•  (Tatjana Schnalzger)

«Bei der Integrationspolitik fehlt der Lead»

Allgemeingültig Der Verein für Menschenrechte (VMR) besteht seit rund einem Jahr. Drei Prioritäten wurden nun gesetzt – unter anderem besteht nach Ansicht des VMR Handlungsbedarf bei den fehlenden Gebetsräumen und Ruhestätten für Muslime.

Der Verein für Menschenrechte (VMR) besteht seit nun mehr über einem Jahr. In diesem vergangenen Jahr ist so einiges passiert: Ein Vorstand mit Präsident wurde gewählt und die Geschäftstelle konnte eingerichtet werden. Auch die erste Mitgliederversammlung wurde abgehalten. Damals lautete das Fazit des Präsidenten Walter Kranz: «Es ist eine ziemlich grosse Aufgabe.» Und das ist es noch immer. Geschäftsführerin Alicia Längle erklärt, dass sich der Verein in der Aufbauphase befindet. «Wir sind dabei das Organisatorische zu regeln, zudem machen wir uns ein Bild über die Menschenrechtssituation in Liechtenstein und haben unsere Strategien und Handlungsfelder formuliert», erklärt Längle.

VMR will mit Regierung über Integration sprechen
Nun hat sich der Verein, der  vielmehr eine nationale Menschenrechtsinstitution ist, drei Prioritäten gesetzt: Zum einen ist dies die Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich der Menschenrechte, dann die Migration- sowie die Integrationspolitik, und auch die Kinderrechte spielen eine Rolle. «Bei der Integrationspolitik des Landes fehlt unseres Erachtens der Lead, denn die Integrationsstrategie konnte bis anhin nicht umgesetzt werden», erklärt Längle. Dafür wolle der Verein in naher Zukunft mit der Regierung zusammensitzen und über diese Schwierigkeit sprechen. Konkrete Themen seien die Arbeitsintegration von Flüchtlingen und Personen mit Migrationshintergrund. Bei den fehlenden Gebetsräumen und Ruhestätten für Muslime bestünde in Liechtenstein ebenfalls Handlungsbedarf. «Werden Personen nicht in die Gesellschaft integriert, können Konflikte entstehen.» Denn der Frieden eines Landes beruhe auf der Achtung der Menschenrechte. «Wir schauen mit Argusaugen auf die Verwirklichung der Menschenrechte», betont Längle. Die Hauptaufgabe des Vereins ist das Monitoring, er überwacht die Situation im Bezug auf die Menschenrechte. Für eine intakte Menschenrechtssituation brauche es vor allem den politischen Willen und die Solidarität der Bevölkerung. 

Betreffende Behörden müssen geschult werden 
Innerhalb des VMR lege die Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche (OSKJ) den Fokus auf die Kinderrechte. «In diesem Bereich interessieren uns die Sorgerechtsstreitigkeiten, bei denen hauptsächlich die betroffenen Kinder die Leidtragenden sind. Hier hätten wir gerne verbindliche Regelungen», so Längle. Auch die notwendige Professionalisierung von Behörden bei  sexuellem Missbrauch an Kindern  sei ein Anliegen der Ombudsstelle. «Hier könnten wir uns vorstellen, dass die betreffenden Behörden im Umgang mit solchen Fällen geschult werden», führt die Geschäftsführerin aus. Sie betont aber, dass bei allen angesprochenen Themen noch keine konkreten Schritte von Seiten des VMR gemacht wurden. (sqr)

Mehr über die Ziele des Vereins für Menschenrechte lesen Sie in der Vaterland-Ausgabe vom 27. Januar 2018.

26. Jan 2018 / 19:42
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