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    Niemand muss mehr in Existenzangst leben. Utopie und Wahnsinn oder geniale Idee?  (assalve)

Konzept für bedingungsloses Grundeinkommen im Land

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus neun Personen, will bis 2019 Grundlagen zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens in Liechtenstein schaffen.
Vaduz. 

Alle Liechtensteiner erhalten monatlich eine Bargeldauszahlung, damit ihr Grundeinkommen gesichert ist. Niemand muss mehr in Existenzangst leben. Und die Auszahlung ist an keine Bedingungen geknüpft. Utopie und Wahnsinn oder geniale Idee? Die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist nicht neu. Die Schweiz hat im Jahr 2016 sogar über eine Einführung abgestimmt – immerhin ein Fünftel der Bevölkerung hat Ja gesagt. Nun will auch eine Gemeinde im Kanton Zürich die Auswirkungen eines BGE testen. Und in Liechtenstein hat sich zu Anfang des Jahres eine Arbeitsgruppe formiert, die ein konkretes Konzept ausarbeitet, um das BGE möglicherweise auch in Liechtenstein einzuführen. Vor allem geht es der Gruppe aber darum, Grundlagen für eine ernsthafte Diskussion zu schaffen. Weg von der Ebene, auf der nur über die Auswirkungen eines BGE philosophiert wird – hin zu klaren Daten, Fakten und Zahlen.

Gesellschaftliche Probleme auf einen Schlag lösen

Man mag es als Spinnerei abtun, dieses bedingungslose Grundeinkommen, das jedem Menschen – unabhängig von Alter, Rasse oder Kontostand zukommen soll. Und man muss sich schon sehr intensiv mit der Thematik beschäftigen um zu begreifen, welche Idee dahintersteckt. Genau das dürfte denn auch das grösste Problem der Mitglieder der Arbeitsgruppe sein, die derzeit an einem Konzept für Liechtenstein arbeitet. «Die Kommunikation muss gut überlegt sein. Wir müssen es schaffen, das Thema für eine breite Masse greifbar zu machen», bestätigt Stephan Gstöhl, Mitglied der Arbeitsgruppe. Und das geht nur anhand eines konkreten Konzeptes. Er ist überzeugt: Das bedingungslose Grundeinkommen würde auf einen Schlag zahlreiche Probleme lösen. Und verweist auf die steigenden Gesundheitskosten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Elternurlaub oder etwa die Altersvorsorge. Ebenso überzeugt davon ist er, dass die Finanzierung eines BGE kein Problem darstellt. Und nun gilt es eben, all dies zu beweisen und Fakten zu schaffen. Das Thema muss aber mehr «Fleisch am Knochen» haben als heute.

Voraussetzung ist das Verständnis der Gesellschaft

Derzeit werden  verschiedene Varianten zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ausgearbeitet und Finanzierungsmodelle geprüft. Im Verlaufe des nächsten Jahres soll dann ein konkretes Konzept vorliegen, welches auch der Regierung vorgestellt werden soll. Und dann muss eine Diskussion auf allen Ebenen stattfinden, weiss Stephan Gstöhl. Denn nur wenn das Verständnis der Gesellschaft vorhanden ist, sei eine solche Idee, welche die kompletten heutigen Wertevorstellungen auf den Kopf stellt, überhaupt realisierbar. Liechtenstein wäre laut Stephan Gstöhl prädestiniert dafür, die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens zu testen. «Das Land ist überschaubar, die Wege sind kurz und wir sind gut vernetzt.» Und Liechtenstein könnte eine Vorreiterrolle einnehmen. Gstöhl ist überzeugt: «Erbringt erst ein Land den Beweis, dass das bedingungslose Grundeinkommen viele gesellschaftliche Probleme löst, werden ganz schnell andere Länder folgen.» Und dann folge auch der Kopf der Realität. (dv)

16. Jul 2018 / 17:00
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