• Eine neue Mobilfunkgeneration ist in den Startlöchern
    Das 5G-Netz bringt viele Vorteile mit sich.

Eine neue Mobilfunkgeneration ist in den Startlöchern

Bereits Jahre vor der geplanten Einführung der neuen Mobilfunkgeneration 5G zeigt diese, was sie kann. In Tests von Sunrise und Huawei wurde ein Spitzentempo von 3,28 Gigabit pro Sekunde erreicht. Das Dreifache des heutigen 4G-Netzes.
Vaduz. 

Sunrise hat in einer Medienkonferenz am Dienstag angekündigt, dass 5G im Jahr 2020 lanciert werden soll. Ob die Liechtensteiner Anbieter bis dahin schon so weit sind, steht noch in den Sternen. Während FL1 dazu noch keine Angaben machen konnte, ist man bei «7acht», dem Liechtensteiner Salt-Ableger, dabei, Informationen zu sammeln. «Salt informiert sich über die Entwicklung der Standards, beobachtet die Fortschritte der Technologielieferanten und ist mit ihnen im ständigen Austausch, um die richtige Lösung für sich und die Kunden auszusuchen», sagt Salt-Mediensprecher Benjamin Petrzilka. Laut Petrzilka müssen dafür aber noch einige Dinge abgeklärt werden. Dazu gehören Faktoren wie der Abschluss der Standardisierung, Zuteilung der nötigen Frequenzbänder, kompatible Geräte, neue Fernmeldesysteme sowie die Anpassung der Gesetzgebung (FMG, NISV). Sobald diese Faktoren, welche laut Perzilka das «5G-Ökosystem» bilden, geklärt sind, «wird Salt über einen möglichen Fahrplan zur Markteinführung der 5G-Technologie entscheiden». Vor 2020 rechnet Salt jedoch nicht mit einer Einführung. «Denn damit 5G respektive die dazu nötigen Frequenzen und Antennen überhaupt eingesetzt werden können, müssen vorgängig die NIS-Grenzwerte und die Berechnungsmethoden angepasst werden. Es besteht hier zwingender Handlungsbedarf auf Seite der Behörden und Politik.»
Dies bestätigte Matthias Bieber von FL1, der die aktuellen Diskussionen in der Schweiz zur Lockerung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung ansprach. «Ohne Anpassung der Verordnung ist ein Ausbau der Netze wirtschaftlich nicht möglich», heisst es vonseiten FL1s. Das gelte vor allem für Liechtenstein und die Schweiz, denn für den Einsatz der neuen Frequenzen werden neue, zusätzliche Basisstationen benötigt. «Diese neuen Basisstationen werden aber nicht nur als Macro Stationen (typische Standorte auf freistehenden Masten oder Hausdächern), sondern auch als ‹Small cells› (kleine Stationen, die einzelne Plätze oder Strassen versorgen) errichtet», so Bieber. 
Eine weitere, wichtige Voraussetzung ist auch, dass die Geräte 5G-tauglich werden. Die Tests, die von Sunrise und Huawei durchgeführt wurden, passierten bisher nämlich mit Geräten, die so gross wie ein mittlerer Büroschrank waren. (sb)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Freitag, 15. Dezember 2017.

15. Dez 2017 / 06:32
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