• Tag des Wassers in Vaduz
    Gaston Jehle, Geschäftsführer von« Drink & Donate», Moderatorin Petra Matt, Regierungschef Adrian Hasler, Panagiotis Potolidis-Beck vom Amt für Auswärtige Angelegenheiten, Simon Triebelhorn von der «Life Klimastiftung» sowie Andreas Batliner, Präsident «Drink & Donate», informierten gestern im Kunstmuseum über das Projekt «Waterfootprint».  (Daniel Schwendener)

Jedem Einwohner sein Waterfootprint

Am Mittwochabend lud der Verein «Drink and Donate» zur Veranstaltung unter dem Motto «Leitungswasser trinken, Trinkwasser spenden». Bis 2019 soll jeder Liechtensteiner mit seiner Spende einem Menschen den Zugang zu Trinkwasser gewährleisten.

«Stellen Sie sich vor, Sie leben in einem Land, in welchem zwei Drittel der Bevölkerung keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Viele für uns selbstverständliche Dinge, wie die Hände jederzeit unter fliessendem Wasser waschen zu können, eine Dusche zu nehmen  oder schlichtweg ein Glas Wasser zu  trinken, könnten Sie in diesem Land nicht tun.» Mit diesen Worten begrüsste Regierungschef und Stiftungsratspräsident der «Life Klimastiftung» Adrian Hasler die Gäste am Weltwassertag im Kunstmuseum.

Bereits vor einem Jahr, am selben Ort, wurde anlässlich des UNO-Weltwassertages am 22. März die Initiative «Waterfootprint Liechtenstein» lanciert. Ziel des Waterfootprints Liechtenstein ist es, für jeden Liechtensteiner Einwohner einem Menschen in Not den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Kern der Initiative, welche vom gemeinnützigen Verein «Drink & Donate» lanciert wurde, ist, anstelle von Mineralwasser von weit her, bewusst Leitungswasser zu konsumieren. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Idee der Organisatoren ist es, dass das eingesparte Geld für Trinkwasserprojekte in benachteiligten Ländern gespendet wird. So geht das Geld zum Beispiel an ein Projekt der Helvetas in Nepal. «Zwei von fünf Personen in Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu Wasser», sagte Melchior Lengsfeld, CEO der Helvetas zum Publikum. Frauen und Kinder würden täglich verunreinigtes Wasser über kilometerlange Strecken ins Dorf schleppen. «Mit einer einfachen Pumpe oder einer Quellleitung ins Dorf können die Bewohner sauberes Grundwasser trinken, ohne einen weiten Weg zurücklegen zu müssen.»

Für Geschäftspartner gibt’s nur Hahnenwasser
Unterstützt wird das Projekt «Waterfootprint»  auch vom Fürstenhaus, der Regierung, der Verwaltung, der Stiftung «Life Klimawandel» sowie von verschiedenen Unternehmen. So gibt es für die rund 1000 Angestellten der Landesverwaltung nur noch Hahnenwasser aus der eigens designten Trinkflasche. Auch die Ivoclar Vivadent AG zieht mit: Bei ihnen gebe es auch für Geschäftspartner und Kunden nur noch Hahnenwasser, erklärte HR-Chef Gerold Bischof. Auch Unternehmen, die Gastronomie und die Hotellerie sollen ins Projekt miteinbezogen werden. «Damit stehen wir aber noch am Anfang», wie Andreas Batliner, Präsident vom Verein «Drink and Donate Liechtenstein» erklärte.

Noch fehlen fast 32 000 Waterfootprints
«Mit dem Waterfootprint tragen wir einen Teil dazu bei, einige der 17 Nachhaltigskeitsziele der EU bis 2030 auf globaler Ebene umzusetzen», so Adrian Hasler. Besonderes Augenmerk liege dabei auf Ziel Nummer sechs: Für jede Person auf der Welt soll sauberes Wasser und eine Sanitärversorgung gewährleistet werden. In der Zwischenzeit sind es rund 6300 Personen, die einen solchen Waterfootprint für 55 Franken gelöst haben. Mit diesem Betrag ist es gemäss dem Verein möglich, einer Person in einem Entwicklungsland langfristigen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten.

«Ziel ist es, dass bis 2019, anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums, rund 38 000 Waterfootprints gelöst werden. Jeder Einwohner Liechtensteins schenkt einer Person langfristigen Trinkwasserzugang», erklärte Andreas Batliner. «Ist dieses Ziel überhaupt erreichbar?», fragte Moderatorin Petra Matt an der anschliessenden Podiumsdiskussion. «Wäre es nicht machbar, hätten wir erst gar nicht damit angefangen», erklärte darauf Andreas Batliner. Die Umstände, also die kurzen Entscheidungswege im Land und der gut verankerte «Sharing»-Gedanke in den Köpfen der Liechtensteiner, würden ihn zuversichtlich stimmen, dass bis zum Jubiläum auch die restlichen Waterfootprints erreicht werden. Es seien auch andere Länder, wie Österreich, Deutschland oder Irland interessiert, sich am Projekt zu beteiligen. «Liechtenstein hat mit dem Projekt ganz klar auch eine Vorbildfunktion», so Batliner.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion konnten sich die Gäste an den Themenbars weiter über das Projekt informieren und gleich ihren Waterfootprint lösen. Beim Blindtest wurde der Geschmackssinn unter Beweis gestellt: Vier verschiedenen Karaffen, drei davon gefüllt mit gekauftem Markenwasser und eine mit Vaduzer Hahnenwasser, standen zur Kostprobe bereit. (rar)

 

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23. Mär 2018 / 11:08
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