• Historisches Lexikon des FL
    Das Historische Lexikon des Fürstentums Liechtenstein wird es bald auch online zum Nachschlagen geben.  (Tatjana Schnalzger)

«Zu wichtig, um abhängig zu sein»

Eine Online-Version des Historischen Lexikons, das vom Liechtenstein-Institut erstellt wurde, soll realisiert werden. Über die Finanzierung dieses Projekts herrscht Uneinigkeit. Einige Gemeinden sind der Ansicht, dass das Land dafür zuständig sei.
Digital. 

lm Januar 2013 konnte mit der Publikation des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein ein mehr als 20 Jahre dauerndes Projekt abgeschlossen werden. ln zwei umfangreichen, bebilderten Bänden wurden mehr als 2600 Stichworte abgehandelt. Das Lexikon ist ein Nachschlagewerk zu Ereignissen und Persönlichkeiten, geografischen Orten und relevanten Themen zur Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik Liechtensteins. «Schon während der Redaktionsphase war klar, dass es nur eine Druckversion geben wird. Vor der Drucklegung 2013 wurde auch öffentlich kommuniziert, dass das Lexikon irgendwann online zugänglich sein sollte und dass Aktualisierungen künftig im Online-Lexikon vorgenommen werden müssen», erklärt Wilfried Marxer, Direktor des Liechtenstein-Instituts. Für die Initialisierung rechnet das Institut mit Kosten von rund 160 000 Franken, für die Folgejahre mit etwa der Hälfte dieser Kosten. Zusätzlich sollen neue wissenschaftliche Forschungserkenntnisse integriert und neue Artikel in das Lexikon aufgenommen werden. Die Kosten dieses Digitalisierungsprojekts können nicht von der Forschungseinrichtung alleine gestemmt werden. Ende 2016 hat das Ministerium für Äusseres, Bildung und Kultur eine Anschubfinanzierung von 30 000 Franken bewilligt. «Einen zweckgebundenen finanziellen Beitrag an die laufenden Kosten der Online-Version ist allenfalls mit dem neuen Finanzbeschluss für das Liechtenstein-Institut möglich» äussert sich das Ministerium auf Anfrage.

Gemeinden uneinig über Finanzierung
In den vergangenen Gemeinderatsitzungen war die Finanzierung des digitalen historischen Lexikons Thema. Der Gemeinderat Vaduz befürwortete einstimmig einen einmaligen Unterstützungsbeitrag für das Projekt (Initialisierungsphase und Betriebsjahre 2017–2019) an das Liechtenstein-Institut und genehmigt hierfür einen Nachtragskredit von 50 000 Franken. Anders klingt es aus Balzers. Der Gemeinderat lehnte den Antrag ab, das Projekt finanziell zu unterstützen. Dieser war geschlossen der Meinung, dass es nicht Aufgabe der Gemeinden sei, Projekte von landesweitem Interesse zu finanzieren. Das Projekt falle aufgrund der Aufgabenentflechtung zwischen Land und Gemeinden klar in die Zuständigkeit des Landes. Der Regierung werde zudem schriftlich mitgeteilt, dass sie diesem Projekt die nötigen finanziellen Mittel zur Realisierung bereitstellen sollen. «Die Aufgabenentflechtung ist eine Frage, die zwischen dem Land und den Gemeinden zu klären ist» meint Marxer. «Bezüglich der Bedeutung des Projektes für die Gemeinden sind wir etwas anderer Ansicht, wenn man beispielsweise an die zahlreichen Lexikoneinträge denkt, die mit Orten, Ereignissen und Persönlichkeiten aus allen Gemeinden dieses Landes zusammenhängen.» (nb)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von 23. Dezember 2017.

22. Dez 2017 / 21:44
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