• Reisepass Fürstentum Liechtenstein
    Bislang wurden vom Ausländer- und Passamt weniger Pässe ausgetauscht als erwartet.  (Daniel Schwendener)

Austauschaktion gemächlich angelaufen

5500 Personen empfiehlt das Ausländer- und Passamt einen Austausch ihres Reisepasses. Vor rund einer Woche wurden die ersten 600 von ihnen angeschrieben. Noch fällt die Resonanz verhalten aus. Gut 250 wurden bislang am Schalter vorstellig.
Vaduz. 

Mit einem gestaffelt verschickten Schreiben möchte das Ausländer- und Passamt (APA) rund 5500 betroffene Personen über eine möglicherweise eingeschränkte Funktionalität ihrer Reisepässe bei automatischen Passkontrollen an sogenannten e-Gates informieren. Besitzern eines Passes mit Ausstellungsdatum zwischen dem 29. April 2015 und dem 11. Januar 2018 empfiehlt die Behörde deshalb den kostenfreien Austausch des alten Dokuments gegen ein neues.

Die ersten 600 Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner wurden vor etwas mehr als einer Woche kontaktiert. Einen Ansturm erlebt haben die Damen und Herren hinter den APA-Schaltern seither noch nicht, berichtet Amtsleiter Mario Konzett. Bis Dienstagmittag, dem bislang letzten Erhebungszeitpunkt, seien gut 250 Pässe ersetzt worden. «Das sind etwas weniger, als wir erwartet hätten.» Entsprechend reibungslos verlief die Austausch-Aktion bis anhin. «Es gab nur vereinzelt Wartezeiten », so Konzett. «Alles verhält sich so, wie wir es zu Beginn angekündigt haben. Der Vorgang dauert zwei, drei Minuten.» Und findet dazu noch in einer positiven Atmosphäre statt, wie der APA-Leiter erfreut festgestellt hat: «Es hat sich gezeigt, dass die Leute Verständnis für die Situation aufbringen und die von uns gesetzten Massnahmen nachvollziehen können.»

Kürzere Abstände und grössere Tranchen möglich

Wie der Austausch, nun, da die ersten Erfahrungswerte vorliegen, weiter vonstatten gehen soll, ist noch nicht beschlossen. «Das werden wir am nächsten Montag erörtern», so Konzett. Es sei allerdings gut möglich, dass die Schreiben in kürzeren Abständen und in höherer Anzahl verschickt würden. Zudem gebe es Überlegungen, vor allem im Vorfeld der Ferienzeit zusätzliche Schalteröffnungszeiten zu schaffen, um die dann zu erwartenden höheren Besucherzahlen ohne Probleme bewältigen zu können.

Verantwortlich für mögliche Schwierigkeiten bei der Einreise über e-Gates ist ein elektronisches Zertifikat, welches den Anforderungen nicht vollumfänglich genügt. Jeder biometrische Reisepass enthält eine vorgegebene, nicht abänderbare Anzahl solcher Zertifikate. Sie werden zusammen mit den Personendaten und dem Fingerabdruck «auf dem Chip des Reisepasses gespeichert», erklärt Mario Konzett. Dort erfüllen sie, vereinfacht gesagt, die Funktion eines Siegels. Dessen Authentizität verifizieren kann nur, wer im Besitz eines entsprechenden Gegenstücks ist. In erster Linie sind das andere Staaten, die das Zertifikat ihrerseits in die e-Gate-Anlagen an ihren Flughäfen einspeisen. Ist das Zertifikat zur Prüfung der Authentizität auf dem e Gate hinterlegt, kann dieser Check zusätzlich erfolgen und ein höheres Mass an Sicherheit für die Kontrolle bieten.

Zum Ausstellungszeitpunkt war noch alles in Ordnung

Das im Fall der 5500 Liechtensteiner Reisepässe betroffene Zertifikat konnte dieses zusätzliche Mass an Sicherheit nicht länger gewährleisten, weshalb es auch gesperrt werden musste. Absehbar war eine solche Entwicklung nicht. «Zum Ausstellungszeitpunkt entsprach das Zertifikat den aktuellen Standards», betont Konzett. Zu den Gründen, weshalb just das irgendwann nicht mehr der Fall war, darf er sich nicht äussern: «Diese Frage hat Sicherheitsrelevanz in Bezug auf Verschlüsselungs- und Produktionstechnik der Liechtensteiner Pässe und kann in dieser Tiefe nicht öffentlich beantwortet werden.»

Klartext spricht der APA-Leiter hingegen danach gefragt, ob eine Rückkehr zum herkömmlichen Reisepass vor dem Hintergrund der nun eingetretenen Umstände nicht eine prüfenswerte Option wäre. «Biometrische Reisepässe sind in modernen Staaten Standard und Vertrauensgrundlage für Visaerleichterungen und vereinfachte Grenzkontrollen», streicht Konzett heraus. «Ein Verzicht darauf würde Inhaber Liechtensteiner Pässe gegenüber anderen Ländern benachteiligen.»

01. Feb 2018 / 15:13
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