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    Fahrassistenzsysteme können Unfälle reduzieren.  (myella)

Mehr Sicherheit - tiefere Steuern

Das Sicherheitsniveau auf Liechtensteins und Schweizer Strassen ist hoch. Trotzdem kommt es zu tödlichen Verkehrsunfällen. Assistenzsysteme bei Fahrzeugen sollen diese verhindern. Im Gegenzug könnte sich die Motorfahrzeugsteuer reduzieren.

In den vergangenen Jahren hat das Angebot an Fahrassistenzsystemen immer mehr zugenommen. Nachweislich tragen diese dazu bei, die Strassen sicherer zu machen und Verkehrsunfälle zu vermeiden. Obwohl gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) Schweizer Strassen bereits zu den sichersten der Welt gehören, fordern Experten finanzielle Anreize für Autos mit Sicherheitssystemen. Die BfU könnte sich einen solchen Anreiz mittels reduzierter Motorfahrzeugsteuer vorstellen.

In Liechtenstein wäre dies ebenfalls denkbar. Obwohl laut Stefan Maurischat, Abteilungsleiter Administration bei der Motorfahrzeugkontrolle, bislang die notwendigen Daten zur Unterscheidung von Fahrzeugen mit oder ohne Assistenzsystem fehlen.

Technische Unterscheidung bislang nicht möglich

«Die Assistenzsysteme sind nicht bei den technischen Daten von Fahrzeugen hinterlegt, da es sich um eine Sonderausstattung handelt», sagt Maurischat. Daher kann von einem Fahrzeugmodell, beispielsweise dem VW Golf, ein Fahrzeug mit Sicherheitssystem sowie auch eines ohne  zugelassen werden – sie haben ansonsten identische technische Daten . «Somit fehlen die notwendigen Daten, um die Fahrzeuge zu unterscheiden und die Motorfahrzeugsteuer von Autos mit Assistenzsystemen zu reduzieren», so der Abteilungsleiter Administration.

Falls in der Schweiz eine technische Unterscheidung möglich ist, wäre diese Handhabung auch in Liechtenstein umsetzbar. «Denn wir haben weitestgehend die gleichen Daten zur Verfügung wie die Schweiz», erklärt Maurischat. Wie genau eine solche Unterscheidung in der Schweiz vonstatten gehen soll,  ist derzeit noch nicht bekannt.

Bislang sind Fahrassistenzsysteme aus unterschiedlichen Gründen nicht überall gefragt. Einer davon ist das Fahrgefühl, welches für viele Autofahrer verloren zu gehen droht. Ein anderer ist der Preis. Um letzteren Grund auszumerzen, ist laut Maurischat die Preispolitik der Hersteller entscheidend: «Neue Sicherheitssysteme sind in der Regel zusätzlich zu bestellen und aufgrund der zeit- und kostenintensiven Entwicklung mit höheren Kosten verbunden.» Mittlerweile gibt es Sicherheitssysteme, zum Beispiel das Antiblockiersystem (ABS), die Standard und teilweise bei Neufahrzeugen auch verpflichtend sind.

«Jeder Verkehrstote ist einer zu viel»

Ebenso wie die Schweizer Strassen sind auch jene in Liechtenstein äusserst sicher. «Bei uns werden diese grundsätzlich nach den einschlägigen Schweizer Normen projektiert und dimensioniert», so Maurischat. Laut Angaben der Landespolizei sind in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 14 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. «Diese Anzahl ist im Verhältnis zu den zahlreichen Verkehrsteilnehmern sehr gering. Aber jeder Verkehrstote ist einer zu viel», sagt Sibylle Marxer, Mediensprecherin der Landespolizei. Um Verkehrsunfälle zu vermeiden, ist die Landespolizei während des ganzen Jahres präventiv aktiv. In den Schulen gibt es unter anderem  eine Verkehrserziehung sowie verschiedene Verkehrskampagnen. Auch die Fahrassistenzsysteme tragen ihren Teil zur Sicherheit auf den Strassen bei, wie Maurischat erklärt: «Wenn sie den Fahrzeuglenker zuverlässig und sicher unterstützen, leisten sie einen wichtigen Beitrag.» Weiterhin spielt im Strassenverkehr aber der Fahrer die Hauptrolle. «Sichere Fahrer kennen ihre Grenzen und wissen, wann sie nicht mehr fahren sollten», so Marxer. Grundsätzlich sei aber jedes Sicherheitssystem in Autos zu begrüssen, das hilft, Unfälle zu vermeiden, so die Mediensprecherin.

Hinzu kommt, dass diese Hilfsmittel für Autos immer intelligenter werden. Sie greifen von selbst oder teilweise in Antrieb oder Steuerung ein oder warnen durch Ton- oder Lichtsignale, wenn der Fahrer ein Hindernis übersieht oder die Kontrolle über das Auto verliert. Einer Axa-Unfallforschung zufolge haben Autos mit Notbremsassistenten zum Beispiel zwischen 30 und 69 Prozent weniger Auffahrkollisionen verursacht. Bei Systemen, die gezielt einzelne Räder abbremsen, um das Schleudern zu verhindern, konnten rund 47 Prozent weniger Selbst- und Schleuderunfälle verzeichnet werden. (jka)

10. Aug 2018 / 08:29
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