• Internationaler Tag der Frau
    Lena Kindle vor ihrem LKW.  (Tatjana Schnalzger)

Ein Beruf mit niedriger Frauenquote

Lena Kindle sitzt seit einem Jahr fast täglich hinter dem Steuer eines LKW. Die gelernte Kauffrau tauschte ihren Bürostuhl gegen den gefederten Lastwagensitz. Sie fordert Frauen auf, sich von männerdominierten Berufen nicht einschüchtern zu lassen.
Leichtfüssig und elegant hüpft die 27 jährige Triesnerin Lena Kindle   aus ihrem rund 32 Tonnen schweren Lastwagen. «Die meisten Leute reagieren erstaunt, wenn ich ihnen von meinem Beruf erzähle», erklärt sie mit einem Lächeln. Das Klischee des «Mannsweib», die den schweren Transporter von Baustelle zu Baustelle manövriert, bleibt noch immer fest in den Köpfen der meisten Menschen verankert. Dieses Bild entspricht Kindle so ganz und gar nicht. «Ich habe eine kaufmännische Ausbildung absolviert und bin dann der Büroarbeit sieben Jahre treu geblieben. Vor vier Jahren hatte ich das Bedürfnis, die Lastwagenprüfung zu machen», erklärt die aufgeweckte Triesnerin. Mit Ehrgeiz, Fleiss und Unterstützung ihres Vaters, bestand Kindle. «Nun arbeite ich rund seit einem Jahr in dem Familienunternehmen als Lastwagenfahrerin. Die Firma hat mein Grossvater vor über 50 Jahren gegründet. Ich bin mit der Branche aufgewachsen.»
 
Keine dummen Sprüche von Arbeitskollegen 
Der Sprung vom Büroalltag in einen mechanischen, männerdominierten Beruf  fiel Lena Kindle nur teilweise leicht: «Es war schon eine grosse Umstellung und Herausforderung. Ich wusste auch nicht, wie die Männer mich im Alltag  aufnehmen  würden. Werden sie mich akzeptieren, oder nicht? Muss ich mir doofe Sprüche anhören?» Erleichtert stellte Kindle rasch fest, dass ihre Bedenken grundlos waren. Im Unternehmen sowie auch ausserhalb des Geschäfts wurde sie respektvoll aufgenommen. Dass Kindle die einzige Fahrerin im Familienunternehmen ist, stört sie nicht unbedingt: «Ich bin das Küken in der Firma und erhalte viel Hilfe und Unterstützung von den Mitarbeitern»
 
Kein einfacher Job egal ob Mann oder Frau 
Bei jedem Wetter ist Kindle bis zu neun Stunden auf den Strassen unterwegs. «Viele denken es sei ein einfacher Job. Sie nehmen an, dass ich einfach ein bisschen im Land rumfahren muss, aber es steckt viel mehr dahinter», erklärt Kindle. Im Strassenverkehr haben die Fahrer eine grosse Verantwortung. Sie müssen bei voller Konzentration alles im Blickfeld behalten und sich nicht ablenken lassen. 
Kipper, Mischer, Schlepper – der Beruf bringt auch eine gewisse Abwechslung mit sich. Einen personalisierten Lastwagen hat Kindle ebenfalls: «Auf der Rückseite meines Gefährts hatte ich einst ein Astronauten-Plakat», erläutert die Triesnerin. 
Lena Kindle hat tagtäglich mit Männern zu tun. Sie unterstreicht, dass sie noch nie respektlos behandelt wurde: «Im Gegenteil, die Männer auf den Baustellen und auch in der Firma treten mir immer sehr freundlich entgegen und freuen sich über eine Portion Frauenpower.»
 
Aufruf zu mehr Mut an die Frauenwelt
Die Triesnerin ist eine der wenigen Lastwagenfahrerinnen in Liechtenstein. «Wie ich weiss, gibt es eine weitere in Triesenberg.» Sie fordert die Frauen zu mehr Mut auf: «Lasst euch nicht einschüchtern!», sagt Kindle. Jede Frau könne diesen Knochenjob ebenfalls bewältigen, wenn der Wille und die Leidenschaft vorhanden ist. 
08. Mär 2018 / 07:00
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