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Mädchen wurde auf dem Heimweg von Schule der Weg versperrt

Die Primarschule Ruggell wandte sich am Montag in einem Schreiben an die Eltern, in dem von einem «unguten Vorfall» die Rede ist. Auf dem Heimweg von der Schule wurde am Donnerstag einem Mädchen der Weg von Fremden versperrt.

Am Donnerstag letzter Woche  ereignete sich auf dem Schulweg ein unguter Vorfall», schreibt die Schulleitung Ruggell am Montag in einem Brief an die Eltern. «Einem Mädchen wurde auf dem Heimweg der Weg versperrt und zwei Männer haben sie, aus welchem Grund auch immer, zu sich gewinkt.» Das Mädchen habe richtig reagiert und sei einfach weitergefahren. Die Eltern des Mädchens hätten sofort die Landespolizei sowie den Gemeindepolizisten informiert. 
«Wir haben uns für den Elternbrief entschieden, weil wir die  Eltern und Schüler informieren wollten», sagt Elisabeth Büchel, Schulleiterin der Schule Ruggell. «So wollten wir vermeiden , dass Gerüchte im Dorf entstehen.» Auf den Brief habe sie bislang positive Rückmeldungen erhalten. «Der Schulweg wird im Unterricht immer wieder  themasiert», sagt Büchel. Dabei werde neben dem richtigen Verhalten auch besprochen, wie vorzugehen sei, wenn jemand von fremden Leuten angesprochen oder gar in ein Auto gerufen werde. 


Bei Verdacht unverzüglich Polizei anrufen
Laut Landespolizei ist es in so einem Fall wichtig, dass die Polizei informiert wird. «Und zwar unverzüglich», sagt Sibylle Marxer, Sprecherin der Landespolizei. «Je schneller wir informiert sind, desto rascher können wir Ermittlungen aufnehmen.» Wer Kenntnis von einem zweifelhaften Vorfall hat, soll sofort die 117 anrufen.
 «Das propagieren wir auch in unserer Kampagne ‚Bei Verdacht Anruf’.» Grundsätzlich sollten Kinder nicht auf fremde Menschen reagieren, wenn sie von diesen angesprochen werden. «Wenn jemand aufdringlich wird, soll das Kind wegrennen und den Vorfall unverzüglich den Eltern melden und diese sollen sich an die Polizei wenden», empfiehlt Marxer. Zudem sei es von Vorteil, wenn die Kinder zu zweit oder in Gruppen unterwegs seien. 
Im Fall von Ruggell habe die Polizei nicht weiter ermitteln können, da es keine konkreten Angaben zum Auto und deren Insassen gegeben habe. «Viel mehr als die Farbe des Autos wissen wir nicht.» Die Landespolizei nehme solche Meldungen sehr ernst. Als Reaktion würden die Patrouillen  auf verdächtige Fahrzeuge achten. «Zudem ist die Gemeindepolizei informiert und wird verstärkt auf den Schulwegen präsent sein.»  

Reaktionen auf Social Media
Auch auf Facebook hat die Meldung die Runde gemacht und Mütter äussern ihre Sorgen:  «Da überlegt man schon, ob man die Kinder noch alleine laufen lässt», so eine Mutter. Eine andere berichtet von einem ähnlichen Fall, der ihrer Tochter passierte: «Genau das ist unserer Tochter vor zwei Jahren auf dem Nachhauseweg in Schaan passiert. Danach wollte sie nicht mehr alleine laufen.»


Auf blonde Kinder abgesehen
Einen ähnlichen Fall gab es auch vor zweieinhalb Jahren in Diepoldsau. «Achtung! In Diepoldsau lungert ein Mann in einem schwarzen Auto herum und passt junge Knaben und Mädchen ab. Er lockt sie mit Süssigkeiten ins Auto. Informiert eure Nachbarn, Freunde! Bis jetzt hat er es auf blonde Kinder abgesehen», hiess es damals in einem Post auf einer Facebook-Seite. 
Die Schulleitung der betroffenen Schule hatte damals in der Folge eine1n Elternbrief verfassst. Die Polizei informierte damals, dass ein 5-jähriges Mädchen von einem Mann angesprochen worden sei. Als es darauf weglief, habe der Mann das Kind verfolgt. 


Grosse Ängste ausgelöst
Wochen später kam die Entwarnung. Es habe sich um ein Missverständnis  gehandelt. «Bei dem Mann im schwarzen Auto habe es sich um einen Bekannten des von ihm angesprochenen Kindes gehandelt», hiess es im November 2015 im «Rheintaler».  Der Mann habe sich umgehend bei der Polizei gemeldet, als er erfahren habe, dass vor ihm gewarnt werde. 
Die Zeitung berichtete auch über die Folgen der im Nachhinein als unnötige Warnung: Unter Eltern und Kindern seien «sehr grosse Ängste ausgelöst» worden. «Auch einen Monat nach dem Vorfall hätten einzelne Kinder noch Probleme, wieder alleine den Schulweg zu meistern.» Die dramatisierende Warnung auf Facebook sei unangebracht gewesen, hielt die Schule damals fest. (jb)
 

Diesen Brief erhielten die Eltern in Ruggell. 	Bild: zvg

13. Jun 2018 / 06:00
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