• Sport Balzers
    Marco Büchel (links) ist der bekannteste Balzner Sportler. Neben ihm konnten auch weitere Balzner, wie Stephanie Vogt und Mario Frick (unten) sportliche Erfolge feiern.

Balzers mit vielen grossen Namen

Kaum eine Liechtensteiner Gemeinde hat derart viele erfolgreiche Sportler herausgebracht wie die Gemeinde Balzers-Mäls. Lediglich an Olympischen Spielen gingen die Balzner Sportler bislang leer aus. Marco Büchel, Mario Frick & Co. schrieben Geschichte.

Die ehemaligen Skistars Marco Büchel (Vizeweltmeister 1999 im Riesenslalom), Achim Vogt und Markus Foser stammen allesamt aus Balzers. Zehn Olympische Medaillen holten sich Liechtensteins Sportler, doch den Balznern blieb der Gewinn von Olympischem Edelmetall verwehrt.

Marco Büchel, der wohlbekannteste Balzner 

Büchel holte sich in Turin 2006 (Sechster im Super-G Abfahrt und Siebter in der Abfahrt) zwei Diplome sowie ein Diplom in Vancouver 2010 (Achter in der Abfahrt) und ist mit sechs OlympiaTeilnahmen Liechtensteins Rekordteilnehmer. Dass er der bekannteste Balzner weltweit ist, nahm er mit Staunen auf. «Ich bin Balzner, bin aber noch nie darauf angesprochen worden», lächelte Marco «Büxi» Büchel, stellte aber klar: «Sportlich sind wir in Balzers sehr gut aufgestellt. Entweder musste einer in der Serie A spielen oder mindestens ein Weltcuprennen gewonnen haben», verwies Büchel auf seine bestens bekannten Nachbarn hin. Er hat in einem Doppelhaus mit Markus Foser (Gröden-Sieger) gewohnt. «Im Nachbarhaus ist Mario Frick gross geworden und nur 500 m Luftlinie entfernt wohnte, ebenfalls  am Ramschwagweg, Achim Vogt (Weltcupsieg in Tignes). «Es lag wohl am besten Grundwasser des Landes», scherzte Marco Büchel,  dass es zu dieser Ansammlung von vier Spitzensportlern kam.

Mario Frick schaffte es in die Serie A – 20 Tore

Ein Aushängeschild war  im Fussball Mario Frick. Er schaffte es über den Umweg Schweiz (St. Gallen, GC, Basel, FC Zürich) zu Hellas Verona in die Serie A. Seine Karriere in Italien beschloss er bei der AC Siena. Insgesamt 20 Tore erzielte der Balzner in der legendären Serie A. Der FC Balzers steht sinnbildlich für den Mannschaftssport in Balzers. Das Team schaffte 1970 erstmals den Aufstieg in die zweite Liga und sechs Jahre später die erstmalige Promotion in die Erste Liga. In der Zwischenzeit ging es immer wieder auf und ab; seit 2011 steht das Team unentwegt in der Ersten Liga. Elf Mal ging der Sieg im Liechtensteiner Cup nach Balzers; in der kommenden Woche wird gegen den FC Vaduz der zwölfte Titelgewinn angepeilt.
Der TV Balzers entführte mit seinen Athleten vor allem im Geräteturnen manch einen Titel aus der Schweiz nach Balzers. 2009 und 2015 gingen der Kantonale Titel im einteiligen Vereinswettkampf der Geräteturner an den TVB. Den letzten Schweizer Meistertitel der Kategorie C holten die Balzner als St. Gallen III im November 2004. Doch beim TVB ist das Turnerkränzle im Jahreskalender ein fester Bestandteil, wie beim FC Balzers der Theaterabend. Weitere aktive Vereine sind der Skiclub Balzers mit seinen eingangs erwähnten Skigrössen sowie der TC Balzers.

