• Ein Teil des inzwischen 50-köpfigen Früchte- und Snackbox Express-Teams vor ihrem Büro in Gamprin.  (Tatjana Schnalzger)

Google ermöglicht Durchbruch

Oliver Stahl und Markus Goop haben vor fast zehn Jahr Snackbox Express und später die Firma Früchtebox Express gegründet. Während sie anfangs nichts verdienten, liefern sie heute 36 Tonnen Früchte pro Monat.

Oliver Stahl war früher Französischlehrer am Gymnasium in Vaduz. Als er mit einem Bein bereits in der Selbstständigkeit stand, konnte er sein Geschäft und die Schule zunächst gut gleichzeitig stemmen. Ein kurzes Telefonat in der Pause. Einige E-Mails am Abend und Termine am Wochenende. Anfangs versuchte Stahl seine Snackbox an den Mann zu bringen– die erste Firma, die Markus Goop und Oliver Stahl zusammen gründeten. Die Idee: Snacks direkt zu den Unternehmen liefern. Das war nichts Neues. Grosse Firmen sind hier längst Platzhirsche am Markt. Doch es gab eine Nische. Weil sich kleinere Unternehmen selten einen eigenen Automaten leisten, entstand die Idee der Snackbox im Jahr 2009. «In den ersten drei Jahren war vor allem Türklinkenputzen angesagt– unser kleines Team fuhr von Büro zu Büro. Das Gebiet vergrösserte sich dabei immer weiter», so Stahl. Später, nur drei Jahre danach kamen die Früchte dazu. Kunden selbst brachten die Jungunternehmer auf die Idee auch Früchte direkt ins Büro zu liefern. Denn neben Schokoriegeln und Nüssen sollte es etwas gesunder für die Mitarbeiter sein. Und warum auch nicht, dachten sich Markus Goop und Oliver Stahl. Sie gründeten mit Früchtebox Express ihre zweite Firma. Früchtebox Express liefert Früchte in sogenannten Früchteboxen direkt an den Arbeitsplatz.

Grossteil der Lieferungen gehen nach Zürich
Schon bald nachdem die Firma gestartet war, wussten die Gründer, dass eine eigene Logistik her musste.So konnten sie flexibler als ihre Mitbewerber sein . Sie zogen zuerst in ein Co-Working-Space in Bendern. Als auch hier der Platz nicht mehr reichte, eröffneten sie in Bendern ein eigenes Büro mit Lager sowie ein Lager in Gams. Von hier aus liefern sie inzwischen in die ganze Deutschweiz – bis Basel. «Früchtebox Express lieferte im Jahre 2017 rund 58 000 Früchteboxen an Firmen aus – 80 Prozent davon mit eigenem Vertrieb, wobei der wichtigste Markt Zürich ist», erklärt Oliver Stahl. Die Konkurrenz, die direkt in der Stadt sitzt, reagiert nicht selten verdutzt, wenn ihnen ein Unternehmen aus Liechtenstein den Rang abläuft. Wie aber ist das möglich? 
Zum Durchbruch verhalf neben dem intensiven Türklinkenputzen und der eigenen Logistik auch der Suchmaschinengigant Google.  «Eines morgens um halb acht – ich war gerade erst wach geworden – rief eine Schweizer Agentur an», erzählt Oliver Stahl. Im Auftrag von Google sollten sie fünf oder sechs Start-ups ausfindig machen – mit spannenden Geschäftsmodellen, die im Onlinemarkt der Zukunft von Bedeutung sind. Das Team  stellte seine Idee in einem Bewerbungsvideo vor. Das Potenzial bei Früchtebox Express war offenbar gross genug und so produzierte Google einen eigenen Film über das noch junge Unternehmen. 
Mit diesem Image-Film und einer gemeinsamen Online-Vermarktungsstrategie pushte Google Früchtebox Express.   «Das bedeudete für uns einen Riesenschub, da wir seither in vielen Regionen der Schweiz führend bei Google positioniert sind. Noch heute generieren wir deshalb einen grösseren Anteil unserer Neukunden über Google», erzählt Stahl.

Inzwischen erwirtschaftet die Früchtebox Express AG einen Umsatz von über drei Millionen Franken im Jahr. Alleine 850 Abo-Kunden konnten von der Idee überzeugt werden. Die Unternehmen werden meist einmal in der Woche beliefert – vor allem der Montag ist ein Grosskampftag für das Team. Doch die Mühe lohnt sich. Seit der Gründung ist das Unternehmen jedes Jahr um 30 Prozent gewachsen. «Wir glauben, dass dies in den nächsten Jahren so weitergeht. Die Nachfrage ist riesig», erklärt Stahl. Demnach ist der Markt wortwörtlich noch lange nicht gesättigt. Das macht auch die Gründer von Früchtebox Express hungrig auf mehr. 
Sie möchten künftig auch die Westschweiz, Bern und Vorarlberg erobern. Gerade Kunden in Österreich wären eigentlich so nah. Die Eintrittshürde für diesen Markt ist laut Oliver Stahl aber der Zoll. So wie in der Schweiz nicht wahllos Früchte importiert werden dürfen, so gibt es auch für die EU Beschränkungen. Die Gründer, die unlängst mit dem Schweizer Innovationspreis Golden Idea Award ausgezeichnet wurden, möchten sich davon aber nicht abhalten lassen und setzen auch in Zukunft auf Expansion. (dal)

28. Jun 2018 / 05:00
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