• Dario Haag
    Dario Haag trägt seit der laufenden Saison das Trikot von Colorado Rampage.

Ein Balzner mischt im US-Hockey mit

Vor knapp zwei Jahren machte sich Dario Haag auf den Weg in die USA, um seinen Traum, Eishockey-Profi zu werden, in die Tat umzusetzen. Trotz der vielen Hürden kann sich der Balzner in Amerikas Elite U18-Liga durchsetzen.

Der Eishockeysport geniesst in Liechtenstein nur ganz wenig Popularität. Gründe dafür gibt es einige. Daher verwundert es auch nicht gross, dass es nur wenige Liechtensteiner Eishockeyspieler gibt und schon gar nicht auf Top-Niveau. Doch einer ist nun drauf und dran, diesen «unmöglichen»  Weg von Liechtenstein aus in die grosse Welt der Hockey-Elite zu meistern. Die Rede ist vom Balzner Dario Haag. Der 17-Jährige wagte vor knapp zwei Jahren den Sprung über den grossen Teich, mit dem Ziel, sich in den amerikanischen Juniorenligen durchzusetzen. 

Täglicher Kontakt nach Liechtenstein

Dario Haag hat ein grosses Ziel vor Augen: Er will Eishockey-Profi werden. Doch bis zur Verwirklichung dieses Traums ist der Weg lang und alles andere als einfach. Das Talent dazu bekam Haag schon in die Wiege gelegt, denn sein Vater schaffte es in der höchsten schwedischen Spielklasse immerhin bis zum Mittrainieren. Doch das reicht dem bald 18-Jährigen nicht. Haag will es zum Profi schaffen, am liebsten in seiner zweiten Heimat Schweden. Doch im Eishockey zählt ab 15 das Talent nichts mehr und man muss hart dafür arbeiten, um seinen Traum verwirklichen zu können. Dafür liess er vor gut zwei Jahren alles hinter sich und ging in die USA. Dort spielte er zuerst bei den Utah Outliers. Seine erste Saison in Übersee war aufregend und vieles war für den Balzner neu. Obwohl er einer der Jüngsten in der ganzen Liga war, konnte er sich durchsetzen und schaffte es bei einigen Scouts auf den Zettel. Die logische Folge: Haag bekam einige Angebote aus der «Tier I», der besten Elite U18-Liga in den USA. 
Seit dieser Saison spielt Haag nun für Colorado Rampage. Er hat sich bewusst für dieses Team entschieden. «In Colorado ist es sehr ähnlich wie in Liechtenstein oder auch in Schweden. Es hat Berge und Wälder und in dieser Umgebung fühlt sich Dario zu Hause» erzählt seine Mutter. Für den bald 18-Jährigen war es nicht immer einfach in den USA. Als ausländischer Spieler muss man sich jeden Tag beweisen und oft härter an sich arbeiten als amerikanische Spieler. Anfangs war alles neu für Haag und ausserdem begleitete ihn seine Mutter in der ersten Zeit in den USA. Doch mittlerweile hat er sich eingelebt und kommt gut selber zurecht. Von seiner Familie wird er so gut es geht von Balzers aus unterstützt. «Wir stehen fast täglich mit ihm in Kontakt. Das ist sehr wichtig für Dario und auch für uns», sagt seine Mutter. Heimweh macht Haag nur selten zu schaffen. Sein Tag ist oft vollgepackt mit Schule und Training. Da bleibt nicht viel Zeit, um über die Heimat nachzudenken. Eine «Krise» hat er nur dann, wenn er krank ist und nicht auf dem Schlittschuhen stehen kann.

Schwierig, Hockey und Schule unter eine Hut zu bringen

Der Schritt in die USA war ein sehr grosser für Dario Haag. Das Eishockey ist dort ganz anders als hier in Europa. Man spielt auf einem kleineren Feld, das Spiel ist viel physischer und schneller. Doch der Balzner hatte keine grossen Schwierigkeiten, sich auf die amerikanischen Verhältnisse einzustellen. Mit 1.86 Metern ist Haag gross gewachsen und auf der physischen Seite im Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten. Doch die grösste Stärke des 17-Jährigen sind seine Schlittschuhlauf-Qualitäten. Seit vielen Jahren besucht er im Sommer jeweils ein Camp in Schweden, wo er sein Schlittschuhlaufen verbessert. Deshalb gehört er läuferisch zu den Besten und Schnellsten seines Teams. Eine Qualität, die auch seinen Trainern nicht entgangen ist und diesen sehr imponiert. Aber auch allgemein konnte er sich weiterentwickeln und hat grosse Fortschritte gemacht.
Doch Haag spielt in Übersee nicht nur Eishockey. Auch die Schule darf nicht hinten anstehen. Für Haag ist es eine grosse Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. Doch mit viel Engagement überspringt er auch diese Hürde und schafft das von den Teams verlangte College-Niveau. In Zukunft werden auch die schulischen Ansprüche nicht geringer. Da Haag ein Ausländer ist, kann er das College nicht wie seine amerikanischen Teamkollegen online absolvieren, sondern muss weiterhin die Schulbank drücken. Da sein Team jedoch vier Trainingseinheiten pro Tag absolviert, ist es für Haag schwer, eine Zeit zu finden, wo er die Schule besuchen kann. «Organisatorisch ist es sicher eine riesengrosse Herausforderung. Wir unterstützen ihn aber, so gut es geht und werden bestimmt eine Lösung finden.»

Alles deutet auf eine weitere Saison bei Colorado hin

Wie die Zukunft von Haag aussehen wird, ist noch nicht klar. Momentan deuten jedoch alle Zeichen darauf hin, dass Haag auch in der nächsten Saison in Colorado spielen und in die Akademie aufgenommen wird. Doch das Eishockey ist ein «Business» und da kann es manchmal schnell gehen. Es könnte auch sein, dass Haag in der nächsten Saison in Schweden oder der Schweiz spielt. «Die Kontakte nach Schweden und zu einem NLB-Team in der Schweiz stehen. Es ist wichtig, dass man sich immer mehrere Möglichkeiten warm hält. Aber momentan sieht es so aus, als würde Dario in den USA bleiben», erklärt die Mutter des 17-Jährigen. Da Haag im November 18 Jahre alt wird, darf er endlich auch einen Agenten engagieren, der sich um ihn kümmert. Das ist sehr wichtig für den Balzner, denn Beziehungen sind in diesem Sport enorm wichtig.
Zuerst einmal heisst es für Haag jedoch, die High School zu beenden und im Juni nach Hause zu kommen. Dann geniesst er einige Tage hier in Liechtenstein, bevor es dann weiter nach Schweden ins Schlittschuh-Camp reist. (rb)

26. Apr 2018 / 09:50
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