• Postfächer Liechtenstein, Vaduz
    Postfächer in Liechtenstein werden ab 2018 kostenpflichtig.  (Tatjana Schnalzger)

Offenbar mehr Postfach-Kündigungen als erwartet

Am Donnerstag läuft die Kündigungsfrist für die Postfächer bei der Liechtensteinischen Post AG ab. Wie viele schon gekündigt wurden, wollen die Verantwortlichen nicht sagen.

Am Samstag, 9. September, erhielten alle Inhaber eines Postfachs in Liechtenstein ein Schreiben der Post, datiert mit 1. September 2017. Der Inhalt hatte es in sich: Seit Bestehen der Post in Liechtenstein war das Postfach kostenlos. Ab dem 1. Januar 2018 kostet es 120 Franken pro Jahr. Die über 2 000 Postfachkunden wurden im Schreiben aufgefordert, sich bis zum 30. November zu entscheiden, ob sie künftig auf ihr Postfach verzichten wollen und sich dadurch künftig die Post kostenlos bis in den Briefkasten vor der Haustüre liefern zu lassen. Die Aktion der Post sorgte für Kritik und mehrere Kleine Anfragen im Landtag.

Anfangs Oktober lag Kündigungrate bei 12 Prozent

Ob das Ziel des Staatsbetriebes aufgeht, mehr Geld in die Kasse zu spülen, ist umstritten. Aus der Beantwortung einer Kleinen Anfrage des DU-Abgeordneten Herbert Elkuch geht hervor, dass bis Anfang Oktober 12 Prozent der Kunden ihr Postfach gekündigt haben. «Der Verwaltungsrat rechnet miteinem Mehrertrag von bis zu 175 000 Franken, sofern die Anzahl der Postfach-Kündigungen nicht mehr als 20 Prozent beträgt», zitierte der Wirtschaftsminister Daniel Risch damals die Aussagen der Post-Verantwortlichen. Eine effektive Rechnung könne deshalb erst vorgenommen werden, wenn die Kündigungsfrist ablaufen sei.

Post fühlt sich nicht zur Information verpflichtet

Auf die Nachfrage des «Vaterlands» am vergangenen Freitag, wie hoch die Kündigungsrate kurz vor Ablauf der Frist sei, teilte der Mediensprecher der Liechtensteinischen Post AG, Wolfgang Strunk, schriftlich mit: «Zahlen zum Geschäftsverlauf und auch zu ähnlich gelagerten Detailthemen geben wir nur bekannt, wenn dies aufgrund unserer Pflichten als staatsnaher Betrieb gefordert wird oder wir eine externe Kommunikation explizit für nötig erachten.» Abgesehen davon, dass ein solches Informationsverständnis für einen Staatsbetrieb mehr als fraglich ist, deutet das Mauern der Postverantwortlichen stark darauf hin, dass wesentlich mehr Kunden ihr Postfach gekündigt haben als angenommen. Da die Medien von der Post nicht informiert werden, wird nächste Woche eine Kleine Anfrage im Landtag wieder Licht ins Dunkel bringen müssen. (sap)

27. Nov 2017 / 10:08
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