• Gmeiner Multimedia Anstalt
    Ein weiteres Multimediageschäft geht zu: Gmeiner Multimedia an der Landstrasse in Schaan muss wegen hohen Umsatzeinbussen aufgeben.  (Daniel Schwendener)

«Der Multimediaelektroniker stirbt aus»

Eine 32-jährige Ära geht zu Ende. Ende April schliesst das Multimediageschäft «Gmeiner Multimedia Anstalt» für immer die Türen. Geschäftsinhaber Uwe Kieber sieht keine Zukunftsperspektiven mehr und will sich nun neu orientieren.

Uwe Kieber liebt seinen Beruf. Als Multimediaelektroniker berät er seine Kunden Zuhause oder in seiner Firma über neue Musikanlagen, Fernsehgeräte und elektronische Gebäudesteuerung. Die Installation erfolgt durch den Profi inklusive Einführung der neuen Anlage. Eine Dienstleistung, die bei den Kunden von der «Gmeiner Multimedia Anstalt» sehr geschätzt wird und so eine persönliche Kundenbindung mit sich bringt. Und trotzdem: Das Geschäft schliesst per Ende April wegen rapiden Umsatzeinbussen. Das Geschäftsjahr 2017 verzeichnet einen Umsatzrückgang von 31 Prozent. «Das können wir schlichtweg nicht verkraften», sagt Uwe Kieber, der 2002 das Geschäft nach dem plötzlichen Tod seines damaligen Chefs Peter Gmeiner übernommen hatte. Gmeiner gründete das Unternehmen 1986 – ein weiteres Traditionsunternehmen in Liechtenstein muss also aufgeben.

Streamingstatt Kabel-TV

Die Zeit der Multimediageschäfte scheint vorbei zu sein. Allein im vergangenen Jahr mussten mit Kind Vision und TV Gassner zwei Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig schliessen. Für Uwe Kieber ist die Branche kaputt und auch für den Beruf Multimediaelektroniker sieht er keine Zukunft. «Der Beruf stirbt aus. Ich bin überzeugt: In zehn Jahren gibt es keinen Multimediaelektroniker mehr», sagt Kieber traurig. Er selbst hat jahrelang Lehrlinge ausgebildet. Auch jetzt sind noch zwei Lernende im Betrieb angestellt, für die nun eine neue Stelle gesucht wird. Der Rückgang in diesem Berufszweig zeige sich auch in der Tatsache, dass die Schülerzahl in der Berufsschule in St. Gallen geschrumpft sei. Heute besteht eine Klasse noch aus sechs bis zehn Lehrlingen. «Zu meiner Zeit waren wir noch zwei Klassen mit je 20 Lernenden», zeigt Uwe Kieber den Unterschied auf.

Der Grund für den Rückgang sieht er im Wandel der Gesellschaft. Heute steht Streaming (Datenbezug für Filme und Musik aus dem Internet) im Vordergrund. Die junge Generation kennt kaum noch normales Kabelfernsehen. «Das ist eine Entwicklung, die mir Sorgen bereitet. Auch die TV-Stationen werden irgendwann Schwierigkeiten bekommen.» Uwe Kieber ist überzeugt, in Zukunft sind nur noch EDV-Spezialisten gefragt. Doch auch bei den Konsumenten im Alter von 30 bis 60 sei der Bedarf, die Dienstleistung eines Profis in Anspruch zu nehmen, zurückgegangen. Viel kann heute beim Grosshändler oder übers Internet bezogen und selbst installiert werden. «Die Elektronik wird immer einfacher», so Kieber. Trotzdem gibt es Unterschiede. Geschäfte wie Gmeiner Multimedia verkaufen Geräte aus einem qualitativ höheren Produktsegment als Grossverteiler. Das Problem: Der Kunde sieht den Geräten den Unterschied nicht mehr an. «Elektronik ist nicht mehr vergleichbar.» (manu)

16. Feb 2018 / 18:08
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