• A person writing in a blackboard during Religion class in a school. Next, some books.
    Der Religionsunterricht soll mit Blick auf den neuen Lehrplan öffentlich debattiert werden.  (dragana991)

Öffentliche Debatte gefordert

Die Sakramentenkatechese gehört nicht an eine staatliche Schule, sondern in den kirchlichen Raum. Diese Meinung vertritt der Verein für eine offene Kirche und will, dass eine breite öffentliche Debatte darüber geführt wird.
Vaduz. 

Nach den Religionslehrern, die sich gegen eine Kürzung der Lektionenzahl für den konfessionellen Religionsunterricht auf der  3. und 4. Stufe der Primarschule ausgesprochen haben, meldet sich nun auch der Verein für eine offene Kirche im Rahmen des öffentlichen Hearings zum Entwurf des neuen Lehrplans (LieLe) zu Wort. Er unterstützt und bekräftigt die Stellungnahme der Religionslehrer in allen Punkten – äussert sich aber auch kritisch zum Religionsunterricht auf der 2. und 5. Stufe. Der Grund: Die Sakramentenkatechese und Sakramentenspendung gehöre in den kirchlichen Raum und nicht an eine staatliche Schule.

«Binnenbereich des kirchlichen Lebens»
In Liechtenstein ist es bis heute üblich, dass auf der 2. und 5. Stufe das Sakrament der Eucharistie (Erstkommunion) bzw. der Firmung eingeführt wird. In der Regel behalten es sich die Pfarrer und Kapläne vor, diese Stufen selbst zu unterrichten, obwohl dies nach Meinung des Vereins für eine offene Kirche auch qualifizierte Katecheten leisten könnten. «Hier wäre unseres Erachtens eine Diskussion darüber angezeigt, ob die Sakramenten-
katechese weiterhin an staatlichen Schulen stattfinden soll», heisst es in der Stellungnahme des Vereins. Die Sakramente würden gewissermassen in den Binnenbereich des kirchlichen Lebens führen. So spricht sich der Verein für eine offene Kirche zwar klar für einen qualifizierten Religionsunterricht an staatlichen Schulen aus, sieht es aber heute als problematisch an, «auch die Sakramentenkatechese in diesem Rahmen zu situieren». Die neue Religionspädagogik vertrete mehrheitlich die Position, dass die Sakramentenkatechese und Sakramentenspendung in den kirchlichen Raum gehören würden und nicht an eine staatliche Schule. Es existieren auch bereits erprobte Modelle für eine solche ausserschulische Sakramentenkatechese.»

«Besorgniserregende Fehlleistungen»
Doch auch ein anderer Grund veranlasst den Verein dazu, im Hinblick auf den Religionsunterricht im neuen Lehrplan eine breite öffentliche Debatte zu führen. Offenbar gehen beim Verein für eine offene Kirche seit Jahren immer wieder Meldungen und Anfragen ein, «die auf besorgniserregende inhaltliche und didaktische Fehlleistungen einzelner Kapläne und Pfarrer des Erzbistums Vaduz hinweisen». Der Verein nehme diese Sorgen sehr ernst, sei aber nicht in der institutionellen Verantwortung, hier direkt eingreifen zu können. Auch die politischen Gemeinden, die vom Gesetz her im Primarschulbereich zuständig wären, würden sich hier vielfach überfordert sehen. Aus all diesen Gründen sei eine breite öffentliche Debatte zu führen, alle Akteure in diesem Bereich einzubinden und auch kompetente Fachleuchte zu hören. Der Verein selbst sei gerne bereit, bei den Sachfragen mitzuarbeiten und seine spezifische Kompetenz einzubringen. (dv)

31. Aug 2018 / 23:52
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