• Im vergangenen Jahr wurden 24,1 Prozent der Stipendien-Anträge abgelehnt.
    Im vergangenen Jahr wurden 24,1 Prozent der Stipendien-Anträge abgelehnt.

Jeder vierte Antrag wird abgelehnt

Jährlich gehen rund 700 Anträge bei der Stipendienstelle ein. Doch nicht jeder erfüllt die Bedingungen, auf staatliche Unterstützung zurückgreifen zu dürfen. Zwischen 20 und 25 Prozent der Anträge werden abgelehnt. Dafür gibt es diverse Faktoren.

Eine gute Ausbildung ist wichtig. Damit finanzielle Engpässe auf dem Ausbildungsweg kein Hindernis sind, vergibt der Staat jedes Jahr Stipendien und Darlehen. 2017 konnten rund 450 Personen von der Auszahlung eines Stipendiums profitieren. Antragsteller gibt es aber deutlich mehr, wie Astrid Walser, Leiterin der Stipendienstelle, sagt: «In der Regel gehen etwa 700 Anträge auf Ausbildungsbeihilfen pro Jahr ein.» Dass nicht jeder, der einen Antrag stellt, auch ein Stipendium oder Darlehen bekommt, liegt nicht etwa an einem Limit seitens des Staats. Denn: «Wer einen gesetzlichen Anspruch auf Ausbildungsbeihilfen hat, bekommt diese auch ausbezahlt», so Walser. Viel eher liegt die Ablehnung eines Antrags daran, dass die Bedingungen für den Erhalt nicht gegeben sind. Im vergangenen Jahr wurden 24,1 Prozent der Anträge abgelehnt – also fast jeder vierte.

Momentan ist wieder «Hochsaison» für die Antragstellung. Sie beginnt im Juli und dauert bis Ende November. Für das kommende Ausbildungsjahr sind bereits rund die Hälfte der etwa 700 zu erwartenden Anträge bei der Stipendienstelle eingegangen. Doch auch sie werden nicht alle  angenommen werden.

Gesetzliche Auflagen müssen erfüllt sein
«Pro Jahr werden zwischen 20 und 25 Prozent der Anträge auf Ausbildungsbeihilfen abgelehnt werden», sagt die Leiterin der Stipendienstelle. Gemäss Stipendiengesetz sind die Anträge vor oder während des Ausbildungsjahres zu stellen. Solche, die mehr als ein Jahr nach Beginn der Ausbildung oder des Ausbildungsabschnittes rückwirkend gestellt werden, können nicht mehr berücksichtigt werden. 
Um die Auflagen der Stipendienstelle zu erfüllen, muss der Antragsteller des Weiteren seit mindestens drei Jahren einen Wohnsitz in Liechtenstein haben. «Ebenfalls entscheidend sind die Eigenleistungen aufgrund der Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie die Anerkennung der Ausbildungsstätte und des Ausbildungsabschlusses», so die Leiterin der Stipendienstelle. Für die Berechnung dieser Eigenleistungen sind die letzten rechtskräftigen Steuerdaten relevant. Eine weitere Auflage ist die Mindestdauer der Ausbildung von 15 Tagen. So steht es im Gesetz geschrieben. 
Ob es sich bei den Anträgen um Erst-, Zweit- und Weiterbildungen oder um Sprachaufenthalte handelt, spielt keine Rolle. Ausserdem werden «ab vollendetem 32. Lebensjahr nur noch Darlehen ausgerichtet», erklärt Walser. Im vergangenen Jahr wurden Stipendien in der Höhe von rund 3,3 Millionen Franken ausbezahlt. Zusätzlich wurden über 2,04 Millionen Franken an Studiendarlehen vergeben. Für das aktuelle Ausbildungsjahr rechnet die Stipendienstelle mit ähnlich hohen Summen. «Die Anzahl und Höhe der vergebenen Stipendien ist in den vergangenen zehn Jahren jedoch zurückgegangen», erklärt die Leiterin der Stipendienstelle. Dies sei unter anderem auf die Gesetzesrevision von 2013 zurückzuführen. Damals wurden eine Vielzahl an Sparmassnahmen umgesetzt. 

Höhe des Stipendiums variiert je nach Situation
Während es in der Gesamtauszahlung der Stipendien von Seiten des Staats keine Begrenzung gibt, sieht das Gesetz eine Limite für die einzelnen Antragsteller vor: Der individuelle Anspruch beträgt pro Person maximal 25 000 Franken und ist in Darlehen sowie Stipendium aufgeteilt. 
Dieser Betrag wird allerdings nur dann ausbezahlt, wenn keine Eigenleistung vorhanden ist. Generell hängt die Höhe der Ausbildungsbeihilfen von den anerkennbaren Kosten ab. Zu diesen zählen beispielsweise Schulgeld und Lehrmittel. Ebenfalls Einfluss auf die Höhe des Stipendiums haben zumutbare Eigenleistungen und eine eventuelle Unterstützung durch Drittpersonen wie zum Beispiel den Arbeitgeber. 
«Die Höhe der Eigenleistungen wiederum ist von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Antrag stellenden Person selbst und der leiblichen Eltern sowie der Familiensituation abhängig», sagt Walser. Zu letzterem zählen die Anzahl und das Alter der Geschwister und der eigenen Kinder. Wenn der Antragsteller schliesslich sein 25. Lebensjahr erreicht hat, werden die Eltern nicht mehr in die Berechnung der Eigenleistungen einbezogen. (jka)

 

06. Sep 2018 / 08:00
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