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    Kreativer Protest gegen das Musikverbot an den Umzügen: Räbagsechter Mauren.  (Daniel Schwendener)

Geteilte Meinungen nach dem ersten Fasnachtsumzug

Der Umzug in Gams war der erste mit einem Musikverbot auf den Umzugswagen. Heute folgt Vaduz.
Neue Regeln. 

«Ab diesem Jahr werden Aussenbeschallungen auf den Umzugswagen nicht mehr erlaubt sein. Gestattet ist aber eine Innenbeschallung der Barwagen mit einem Maximum von 93 Dezibel», heisst es in der Bestimmung des neuen Regelblatts der fünf Fasnachtsumzugsveranstalter Oberriet, Gams, Schaan, Vaduz und Wartau. Vergangenes Wochenende fand nun der erste der beiden Werdenberger Umzüge in Gams nach den neuen Regeln statt.

«Auch das Publikum wird bestraft»
Gerade die Musikregelung stiess dabei auf unterschiedliche Akzeptanz. Für die Narrenzunft Schaan beispielsweise hatte die Regelung keine Auswirkung: «Für uns hat es gepasst. Wir hatten einen guten Umzug. Aber wir haben auch schon seit drei Jahren keine Musik mehr auf dem Wagen», sagt Arthur Wenaweser von der Narrenzunft Schaan. Weniger glücklich mit dem Reglement sind die Räbagsechter aus Mauren. Für sie war die jeweils zum Motto passende Musikauswahl an den Umzügen ein wichtiges Element. Sie sehen das absolute Verbot der Aussenbeschallung als zu krasse Gegenreaktion der Veranstalter: «Damit werden auch ‹anständige› Wagengruppen bestraft. Völlig vergessen wird unserer Meinung nach, dass auch das Publikum damit bestraft wird. Einem Wagen zuzuschauen, welchem ein paar Personen einfach hinterher laufen, ist sicher nicht besonders attraktiv». So soll ihr diesjähriges Motto «Silent Disco» auch ein kleiner Seitenhieb mit fasnächtlichem Augenzwinkern an die Veranstalter sein.

Ebenfalls kritisch sieht Mario Beck von der Wagenbaugruppe Balzers das Musikverbot: «Wir hatten Kinder dabei, die ohne Musik hinter dem Wagen herlaufen mussten. Dadurch hatten sie natürlich auch weniger Spass». Man müsse in solchen Fällen auf die Vernunft der Umzugsteilnehmer setzen und könne nicht alles mit neuen Regeln lösen. Deshalb hatten sie auch Protesttafeln dabei mit Aufschriften wie «Musik mit Verstand» und trugen dazu einen Gehörschutz. Sie hätten früher jeweils mit den nachfolgenden Guggen gesprochen und die Lautstärke dementsprechend angepasst.

Für Uneinsichtige Konsequenzen ziehen
Auch dieses Jahr habe es wieder Wagen dabei gehabt, die sich nicht an die Regeln hielten. «Da muss man auch Konsequenzen ziehen und nicht immer nur reden». Erste Konsequenzen hat es laut Arthur Wenaweser bereits gegeben: Eine Gruppe, die sich nicht an die Regeln hielt und sich auch trotz Ermahnung nicht einsichtig zeigte, wird vom Gamser Umzugskomitee in Zukunft ausgeschlossen. Eine weitere Gruppe wurde ermahnt.

Ob sich die Gruppen an den Umzügen in Schaan oder Vaduz an die Regeln halten und wie die Zuschauer auf die neue Regelung reagieren, wird sich die nächsten beiden Wochenenden zeigen. (mk)

02. Feb 2018 / 22:58
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