• Das Kommissariat für Wirtschaftskriminalität der Landespolizei ist momentan überlastet.
    Das Kommissariat für Wirtschaftskriminalität der Landespolizei ist momentan überlastet.  (Archiv)

Hohe Schäden durch Wirtschaftskriminalität

59 Fälle von Wirtschaftskriminalität mit einer Schadenssumme von 426 Millionen haben die Schweiz im vergangenen Jahr erschüttert. In Liechtenstein häuften sich die Fälle von Betrug, Geldwäsche und Veruntreuung – ebenfalls mit Schäden in Millionenhöhe.
Vaduz. 

Das Kommissariat für Wirtschaftskriminalität der Landespolizei ist momentan überlastet, wie die Staatsanwaltschaft in  Liechtenstein auf Anfrage erklärte. In einem aktuellen Strafverfahren kommt es deswegen zu Verzögerungen. Erneut hat ein Betrugsfall mit Verdacht auf Veruntreuung und Geldwäsche für Aufsehen gesorgt: Bei einem Finanzunternehmen in Mauren sollen der Firmeninhaber aus Deutschland und sein Partner Kundengelder in Millionenhöhe veruntreut haben. So flossen Gelder auf das Privatkonto, anstatt in die versprochenen Immobilien-Investments. Es ist nicht der erste Fall in Liechtenstein – und die Serie will nicht abreissen. Diese Woche stehen zwei Gerichtsverhandlungen an. Schwerer Betrug und Betrug mit Geldwäsche sind die jeweiligen Delikte. Auf solche Schlagzeilen könnte der Finanzplatz Liechtenstein verzichten. 

80 Millionen FrankenSchaden vermutet
Seit 2017 waren es fast ein Dutzend Fälle, die für Aufsehen sorgten. Die Schadenssumme daraus könnte sich auf über 80 Millionen Franken belaufen. Der grösste Fall: Ein Liechtensteiner Treuhänder wurde wegen «gewerbsmässigen schweren Betrugs und Geldwäsche» sowie Veruntreuung von 13 Millionen Franken verurteilt. Der nächste Prozess in dieser Causa ist noch anstehend, insgesamt soll es um 43 Millionen Franken gehen. Es dürfte der grösste Betrugsfall der liechtensteinischen Geschichte werden. 
Für Aufsehen sorgte auch die Verhaftung eines Liechtensteiner Bankers, bei dem 10,5 Millionen Franken in die eigene Tasche flossen. Zwar bereute der Mann seine Tat während des Gerichtsverfahrens sehr, dennoch entstanden für seinen Arbeitgeber negative Schlagzeilen. Zwei weitere Fälle von Betrug und Veruntreuung in derselben Bank kamen hinzu. Bei einer anderen Liechtensteiner Bank wurde ein Millionenbetrug im vergangenen Jahr öffentlich, der sich aber bereits 2011 ereignete. Die Deliktsumme lag bei zehn Millionen Euro. Auch im öffentlichen Sektor ereignete sich ein Fall. Eine Ex-Mitarbeiterin des ALV zwackte 2,7 Millionen ab. «Ich liess die Gelder bedürftigen Personen zukommen», beteuerte sie während der Gerichtsverhandlung. 
Allerdings sind Fälle von Wirtschaftskriminalität auch in anderen Ländern alles andere als eine Seltenheit. 59 Fälle von Wirtschaftskriminalität wurden im vergangenen Jahr an Schweizer Gerichten behandelt. Das zeigt das «KPMG Forensic Fraud Barometer». Das Schadensvolumen betrug 426 Millionen Franken. Ein Grossteil der Täter stammt aus der eigenen Organisation, handelte alleine und weist als zentrales Motiv für die Bereicherung die Finanzierung eines aufwendigen Lebensstils oder die Tilgung von Schulden auf. Die Studie beruht auf Wirtschaftskriminalitäts-Fällen mit einem Schadensbetrag von mindestens 50 000 Franken. (dal)

24. Jul 2018 / 06:07
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