• Lager eines Online-Shops
     (yoh4nn)

Der Angriff der Giganten

Weil der Online-Handel boomt, erweitern die Händler ihr Sortiment oder planen den Markteintritt. Auch in der Region entstehen Online-Marktplätze. Bis zu 1600 Franken lässt ein Online-Shopper jährlich im Netz liegen.

Amazon steht kurz vor dem Schweizer Markteintritt. Damit werden Bestellungen einfacher und schneller. Für Kunden aus der Schweiz und Liechtenstein stehen auf einen Schlag alle Produkte von Amazon.de zur Verfügung, was 229 Millionen Artikel bei einer Lieferzeit von 24 Stunden entspricht. Im Online-Handel bewegt sich gerade einiges: Amazon will sein Sortiment im Bereich Kleidung deutlich ausbauen. «Wir haben das einfache Ziel, bei den Kunden zur am meisten geliebten Adresse für Modekäufe zu werden», sagt Amazons Modebeauftragte für Europa, Susan Saideman. Europas grösser Online-Modehändler Zalando will allein in diesem Jahr eine Viertelmilliarde Euro investieren. Zum einen wird Geld in den Ausbau der Logistik und Technologie gesteckt, zum anderen steigt das Berliner Unternehmen in den Markt für Kosmetikprodukte ein. Der Modehändler Zalando will künftig auch Make-up, Parfüm und Antifaltencremes verkaufen. In Europa wird mit Kosmetik jährlich 80 Milliarden Euro umgesetzt – und erst fünf Prozent davon online. Hier wittert das Unternehmen grosse Chancen.


Bestellungen vorhersagen
Onlinehändler bauen ihr Sortiment aus und arbeiten daran, dass Bestellungen im Internet noch einfacher werden. So erkärt etwa der Retail-Experte von PwC-Schweiz Christoph Walser, dass Amazon beispielsweise Bestellungen mit hoher Treffsicherheit vorhersagen kann. «Wenn ein Kunde ein Produkt anschaut, dann wird jenes bereits in ein Logistikzentrum in der Nähe des Kunden gebracht, was die Lieferzeit nochmals verkürzt».
Inzwischen kaufen Schweizer immer öfters auch in China ein: Knapp jeder siebte – 15 Prozent – bestellt beim chinesischen Onlinehändler AliExpress. Laut einer gerade veröffentlichten Studie der Universität St. Gallen haben 2015 erst rund 30 Prozent der Konsumenten bei ausländischen Anbietern bestellt, 2017 seien es bereits 37 Prozent gewesen. Es ist nicht nur häufiger bestellt werden, sondern auch mehr. Insgesamt lag der Verlust für den Detailhandel mit 9,1 Milliarden Franken um 10 Prozent höher als 2015. Und er dürfte weiter steigen: Bis 2020 soll sich der Schweizer Onlinehandel nach einer Studie der Credit Suisse verdoppeln. Momentan haben die Online-Händler mit rund 7,5 Milliarden Franken einen Anteil von rund 5 Prozent an den Verkäufen des Detailhandels.

Der stationäre Handel versucht darauf eine Antwort finden. «Es liegt auf der Hand, dass die Geschäfte der Region nicht mit Amazon konkurrieren können – das ist Selbstmord», erklärt Sven Simonis als Vertreter des Einzelhandels in Liechtenstein. Aber der Handel hier sei auch Begegnungsstätte und Ansprechpartner wenn, mal was defekt ist oder man mit den Bedienungsanleitungen nicht weiter kommt. «Die Geschäfte müssen den Kunden stärker im Fokus haben und die Bedürfnisse des Kunden besser eruieren», sagt Simonis. Zum Beispiel indem sie spezielle Kunden-Events organisieren. (dal)

Der ganze Bericht in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Wirtschaft Regional»

 

22. Dez 2017 / 11:59
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Citytrain
2 x 1 Familienticket für die «Städtletour» zu gewinnen.
04.06.2018
Facebook
Top