• Liechtensteinische Landespolizei
    Der Drogenschnelltest ist bei Strassenverkehrskontrollen durch die Verify-Methode ersetzt worden. Auf Alkoholkontrollen hat die Umstellung keinen Einfluss. Gepustet werden muss weiterhin.  (Elma Korac)

Frontpolizisten verwenden neue Kontrollmethode

Seit einigen Monaten vertraut die Landespolizei auf das Verfahren zur Identifikation der Fahrunfähigkeit. Die Schulung des Personals ist fast abgeschlossen.
Vaduz. 

«Noch in diesem Jahr» hatte Tina Beck, Mediensprecherin der Liechtensteinischen Landespolizei, im Herbst 2017 auf die Frage nach einem neuen Starttermin geantwortet. Zuvor hatte sie gerade eingeräumt, dass sich die Einführung der Methode zur Erkennung von Fahrunfähigkeit (MEF) im Fürstentum verzögern wird.
Im zweiten Anlauf hat es nun tatsächlich geklappt, wie Beck auf Anfrage bestätigt. Noch bevor sich das Jahr 2017 gänzlich in die Geschichtsbücher verabschieden konnte, haben die ersten Liechtensteiner Beamten ihre Schulung abgeschlossen und der neuen, in der Zwischenzeit auf den schnittigeren Namen Verify (Verfahren zur Identifikation der Fahrunfähigkeit) umgetauften Praxis zur Premiere verholfen. Seither hat sich bereits ein Hauch von Routine eingestellt. Im laufenden Jahr wurde die Methode, die auch von allen anderen Mitgliedern des Polizeikonkordats Ostschweiz eingeführt wurde,  bislang 17 Mal angewendet, so Beck.

Das Wesen von Verify liegt darin, dass nicht länger der Drogenschnelltest – auch bekannt als Drugwipe – feststellt, ob ein Autolenker unter dem Einfluss illegaler Substanzen steht, sondern der Beamte selbst. In der Ausbildung, die laut Beck «an unterschiedlichen Kontrollorten in der Ostschweiz» stattfindet, erwerben Liechtensteins Frontpolizisten der Sicherheits- und Verkehrspolizei die Kompetenz, Autofahrer mittels Beobachtung ganzheitlich zu beurteilen und auf mögliche Ausfallerscheinungen zu prüfen. Hierfür können sie rund 60 verschiedene Kriterien heranziehen. Besagt das polizeiliche Verdikt, dass eine Fahrunfähigkeit vorliegt, wird dem Lenker in einem nächsten Schritt am Landesspital Blut abgenommen. Die Probe wird daraufhin dem Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen zugestellt, wo das Blut aktuell auf rund 8000 Substanzen untersucht werden kann.
Die Mehrzahl der hiesigen  Polizeibeamten hat die Ausbildung mittlerweile absolviert. Einige wenige sind noch dabei, es ihnen gleichzutun. «Ab Ende März werden dann alle Polizisten im Schichtdienst die Methode Verify flächendeckend anwenden», sagt Tina Beck. Und das soll auch langfristig so bleiben. Künftige Polizeibeamte werden das neue Verfahren deshalb bereits in ihrer Grundausbildung kennen- und anzuwenden lernen.

Obwohl im Zuge der bisherigen Kontrollen keine «Erfolgsquote» der Beamten ermittelt wurde, wie Beck sagt, glaubt der Liechtensteiner Ordnungshüter, mit der Einführung des neuen Verfahrens den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. «Aus Sicht der Landespolizei», betont die Pressesprecherin, «ist diese Methode ein Erfolg, da die Sinne der Polizisten geschärft werden und nicht nur – wie bei gewissen Tests – einzelne Substanzen geprüft werden können.»
«Gewisse Tests» – damit ist nicht zuletzt der Drugwipe als unmittelbarer Verify-Vorgänger gemeint. Gerade dessen Limitiertheit hinsichtlich der Zahl überprüfbarer Substanzen und die eingeschränkten Möglichkeiten, mit dem Tempo mitzuhalten, in dem neue Drogen auf den Markt gelangen, wurden immer wieder kritisiert. Dennoch verschwindet der Drogenschnelltest in Liechtenstein nicht vollends in der Versenkung. Bei Personenkontrollen soll er weiterhin zum Einsatz kommen. Ebenso wie dort grundsätzlich auch ein Einsatz von Verify denkbar wäre, wie Beck bestätigt: «Die Beurteilung durch Verify kann in allen Bereichen, so natürlich auch bei normalen Personenkontrollen, angwendet werden.» (bo)

06. Mär 2018 / 23:03
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