• Little Boy Shopper in Supermarket
    Auch heute gäbe es noch Produktgruppen, die sich speziell nach den Bedürfnissen von Mädchen, andere derer von Jungs orientieren würden.  (FGorgun)

Keine Klischees im Spielwarenhandel

Die Welt von Kindern ist längst nicht mehr nur rosa und blau, sondern vielmehr kunterbunt. Zwar gibt es Produktgruppen, die sich nach typischen Mädchen- oder Jungsvorlieben orientieren, die Rollen werden aber heutzutage gerne auch einmal getauscht.
Vaduz. 

Wer Kinder hat, weiss, dass sie gerne das nachmachen, was Erwachsene tun. Und schon allein deshalb ist Erziehung ohne stereotype Geschlechterrollen nur dann möglich, wenn Eltern mit gutem Beispiel vorangehen.   Manche Mädchen mögen Lillifee, andere Pippi Langstrumpf. 
Manche Buben lieben Werkzeugkästen, andere basteln gern. Und dann gibt es Kinder, die mögen beides: sowohl mit der Puppe als auch mit Autos spielen. Experten raten, Spielzeug nicht danach auszusuchen, ob es für ein Mädchen oder Junge ist, sondern vielmehr nach deren Interessen. Diese haben verschiedene Vorlieben – Hersteller aber keinen moralischen Auftrag. Sie wollen einfach Spielzeug verkaufen. Gibt es eine Nachfrage nach Farben und geschlechtstypischen Waren wird diese von ihnen entsprechend bedient und abgedeckt. 

«Ich glaube unsere Gesellschaft akzeptiert mehrheitlich ein progressives Rollenbild», meint Peter Thöny vom Spielwarengeschäft Mikado AG in Vaduz. Das bestätigt unter anderem auch die Tatsache, wonach Jungs in seinem Laden auch schon Bügelbrett oder Staubsauger gekauft hätten. Zudem sei die Küche ein durchaus beliebtes Bubenspielzeug. Andersherum würden Mädchen  heutzutage vermehrt nach Legoschachteln greifen. «Die Rollen sind wie im richtigen Leben immer häufiger unter beiden Geschlechtern verteilt», erklärt Peter Thöny. Eine Entwicklung, die er begrüsst. 
Das Rollenspiel unterstütze das Kind in seiner Entwicklung und schule alle seine Sinne. In einer geschlechtsneutralen Erziehung sieht der Experte jedoch keinen Nutzen. «Viel wichtiger finde ich es, dass sich die Kinder im Spiel entwickeln können und sie sich durch die Vorbildfunktion des Umfeldes entsprechende Denk- und Verhaltensweisen aneignen, begründet in unserer Kultur.» 
Entscheidend ist dabei nicht die Farbe oder die Funktion des Spielzeugs sein, sondern laut dem Experten vielmehr, dass überhaupt noch gespielt wird. Grundsätzlich entscheide der Konsument, beeinflusst durch Medien, Experten und soziale Kontakte, welche Spielwaren gekauft würden: «Auch heute gibt es noch Produktgruppen, die sich speziell nach den Bedürfnissen von Mädchen, andere derer von Jungs orientieren. Dann gibt es aber auch noch solche, die neutral sind», erklärt Peter Thöny weiter. Es gebe zahlreiche Spielzeuge, die erwiesenermassen bei beiden Geschlechtern beliebt seien. Das wohl bekannteste sei das Gesellschaftsspiel «Monopoly». Aber auch Puzzles, Schleich-Tiere, Lego, Playmobil, Experimentierkästen, Rutschfahrzeuge, Kapla, Sportspiele oder Kleinkinderprodukte gehören für ihn in die «geschlechtsneutrale» Spielkategorie. 

Auch die HW Baby Center AG in Bad Ragaz führt weitestgehend geschlechtsneutrale Produkte. Dabei werden laut Harry Widrig sowohl Mädchen-, als auch Jungensachen nicht strikt voneinander getrennt. Zwar seien auch Autositze und Spielwaren nicht nach Geschlecht getrennt, jedoch mache es bei der Kleidung Sinn, diese so auszustellen: «Wenn beispielsweise jemand etwas zum Anziehen für Jungs sucht, vereinfacht es doch den Einkauf um einiges, wenn die Sachen vorab sortiert wurden», findet Harry Widrig. Die meisten Artikel, welche die HW Baby Center AG im Sortiment habe, seien für beide Geschlechter geeignet. Natürlich gebe es Hersteller, die mädchen- oder jungenhafte Farben, Designs oder Ausführungen anbieten würden. Suche die Kundschaft nach Kinderwagen, Autositze oder Möbel würden diese in den meisten Fällen in neutraler Farbe gekauft. «Aber auch da gibt es Ausnahmen, welche einen klar geschlechterbezogenenen Artikel in entsprechender Farbe wünschen.» (bc)

07. Mär 2018 / 19:31
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
18. September 2018 / 16:47
18. September 2018 / 16:53
18. September 2018 / 10:20
Meistkommentiert
13. September 2018 / 06:16
06. September 2018 / 16:29
13. September 2018 / 12:13
14. September 2018 / 14:47
Aktuell
18. September 2018 / 22:10
18. September 2018 / 21:35
18. September 2018 / 20:57
18. September 2018 / 20:22
18. September 2018 / 20:09
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
hierbeimir_Logo_basic
Zu gewinnen HBM-Gutschein im Wert von 20 Franken
31.07.2018
Facebook
Top