• Buying new car at car showroom
    Mit Blick in die Zukunft investieren einige Garagen in einen Neubau oder geben die Geschäftsführung in neue Hände.  (iStock)

Hiesige Garagen rüsten auf

Veränderung Über 30 Autogaragen gibt es im Land. Einige von ihnen befinden sich derzeit in einem Wandel – sei es durch einen Wechsel des Geschäftsführers, eines Umbaus oder gar eines kompletten Neubaus. Es scheint, als sei die Investitionsfreude zurückgekehrt.

Skandale rund um grosse Autokonzerne und Auflagen der jeweiligen Marken machen es dem Autogewerbe nicht leicht. Sträuben sich die einen Kunden aufgrund der jüngsten Skandale ein Diesel-Auto zu kaufen, wollen die anderen das Geld lieber auf die hohe Kante legen. Das kriegen wohl auch die über 30 Autogaragen im Land  zu spüren.

Doch die Hauptgründe für die Umbauten und Geschäftsübergaben sind das nicht. «Auch an uns geht der Wandel nicht spurlos vorbei. Wir haben uns entschieden, einen Schritt vorwärts zu machen und bauen teilweise neu», sagt Michael Weilenmann, Geschäftsführer und Inhaber der Garage Weilenmann AG in Schaan. Die Bauarbeiten haben begonnen und für April 2019 sei der Umzug angesetzt. Technisch habe sich vieles verändert und an der Infrastruktur habe der Zahn der Zeit genagt. 
Der Entscheid für den Neubau sei aber nicht auf Drängen der Daimler AG gefällt worden. «Wir investieren damit in unsere Zukunft. Aber klar, der Hersteller freut sich, wenn wir in ein neues Gebäude investieren. Die Daimler AG ist sehr erfolgreich unterwegs, davon profitieren auch wir als Händler.» Dennoch bleibe die Autobranche mit ihren kleinen Margen und hohen Fixkosten eine schwierige Branche. «Nur mit schlanken Strukturen und guten Mitarbeitern kann man erfolgreich sein», weiss Michael Weilenmann.

Die einen bauen schon, die anderen planen noch
Dass die Neugut-Garage einen Neubau plant, ist ein offenes Geheimnis. Jedoch möchte sich die Opel-Garage noch nicht dazu äussern. Dasselbe gilt für die Garage Rageth bei der, dem Vernehmen nach, ein Umzug ins Haus steht.  Während sich Gerüchte rund um die Pläne der beiden Autogaragen ranken, halten sich diese bedeckt und wollen auf «Vaterland»-Anfrage keinerlei Informationen nach aussen geben. 
Man könnte fast meinen, die Devise der hiesigen Autogaragen lautet «Investieren, statt sparen». Denn auch das Autohaus Heidegger hat bereits mit ihrem An- und Umbau des Firmengebäudes begonnen. Laut der Geschäftsführung werde das Bauprojekt das Unternehmen fit für die Zukunft machen. Das bestehende Gebäude werde vergrössert und auf rund 22 Meter aufgestockt. Damit soll das Gebäude auf den neusten Stand gebracht werden. So werde etwa eine Photovoltaikanlage integriert, die den gesamten Betrieb mit Strom versorgt. «Das Investitionsvolumen liegt im zweistelligen Millionenbereich. Näher darauf eingehen möchten wir jedoch nicht», sagte die Geschäftsführerin Jasmin Collini-Heidegger damals beim Spatenstich gegenüber Radio L.

Ein Neubau ist auch bei der Garage Wohlwend in Planung , weiss der neue Geschäftsführer Daniel Wanger. «Franz Wohlwend ist einige Jahre vor seiner Pensionierung  auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich seine Garage übernehmen möchte», sagt Wanger. Der Übergang vom langjährigen Mitarbeiter zum Geschäftsführer sei fliessend gewesen. «Die Übernahme einer Firma ist eine grosse Herausforderung», so Wanger. Per 1. Januar ist er nun offiziell der Geschäftsführer der Mazda-Garage. Fest steht: «Langfristig gesehen, wird der Showroom immer mehr Platz benötigen und die Werkstatt wird immer kleiner werden.» Mehr möchte Wanger noch nicht verraten.

Zufrieden mit der Wahl des Nachfolgers
Hardy Ritter von der Dorfgarage Mauren gibt die Geschäftsführung aufgrund seiner Pensionierung weiter an Sebastian Jäggi vom Autoservice Notaro in Balzers. Jäggi wolle sich mit der Mitsubishi-Garage ein zweites Standbein aufbauen, so Ritter. 
Mit Sebastian Jäggi hätte er genau denjenigen  gefunden, den er gesucht hat: «Er ist jung, dynamisch und hat Ideen», so Hardy Ritter. Ein Umbau oder sonstige Neuerungen stehen hingegen nicht an: «Wir sind gemäss den markenspezifischen Auflagen ‹up to date›.»

Mehr Bürokratie in der heutigen Autobranche
Nach fast 50 Jahren im Autogewerbe hat Hardy Ritter viele Entwicklungen in der Branche mitgemacht: «Im Vergleich zu früher muss jetzt viel mehr Administratives erledigt werden – alles muss man genau dokumentieren. Auch ein Mechaniker muss heute mehr Bürosachen erledigen.» Hardy Ritters Frau Vreni war jahrelang für das Administrative in der Firma verantwortlich und damit persönlich sehr mit der Garage verbunden. «Jeder Kunde welcher ein neues Fahrzeug kaufte, bekam eine selbstgebackene Nussschaumtorte von ihr», sagt Hardy Ritter.

Ab 1. März wird Hardy Ritter durch Sebastian Jäggi abgelöst. Unter dem Namen «Dorfgarage Jäggi Anstalt»  führt er die Firma weiter. Der langjährige Mitarbeiter Rolf Hangartner wird der Kundschaft aber erhalten bleiben. Hardy Ritter freut sich, mehr Zeit für Hobbys und seine Familie mit den zahlreichen Enkelkindern zu haben. All das sei in letzter Zeit zu kurz gekommen. «Nach 50 Jahren schwingt aber schon ein wenig Wehmut mit.» (rar)

28. Feb 2018 / 05:30
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