• Schutz mit Einschränkung
    Noch kann von einer Grippeepidemie in Liechtenstein nicht mal ansatzweise die Rede sein.  (Eraxion)

Schutz mit Einschränkung

Seit Jahren hält sich Liechtenstein an die Grippeimpfempfehlung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit. Die ganz grosse Resonanz darauf scheint bei der Bevölkerung bislang aber auszubleiben. Womöglich, weil da eben immer ein Stück Ungewissheit ist.
Vaduz. 

Nicht nur Schnee, Glühwein und lodernde Kaminfeuer stehen für den Winter, auch die Grippewelle ist ein Charakteristikum der vierten Jahreszeit. Influenzaviren bevorzugen Kälte und eine tiefe Luftfeuchtigkeit. Folgerichtig, sagt Marina Jamnicki vom Amt für Gesundheit, zirkulierten die Erreger vor allem in jenen Monaten, die ihnen diese Bedingungen böten – «und verursachen praktisch jeden Winter eine Epidemie».
So weit ist es in Liechtenstein in der aktuellen Grippesaison noch nicht gekommen. Jamnicki sprach gestern von «einem einzigen Fall», von dem das Amt bislang Kenntnis habe. Auch in den Nachbarländern präsentiert sich die Lage noch entspannt. In der Schweiz vermeldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das auch die Daten aus Liechtenstein erfasst, für die Kalenderwoche 49 zuletzt 35 Grippeverdachtsfälle pro 100 000 Einwohner. Der für 2017/18 definierte epidemische Schwellenwert liegt bei 68 Fällen pro 100 000 Einwohner. Das Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien informierte, dass «noch keine epidemische Influenzavirus-Aktivität in Österreich» zu konstatieren sei.
Impfung vor allem für Risikogruppen
Ein Mittel, mit dem das Risiko einer Epidemie zu mindern versucht wird, ist die Impfung. In der Schweiz wird sie durch das Bundesamt für Gesundheit von Staatsseite empfohlen. Die Zahl der grippebedingten Arztkonsultationen in der Schweiz schwanke jährlich zwischen 100 000 und 
275 000, betont die Behörde. «Zudem kommt es aufgrund der saisonalen Grippe zu tausenden von Hospitalisierungen und hunderten von Todesfällen. Viele dieser Fälle könnten mit einer rechtzeitigen Impfung verhindert werden.» Ihr Appell richtet sich dabei vor allem an «Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko» – Frühgeborene unter zwei Jahren, Schwangere, Personen ab 65 Jahren, Personen mit gewissen chronischen Krankheiten, die sich auf Herz, Lunge, Nieren oder das Immunsystem auswirken – aber auch an Personen, die beruflich oder privat Kontakt mit einer oder mehrerer dieser Personengruppen haben. Erfolgen soll die Impfung «idealerweise» zwischen Mitte Oktober und Mitte November.
Für Liechtenstein ist die BAG-Empfehlung insofern relevant, als dass sich das hiesige Gesundheitsamt ihr angeschlossen hat. «Liechtenstein hält sich seit Jahren an den Impfplan der Schweiz und die Impfempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit. Die Erarbeitung eigener Impfempfehlungen würde die Kapazitäten des Amtes für Gesundheit übersteigen», erklärt Jamnicki. (bo) 

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Freitag, 15. Dezember 2017.

15. Dez 2017 / 06:24
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
21. Juni 2018 / 10:41
20. Juni 2018 / 22:53
Meistkommentiert
18. Juni 2018 / 07:34
13. Juni 2018 / 11:20
17. Juni 2018 / 07:21
19. Juni 2018 / 06:05
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
hierbeimir_Logo_basic
Zu gewinnen HBM-Gutschein im Wert von 20 Franken
04.06.2018
Facebook
Top