat sich Christian Frommelt als ein Mitarbeiter mit viel Energie und kreativen Ideen bewiesen. Er konnte in seiner Forschungstätigkeit Impulse setzen und hat sich sehr eingebracht. Diese Dynamik und sein Engagement gaben zu Recht den Ausschlag, dass man sich für Christian Frommelt entschieden hat. 

Herr Frommelt, wie ist für Sie dieser Prozess abgelaufen?
Christian Frommelt: Ich habe mich schon immer gerne mit der Strategie und der Ausrichtung des Instituts auseinandergesetzt und mich über meine eigentliche Forschungstätigkeit hinaus mit dem Institut identifiziert. Es war für mich aber eine Überraschung, dass Wilfried Marxer das Amt des Direktors abgeben wollte. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dann für diese Veränderung entschieden. Ich fühle mich wohl mit meiner neuen Arbeit, aber ich muss sicher noch weiter in die Position hineinwachsen. 

Herr Marxer, unterstützen Sie Herrn Frommelt noch bei der Leitung des Instituts?
Wilfried Marxer: Natürlich stehe ich Christian Frommelt jederzeit gerne beratend bei. Aber ich möchte mich nicht in den Vordergrund drängen. Ich habe sicherlich viele Erfahrungen gemacht, die auch Christian weiterhelfen können, und da steht meine Tür für ihn jederzeit offen. Aber die Verantwortung und die Kompetenz liegen dabei klar bei Christian.
Christian Frommelt: Zwischen uns hat die Zusammenarbeit in den letzten acht Jahren sehr gut funktioniert und ich bin mir sicher, dass sie auch in den kommenden Jahren bestens läuft. Diese Gewissheit ist auch ein Grund, weshalb ich die Stelle überhaupt erst angenommen habe. 

Wie geht es mit dem Liechtenstein-Institut weiter?
Christian Frommelt: Das Liechtenstein-Institut war immer schon lebendig und dynamisch. Schliesslich orientieren wir uns mit der Forschung an der sich ständig ändernden Gesellschaft. Das bedeutet für uns auch eine dauernde Weiterentwicklung. Unser Ziel ist dabei, einen Forschungsoutput zu Liechtenstein zu liefern, der den wissenschaftlichen Standards entspricht und für Liechtenstein relevant ist. Wir wollen zu einem kritischen Selbstverständnis von Liechtenstein beitragen. Dabei fokussieren wir uns auf unsere vier Fachbereiche Recht, Wirtschaft, Geschichte und Politik.
Im Moment haben wir viele Forschungsprojekte, die parallel laufen. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat seine Kernforschung und arbeitet nebenher noch an weiteren, teils interdisziplinären Projekten. Ein Projekt, das gerade läuft, ist beispielsweise die Digitalisierung des Historischen Lexikons. Dieses wird im November der Öffentlichkeit präsentiert. Daneben arbeiten wir mit viel Elan an einem Handbuch zum politischen System Liechtensteins. Ausserdem laufen auch diverse Projekte zu den Feierlichkeiten zum 300-Jahr-Jubiläum. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt aus unserer Tätigkeit.

Das ganze Interview mit Wilfried Marxer und Christian Frommelt lesen Sie in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Dienstag, 26. Juni. 

26. Jun 2018 / 07:00
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