• Elmar Gangel, Brigitte Hasler und Heilgard Bertel (v.l.)

Hollabolla gnaglet volla

Diesen Sonntag eröffnete Elmar Gangel von der Galerie «Hollabolla» in Eschen feierlich die neue Ausstellung «Syllaba» von Brigitte Hasler. Eine sehr anschauliche Rede führte die zahlreichen Interessierten in die Ausstellung ein.

Am gestrigen Sonntag feierte die Eschner Galerie «Hollabolla» die Eröffnung der neuen Ausstellung «Syllaba». Gezeigt werden Holzschnitte, Radierungen und Pigmentdrucke der Gampriner Künstlerin Brigitte Hasler. Wie der Titel, der lateinische Terminus für Silbe, bereits vermuten lässt, geht es dabei um Sprache. Genauer gesagt um Sprachfragmente, Sprachfetzen, Silben eben, die in ihrem Ensemble Worte zum einen ausmachen, ihren Sinn als Zusätze vorne oder hinten angehängt aber auch stark verändern, verneinen oder gar umkehren können. In einer prägnanten und anschaulichen Rede führte Heilgard Bertel die zahlreichen Besucherinnen und Besucher an den Geist der Ausstellung und den Kern der Auseinandersetzung Haslers heran.


Ein «Turm zu Babel» im Hollabolla
Das titelstiftende Werk, die Syllaba, wurde vor nicht allzu langer Zeit von der Liechtensteiner Landesbibliothek erworben. Die Ausstellung drum herum beschäftigt sich mit Sprache. Sie ist ein Versuch, «die Wahrhaftigkeit der Sprache» und des Sprechens wiederzufinden. In Zeiten von allgegenwärtigem Marketing, «Alternativen Fakten» und Wahlprogrammen, deren Spagate die Frage nach den Grenzen von Bedeutung von Worten und Phrasen fast aufzwängen, eine sehr sinnvolle Forschungsarbeit, die in dieser Form gestalterisch aufbereitet worden ist. Wo hilft uns Sprache, die Welt zu verstehen, die Dinge zu beschreiben, ihr Wesen festzumachen und uns über verschiedene Blicke auf etwas auszutauschen? Und wo wird sie bewusst verändert, um uns in die Irre zu führen? Wo wird aus «raten» «ver-raten», aus «sprechen» ein «Versprechen» und aus Gesagtem «Versagen»? Gibt es noch so etwas wie Wahrheit oder vielmehr ein relativ und wertneutral nebeneinander stehendes Heer aus «Alternativen Fakten», die nach Gutdünken herangezogen und gerade in die opportunste Variante passende Geschichte eingebaut werden können? (tb)

18. Feb 2018 / 21:39
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