Hingis trainierte als Juniorin Tennis – Vogt schaute hoch

Die Weltklassespielerin Martina Hingis, die in Trübbach aufgewachsen ist, hatte als junges Mädchen auf den Balzner Tennisanlagen ihre Karriere aufgebaut. Die 28-jährige Balznerin Stephanie Vogt verweilte oft auf der Anlage und beobachtete das Jungtalent. «Mein Vater war Klubpräsident und hat die Mutter von Martina Hingis als Klubtrainerin verpflichtet», erinnert sich Stephanie Vogt, die zehn Jahre jünger als das Ausnahmetalent ist.  «An alle Details kann ich mich nicht mehr erinnern. Jedenfalls schaute ich ihr später beim Spielen oft in Trübbach zu», blendet Vogt zurück. Die Liste an erfolgreichen Balzner Sportlerinnen ist relativ klein. Weshalb das so ist, weiss Vogt, die zweimal an Olympischen Spielen (2012/ 2016) teilnahm, nicht. «Ich habe keine Ahnung, doch wir sind ein kleines Land und es ist toll, dass wir so viele tolle Sportler hervorbringen», relativiert Vogt, die dank der individuellen Förderung ihrer Familie die internationale Karriere beschritt. «Meine Mutter hat mich stark unterstützt. Als kleines Mädchen habe ich noch vom Fussball- und Skiklub profitiert. Die Sportvereine leisten gute Arbeit, wie auch der TC Balzers, wo alles seinen Anfang nahm», so Steffi Vogt, die ab und zu wieder Tennis spielt. «Erst am Wochenende habe ich als Sparringpartnerin mit Kathinka von Deichmann gespielt. Spielen kann ich nach wie vor gut, bin nur nicht mehr so fit», lächelt Stephanie Vogt, die heute beim WTA-Turnier in Stuttgart, dem Porsche-Cup, weilt. «Dort feierte ich vor drei Jahren wohl einen meiner grössten Erfolge, als ich im Doppel die Nummer eins schlug und ins Halbfinale vorstiess», so Vogt, die damals zusammen mit Petra Martic (Kro) das weltbeste Doppel, Martina Hingis (Nr. 4) und Sania Mirza (Ind/1), 6:3, 6:3 schlug. «Es werden bestimmt Erinnerungen hochkommen», ist Vogt überzeugt, die an der ETH ein Maschinenbau-Studium absolviert. 

Sportpionier Xaver Frick im Sommer- und Wintersport

Einer von zahlreichen Liechtensteiner Sportpionieren stammt aus Balzers. Xaver Frick startete als Leichtathlet 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin (100 m, 200 m) und zählte 1948 in St. Moritz als Langläufer zur Liechtensteiner Staffel über 4 x 10 km, die Rang elf realisierte.  Er schlug schliesslich auch eine lange Karriere als Funktionär ein, war der Pionier und Mitbegründer des Liechtensteiner Nationalen Olympischen Komitees und verstarb schliesslich 96-jährig am 11. Juni 2009.Er war die treibende Kraft, der den Turnverein Balzers am 10. Januar 1932 ins Leben rief. Neben ihm seien noch der Skifahrer August Wolfinger (Innsbruck 1964), der Schütze Louis Frommelt (München 1972), der Leichtathlet Markus Büchel (Los Angeles 1984 und Seoul 1988), die Skirennläuferin Jacqueline Vogt (Calgary 1988), der Skirennfahrer Silvio Wille (Calgary 1988) und Daniel Vogt (Albertville 1992 und Lillehammer 1994) erwähnt, die olympische Luft schnupperten. 

Gleitschirmpilot Martin Bühler war Weltkasse

In den Randsportarten überzeugte vor allem der Gleitschirmpilot Martin Bühler, der im Weltcup schon mit den weltbesten Piloten mithalten konnte und einmal den Gesamtweltcup für sich entschied. Auch der Balzner Springreiter Fidel Vogt konnte internationale Erfolge feiern. (eh)

Gemeinde Balzers

Einzelsportler:
Marco Büchel (Ski alpin), Achim Vogt (Ski alpin), Markus Foser (Ski alpin), Mario Frick (Fussball), Daniel Kaufmann (Fussball), Stephanie Vogt (Tennis), August Wolfinger (Ski alpin), Louis Frommelt (Schiessen), Markus Büchel (Leichtathletik), Jacqueline Vogt (Ski alpin), Silvio Wille (Ski alpin), Daniel Vogt (Ski alpin), Fidel Vogt (Reiten).
 
Mannschaften:
TV Balzers (Turnen), FC Balzers (Fussball), BC Balzers (Badminton), IHC Wild Wings (Inline Verband), KC Hana Balzers (Karate), Pferdsportverein Balzers (Reiten), PV Balzers (Volleyball), SC Balzers (Ski alpin), Schwimmclub Balzers (Schwimmen), Sportschützen Balzers (Schiessen), TC Balzers (Tennis), TTC Balzers (Tischtennis), Wildwasserclub (Kajak).

26. Apr 2018 / 09:56
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