• Bildungsforum Formatio Triesen 180228
    Horst Biedermann, Verwaltungsratmitglied formatio, Elisabeth Allgäuer-Hackl, Referentin, Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Helma Ritter Delegierte des Verwaltungsrates und Gründungsmitglied der formatio Privatschule. (v.l.) Bild: Daniel Ospelt  (Daniel Ospelt)

Spiegelbild der eigenen Biographie

Unter dem Thema «Mehrsprachigkeit und Digitalisierung» fand gestern Abend das fünfte Liechtensteiner Bildungsforum in Triesen statt. Denkanstösse wurde geliefert sowie interaktive Aufgaben gestellt.

«Die Schule war und ist auch heute noch der Ort der Sprachen», erläuterte Horst Biedermann, Verwaltungsratsmitglied der Privatschule «formatio» in seiner Einführungsrede. In Anwesenheit von Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Pädagogen sowie weiteren Sprachinteressierten, fand gestern Abend das fünfte Liechtenstein Bildungsforum in der Aula des Oberstufengymnasiums der «formatio» Privatschule statt. Als Referentin eingeladen war Elisabeth Allgäuer-Hackl. Sie ist als Lehrerin sowie in der Erwachsenen- und Pädagoginnenfortbildung zum Thema Mehrsprachigkeit tätig, vor allem bei der Projektstelle «Okay-zusammenleben». In ihrer Dissertation befasste sie sich mit den Auswirkungen von mehrsprachigem Unterricht auf Sprachkompetenz und metasprachlichem Bewusstsein.

Eine Sprache ist gleich eine Botschaft 
«Besteht dieser Satz aus einer, oder doch aus mehreren Sprachen?», fragt Allgäuer-Hacklin die Runde und zeigt den Zuhörenden auf ihrer Präsentationsfolie einen Satz: «Kunnsch hüt mit miar go chilla?» Es entsteht eine kleine Diskussionsrunde, ob dieser Satz, welcher Dialekt, Hochdeutsch und Englische Ausdrücke in sich trägt, eine oder mehrere Darstellungsweisen hat. Die Antwort der Referentin ist eindeutig: «Dies ist eine Sprache, da sie eine Botschaft hat». Es wurden weitere Beispiele der modernen Sprachentwicklung präsentiert. «In einem Park in Wien wurde eine neue Sprache kreiert. Sie beinhaltet Deutsche, Türkische, Serbische und auch Albanische Ausdrücke und wird heute <Parkisch> genannt», so Allgäuer-Hackl. Jugendliche vermischen heutzutage nur all zu gerne Sprachen, wie das «Chinglish» beweist. «Hier verschmelzen Englische und Chinesische Wörter ineinander und es entstehen ganz neue Ausdrücke», welche die Referent ebenfalls in ihrer Präsentation zeigte. 


«Sprachen sind mit Emotionen verbunden»  
«Hören oder sprechen wir Hochdeutsch, verbinden wir dies intuitiv mit der Schule», erklärt Allgäuer-Hackl. Es sei nicht die Sprache des Herzens. Dies gelte selbstverständlich nur für Personen, die nicht mit Hochdeutsch aufgewachsen sind. Die Mehrsprachigkeit werde in Europa in verschiedenen Projekten gefördert. «In Feldkirch wurde eine mehrsprachige Bibliothek eingerichtet. Diese hatte zum Ziel Kinder zu motivieren Bücher in Fremdsprachen zu lesen.» 
Das Publikum wurde aufgefordert sich mit dem Sitznachbar in der Sprache zu unterhalten, welche sie am wenigsten beherrschen. Auffallend: Einige versuchten sich auf französisch auszutauschen. «Die Sprache ist ein Spiegelbild unserer Biographie. Die Sprache ist Macht und eine wichtige Rolle im alltäglichen Schulunterricht», so Allgäuer-Hackl. Es sei wichtig Sprachen laufend zu benutzen. 
«Die digitalen Medien spielen in unserer heutigen Zeit eine wichtige Rolle. Diese soll und muss man nutzen», so die Referentin. Ein gutes Beispiel dafür präsentierte sie aus Irland. Dort durften Schüler auf einer Fremdsprache eine App entwickeln. Das Querverbinden zwischen Schulfächern und Sprachen schaffe so ein ganz einheitliches Denken. (nb) 

01. Mär 2018 / 06:00
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