• 2016 war die Anzahl der Eheschliessungen höher als jene in den Nachbarländern. 	Bild: iStock
    2016 war die Anzahl der Eheschliessungen höher als jene in den Nachbarländern. Bild: iStock  (Nikola Nastasic)

Mehr Eheschliessungen und weniger Scheidungen

Jährlich veröffentlicht die Regierung einen Bericht zu den Menschenrechten, der die Entwicklung Liechtensteins aufzeigt. 2016 wurden mehr aussereheliche Kinder geboren.

Zum achten Mal hat die Regierung den jährlich vom Liechtenstein-Institut verfassten Statusbericht «Menschenrechte in Liechtenstein – Zahlen und Fakten» publiziert. Er enthält Daten zu rund 90 menschenrechts-relevanten Themen aus insgesamt 12 unterschiedlichen Bereichen. Darunter finden sich unter anderem die Rubriken Bildung, Soziale Lage, Menschen mit Behinderung, Religion oder Politik. 
Ebenfalls vertreten ist der Bereich Bevölkerung, in dem beispielsweise das Heiratsverhalten, Scheidungen sowie Geburten aufgeführt sind. Im Vergleich mit den Nachbarstaaten war die Zahl der Eheschliessungen pro 1000 Einwohner 2016 in Liechtenstein mit 5,2 am höchsten, dicht gefolgt von Österreich mit 5,1 und der Schweiz mit 5,0.  Zugleich betrug die Scheidungsrate in Liechtenstein rund 41 Prozent, womit diese deutlich tiefer als noch im Vorjahr ausgefallen ist.


Liechtensteiner heiraten vermehrt Ausländerinnen
In einem grösseren Rahmen betrachtet, ist in den vergangenen Jahren keine eindeutige Tendenz bezüglich der Scheidungsrate  ersichtlich. Im Zeitraum von 2015 auf 2016 sank sie um sieben Prozent. In absoluten Zahlen gesprochen liessen sich 2015 195 Ehepaare scheiden und im Folgejahr noch 169 Paare. Davon 81 Männer und 88 Frauen. Im Vergleich mit den Nachbarländern steht Liechtenstein somit auf demselben Niveau wie Österreich und gar leicht unterhalb der Schweiz.
In den Jahren 2004 und 2009 wurden mit Blick auf eine seit 2002 publizierte Statistik am meisten im Fürstentum wohnhafte Personen geschieden: Total 206 (101 Männer und 105 Frauen). Am höchsten war die Scheidungsrate ebenfalls im Jahr 2009 mit satten 65,6 Prozent. Zu erklären ist diese Spitze laut Statusbericht mit dem im selben Jahr starken Rückgang an Heiraten. Das Heiratsverhalten von Liechtensteinern und Liechtensteinerinnen hat sich ebenfalls leicht verändert. Denn 2016 verfügte bei 49,6 Prozent der heiratenden Personen ein Ehepartner über die liechtensteinische Staatsbürgerschaft und der andere über eine ausländische. Im Vorjahr waren es noch 56,3 Prozent der Heiratenden, bei welchen nur eine Person Liechtensteiner war. Wenn zwischen den Geschlechtern unterschieden wird, kann die Aussage getätigt werden, dass das Heiratsverhalten von Frauen starken Schwankungen unterliegt. Liechtensteinerinnen neigen tendenziell eher dazu, einen ausländischen Mann zu heiraten. Im Jahr 2016 waren es 47,2 Prozent, was ebenfalls eine Abnahme im Vergleich zu 2015 mit 54,5 Prozent bedeutete. Bei ausländischen Frauen waren die Schwankungen jedoch noch extremer: Während 2011 und 2012 Ausländerinnen zu fast 70 Prozent liechtensteinische Männer heirateten, sank der Anteil in den Folgejahren auf rund 53 Prozent. Das Heiratsverhalten von Liechtensteinern hat sich demgegenüber nur leicht verändert: 2012 schlossen rund 44 Prozent der Liechtensteiner eine Ehe mit Frauen derselben Nationalität, und 2016 waren es rund 42 Prozent. Ebenfalls konstant zeigt sich beim männlichen Heiratsverhalten, dass mehr Ehen mit Ausländerinnen geschlossen wurden. Zum Vergleich: 2012 56,4 Prozent und 2016 57,9 Prozent. Auch in Liechtenstein wohnhafte Ausländer schlossen 2016 den Bund der Ehe vermehrt mit Ausländerinnen (66,2 Prozent). Bezogen auf die Staatsbürgerschaft resümiert der Statusbericht, dass viele der mit liechtensteinischen Männern oder Frauen verehelichten Ausländer und Ausländerinnen nun die liechtensteinische Nationalität angenommen haben, diese aber vielfach auf eine Einbürgerung verzichteten, um die angestammte Staatsbürgerschaft nicht aufgeben zu müssen. 

Immer mehr aussereheliche Kinder in Liechtenstein
Die Zahl der Geburten ist seit den 1970er-Jahren bekanntlich rückläufig. Dennoch wies Liechtenstein (1,61 Kinder je Frau) 2016 im Vergleich zu den Nachbarstaaten Österreich (1,53) und der Schweiz (1,55) eine deutlich höhere Geburtenrate aus. Sie stieg sogar über den Fünfjahresdurchschnitt in Liechtenstein.
Ebenfalls zugenommen hat in den vergangenen Jahrzehnten der Anteil ausserehelicher Neugeborenen. Während dieser in den 1960er- und 1970er-Jahren noch bei unter fünf Prozent lag, stieg er in den 2000er-Jahren auf mehr als 15 Prozent an. 2016 ist er erneut auf 84 Kinder angestiegen, was einer Zunahme von 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (von 15,1 auf 22,2 Prozent) entspricht.
Im langjährigen Ländervergleich liegt das Fürstentum diesbezüglich auf einem Niveau mit der Schweiz. Dort lag der Prozentanteil ausserehelicher Neugeborener in den 1960er- und 1970er-Jahren bei 3,8 Prozent und ist bis 2016 auf 24,2 Prozent angestiegen. In Österreich liegt dieser deutlich höher. Von rund 13 Prozent (1960/70) ist dieser auf 42,2 Prozent (2016) gewachsen. (jk) 

09. Feb 2018 / 07:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
21. August 2018 / 13:00
21. August 2018 / 16:32
21. August 2018 / 13:31
Meistkommentiert
17. August 2018 / 12:01
10. August 2018 / 10:43
16. August 2018 / 22:24
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
hierbeimir_Logo_basic
Zu gewinnen HBM-Gutschein im Wert von 20 Franken
30.07.2018
Facebook
Top