• Bei acht von 19 Kontrollen stellte die Pilzkontrolleurin giftige Exemplare fest. Bild: Mjriam Kaiser

Verwechslungsgefahr von Hut bis Stiel

Dank guter Witterung landeten in dieser Saison viele Pilze in den Körben der Sammler. Doch manche stellten sich bei der Kontrolle als ungeniessbar heraus.

Die diesjährige Pilzsaison ist mit Winterbeginn zu Ende gegangen. In Liechtenstein und der Region sammelten Feinschmecker fleissig Pilze. Dank der günstigen Witterung sprossen sie auch in grossen Mengen und sorgten regelmässig für volle Körbe der Pilzsammler. Die Schattenseite dieser hervorragenden Pilzsaison zeigt sich aber darin, dass versehentlich auch viele giftige Pilze aus dem Boden geerntet wurden.Über dem Rhein führte dies dazu, dass mehr Menschen als üblich eine Pilzvergiftung erlitten haben. In Liechtenstein bestätigt das Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen (ALKVW), dass in acht von 19 Kontrollen bei der hiesigen Pilzkontrolleurin Sabine Gahr Giftpilze vorgelegt wurden. «Darunter auch ein tödlich-gif­tiger Pilz», so Peter Malin, Amtsleiter des ALKVW. 

Grosse Verwechslungsgefahr bei Pilzen
Im Vorjahresvergleich zeichnete sich auch 2017 mit einer grossen Vielfalt an Pilzen aus, die eine ergiebige Menge hergaben. Dennoch unternahmen weniger Liechtensteiner den Gang zur Pilzkontrolleurin Sabine Gahr als noch 2016. «Die Zahl der Kontrollen verringerte sich um knapp die Hälfte. Im Gegenzug gab es aber wieder vermehrt telefonische Anfragen um Auskunft zu Pilzernten», weiss Malin. Insgesamt wurden in dieser Saison 19 Kontrollen durchgeführt, in denen rund 250 Pilze unter die Lupe genommen wurden. «In acht der 19 Kontrollen wurden Giftpilze sowie neun Mal verdorbene oder ungeniessbare Pilze konfisziert», sagt der Amtsleiter weiter. Diese Verwechslungsgefahr ist besonders bei verschiedenen giftigen Knollblätterpilzen gross, die beispielsweise Champignons oder Frauentäublingen ähneln. Aber auch der vermeintliche Steinpilz kann sich leichter Hand als giftiger Wurzelnder Bitterröhrling entpuppen. Wie Malin sagt, lägen die Steinpilze mengenmässig an erster Stelle der in Liechtenstein gesammelten Pilze. 
Aber auch Pilze der Gattung Leistlinge, wie zum Beispiel Eierschwämme, sowie Milchlinge erfreuten sich grosser Beliebtheit. Somit gab es keinen neuen Trend zu beobachten, welche anderen Pilzarten den allseits beliebten und bekannten Steinpilz von der Spitze hätten drängen können. 


Zahl der Pilzvergiftungen in der Schweiz war hoch
Mit Blick auf die andere Rheinseite sah die diesjährige Pilzsaison ebenfalls sehr erfolgreich aus. Vielfältige Pilze konnten gesammelt werden, unter denen sich aber ebenfalls viele giftige Pilzgattungen verbargen. Deshalb war in diesem Jahr die Anzahl Vergiftungen durch Pilze «ungewöhnlich hoch», wie Katharina Schenk-Jäger von der Giftberatungsstelle Tox Info Suisse gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Zuletzt habe es 2012 überdurchschnittlich viele Vergiftungen aufgrund von Pilzen gegeben.
Ende Oktober zählte die Tox Info schweizweit insgesamt 543 Pilzvergiftungsfälle beim Menschen. Diese Zunahme war in fast allen Kantonen spürbar. Im Vorjahr lag die Anzahl der Vergiftungen noch bei 379 Fällen. (jk) 

17. Dez 2017 / 20:32
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