• Malbun / Sareis
    Im Bergrestauran Sareis ist übermässiger Alkoholkonsum besonders problematisch. Schliesslich wartet von dort aus noch eine Abfahrt ins Tal.  (Daniel Schwendener)

Statt auf Skiern im Sessellift talwärts

Für viele Skigebiete ist der Kampf um genügend Schnee nicht die einzige Herausforderung. Auch der rege Alkoholkonsum der Wintersportler kann bisweilen zum Problem werden. Im familienorientierten Malbun präsentiert sich die Situation entspannter.
Malbun. 

Blauer Himmel, weisser Teppich, das Ganze kombiniert mit einem Bierchen oder einem Kaffee Luz in geselliger Runde. Ein Tag auf den Skiern oder dem Snowboard ist für viele Wintersportler auch verbunden mit dem Genuss von Alkohol. «Dass ein wenig getrunken wird, gehört sicher dazu», bestätigt Normann Bühler vom Pistenrettungsdienst der Bergbahnen Malbun.
Just jenes «ein wenig» ist indes der Knackpunkt. Wie so oft, ist auch hier das Mass entscheidend. Wer zu tief ins Glas schaut und anschliessend entgegen der klassischen Après-Ski-Kultur auch noch zurück auf die Piste möchte, wird zum Sicherheitsrisiko für sich selbst und andere. Die Folgen von Alkoholkonsum auf körperlicher wie psychischer Ebene sind hinlänglich bekannt: falsche Einschätzung von Distanzen, verkleinertes Blickfeld, verminderte Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, beeinträchtigtes Urteilsvermögen, langsamere und unkoordiniertere Bewegungsabläufe. Es gibt wahrlich bessere Voraussetzungen, im Schnee herumzukurven.
Entsprechend bemüht sollten die Betreiber der Skigebiete sein, es gar nicht so weit kommen zu lassen. In Malbun gilt das Augenmerk der Verantwortlichen diesbezüglich zuvorderst dem Berggasthaus Sareis – einziger, nicht im Tal gelegener Gastronomiebetrieb im Liechtensteinsteiner Wintersportort. Weil dessen Gästen nach der Einkehr noch eine Abfahrt bevorsteht, ist der Konsum von Alkohol (und selbstverständlich auch anderer Substanzen mit berauschender Wirkung) nochmals sensibler zu handhaben. Der Wirt sei angehalten, stark alkoholisierte Personen dazu zu bewegen, statt auf die Skier in die Sesselbahn zu steigen, erklärt Normann Bühler. «Nach Möglichkeit wird sie dabei dann von einer nüchternen Person begleitet.»

Im Tal wiederum ist die Situation umgekehrt. Dort gilt es, Wintersportler unter Alkoholeinfluss unter allen Umständen an einer Fahrt mit dem Lift zu hindern. «Wenn unser Personal eine solche Person entdeckt, ist es dahingehend instruiert, diese nicht einsteigen zu lassen.» Sofern zuvor nicht ohnehin schon der Gastronom interveniert hat. Für Ramona Sele vom Jufa-Hotel, das auch die Täli-Bar an der Talstation Täli-Hochegg betreibt, wäre das jedenfalls eine Selbstverständlichkeit: «Wenn wir sähen, dass jemand zu viel getrunken hat, würden wir ihm sicher sagen, dass er das Skifahren für den Rest des Tages doch besser bleiben lassen soll.»


Der Konjunktiv signalisiert es bereits: Auf diese Weise auf eine Person einwirken mussten sie 
und ihre Kollegen bislang praktisch nie. «Im Hotel ist Alkoholkonsum ohnehin kein grosses Thema», sagt Sele. Aber auch an der Täli-Bar habe man mit solchen Kunden kaum einmal zu tun. Das deckt sich mit den Beobachtungen von Rainer Lampert. «Es ist beileibe nicht so, dass wir jetzt ein Auge auf unsere Gäste haben müssten», erzählt der Inhaber des Hotel Turna. «Wenn hier einer sitzt, dann bleibt er auch sitzen.» Entsprechend sah er auch bislang noch nie irgendeine Veranlassung, den Ausschank einzuschränken. Wobei das für Lampert ohnehin keine Option wäre – Stichwort Eigenverantwortung: «Kinder und Jugendliche kontrollieren wir bezüglich des Mindestalters natürlich. Aber Erwachsenen machen wir keine Vorschriften. Es ist jedem selbst überlassen, was er konsumiert.» (bo)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Samstag, 10. Februar 2018.

09. Feb 2018 / 23:09
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